Band 7 „UMWELT – Probleme der Menschheit“ – Umfassend und kompakt beschrieben ist in Bearbeitung

Bestellvorgang: Adresse mitteilen (egypt-laemmer@online.de) dann auf unser Vereinskonto: Hobby-Ägyptologen, IBAN: DE70 7305 0000 0441 7116 45 den betreffenden Betrag überweisen. Dieses Vereinskonto ist beim Finanzamt Neu-Ulm gemeldet. Deshalb müssen alle Einzahlungen auf dieses Vereinskonto eingezahlt werden, da wir steuerlich veranlagt werden.

Einleitende Worte: Wir sind ein Verein, der sich seit 40 Jahren hobbymäßig mit Ägyptologie beschäftigt. Vor kurzem haben Jugendliche des Vereins eine Demonstration für eine bessere Umwelt unterstützt. Bei einem Gespräch mit ihnen stellten wir fest, dass zum Thema „Umwelt“ die Meinungen sehr differenziert waren. Deshalb ist dieses Umweltbuch entstanden, das Fakten zur Umwelt verständlich und kompakt aufzeigt. Es ist uns bewusst, dass wir diesem Thema nur annähernd begegnen können. Deshalb wird auf Internetseiten hingewiesen, die ausführlicher diese Themen behandeln. Ferner findet man hier Beispiele, wie im Alltag Klimaschutz betrieben werden kann. Insbesondere helfen die Onlineratgeber dabei, ganz konkret persönliche Potenziale zu erkennen bzw. zu finden. Darüber hinaus gibt es viele Hintergrundinformationen zum Klimawandel und technische Anlagenbeschreibungen, auf die wir im Buch nicht genau eingehen können.

Ulm-Aachener Hobby-Ägyptologen – Verlags Nr. 978-3-9821611

Ägypten, Oase Siwa: Den enormen dichten Baumbestand von Nordafrika ist heute nur noch in den Oasen zu sehen, wobei nur Palmen zu sehen sind. Der Baumbestand der Akazie und Sykomore sind ausgestorben. Weitere ausgestorben Bäume beschreibt Strabon (etwa 63 v. Chr.) in „Die Geografie, Buch XVII, Afrika (Ägypten und Libyen)“: „Das Land hat eine Anzahl von Gebirgen und großen Wäldern; an Gewächsen findet man häufig die Dattelpalme sowie die Persea, den Ebenholz- und den Johannisbrotbaum“.

Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel: Der Wald, die grüne Lunge der Land-Lebewesen                                  

Allgemeines

1.1 – Die größten Waldvernichter in der Geschichte

1.2 – Die Situation des Waldes im Mittelmeerraum

1.3 – Die Situation des Waldes in Europa

1.4 – Die verhängnisvollen Fehler und Irritationen in Deutschland

1.5 – Die verhängnisvollen Fehler und Irritationen in Europa

1.6 – Die verhängnisvollen Fehler und Irritationen weltweit

1.7 – Darstellung: Menschliche Unzulänglichkeiten mit der Kunst

a) Der Kosmos oder die Vertreibung aus dem Paradies

b) Brot und Spiele

c) Die Schutzmächte des blauen Planeten

d) Die vier Weisheiten

e) Die Sintflut

f) Die fünf Weltmusikanten

1.8 – Resümee Wald

1.9 – Die 20 umweltfreundlichsten Länder der Welt

2. Kapitel: Die gedankenlose Umweltzerstörung    

2.1 – Die Goldgewinnung

2.2 – Der Plastikmüll

2.3 – Das Papier

2.4 – Das Wasser

2.5 – Die Kläranlagen

2.6 – Die Multiresistente Keime

2.7 – Die Überfischung der Meere

2.8 Die Lebensmittelverschwendung

2,9 Energieeffizienz in Supermärkten

2,10 Die Dose und der Einweg

2.11 Kaffeepad-Einwegbecher-Frühstücks-Einweg

2.12 Der Fleisch- und Pflanzenkonsum

2.13 Spekulation mit Lebensmitteln

2.14 Das Parfüm und das Out de Toilette

2.15 Die Zigarette, Zigarre, Shisha, E-Zigarette

2.16 Die Mülltrennung

2.17 Die Müll-Verbrennungsanlage

2.18 Die Bekleidungsindustrie

2.19 Der Gütertransport in Deutschland

2.20 Strom aus Windkraftanlagen

2.21 Das Internet

2.22 Das Smartphone / Handy

2.23 Tierwohl – Menschenwohl

2.24 Das Vogelfutter

2.25 Die Leder Gerbung

3. Kapitel: Die Kraftfahrzeuge

3.1 – Die Motoren-Arten

a) Der Ottomotor

b) Der Dieselmotor

c) Der Wankelmotor

d) Der Elektromotor

e) Der Hybridmotor

f) Die Brennstoffzelle

3.2 – Die Autobatterie

3.3 – Benziner mit Direkteinspritzung (TDI)

3.4 – Runderneuerte Reifen

3.5 – Der Geländewagen und SUV (TDI)

5. Kapitel: Die Schifffahrt und Luftfahrt

4. Kapitel: Die Solaranlage und Fotovoltaik

1. Kapitel: Der Wald, die grüne Lunge

Allgemeines

Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren, mit der Entstehung der Erde, entstand wahrscheinlich auch die Natur. Zuerst im Meer mit den Algen und den ersten einzelligen Lebewesen, die mit dem Eisen und dem Schwefel durchsetzten Ozean am besten zurechtkamen. 2 Milliarden Jahre später hatte sich für die Landpflanzen die giftige Atmosphäre durch die Fotosynthese in eine sauerstoffhaltige Luft verwandelt. Somit waren die Weichen für die Evolution von Flora und Fauna an Land gestellt. Zuerst kamen Flechten, dann Moose, Pilze, Farne, Gräser, Sträucher und zum Schluss Bäume. Diese Evolution der Flora kann man auf alten Fabrikgebäuden mit ihren Flachdächern sehen. Zuerst wachsen Birken, Kiefern oder Weiden, wie es heute noch in Moorgebieten zu sehen ist.

Die Fotosynthese

Die Fotosynthese geschieht im grünen Blattwerk. Es wird das Kohlenstoffdioxid (CO²) aus der Luft aufgenommen und mithilfe des Blattgrüns (Chlorophyll) und dem Sonnenlicht entsteht Traubenzucker (Glukose). Ein weiterer Stoff entsteht und zwar Sauerstoff (O2). Weil die Pflanze keinen Sauerstoff benötigt, gibt sie diesen Stoff an die Luft zurück. Dieser Umstand der Evolution ermöglichte erst, dass Lebewesen entstanden sind. Damit die komplizierte Chemiefabrik funktionieren kann braucht sie Wasser, das mit den Wurzeln aufgenommen wird. So ist für Wissenschaftler leicht zu berechnen, wie viel CO² Volumen in Kohle, Erdöl, Sedimenten usw. noch in der Erde stecken, weil sie das Volumen der Sauerstoff-Atmosphäre kennen. Eine Verbrennung all dieser Stoffe im Erdreich würde eine Atmosphäre ohne Sauerstoff ergeben und ein Leben unmöglich machen.

Die Pilze

Das Pilzgeflecht (Myzel) umschließt das Wurzelwerk und führt diesem Wasser und Nährstoffe zu, auch aus großer Tiefe. So entdeckte man im nationalen Forst in Oregon (USA) ein 2400 Jahre altes Pilzgeflecht, so groß wie 1200 Fußballfelder. Ohne die Symbiose Wurzel / Pilzgeflecht könnten die Fotosynthese und somit Flora, Fauna und weiterhin die Lebewesen nicht existieren. Aus diesem Grund sollte jeder Förster das Sammeln von Pilzen verbieten. Ein Nachteil besteht darin (nur für den Menschen), dass das Pilzgeflecht nicht nur Nährstoffe aus der Tiefe an die Baumwurzeln bringt, sondern auch die Schadstoffe, wie Schwermetalle und den radioaktiven Stoff Cäsium-137, der vom Reaktorunfall vor 33 Jahren (1989) in Tschernobyl stammt. Dieser Schadstoff ging als radioaktive Wolke über Südbayern und Polen nieder. So werden von den Pilzen immer wieder die Stoffe aus dem Untergrund hervorgeholt und belasten nicht nur die Pilze, sondern auch die Tierwelt. Cäsium-137 hat die Halbwertzeit von 30 Jahren. Somit hat sich der radioaktive Wert halbiert und ist nach 200 Jahren komplett abgebaut. Zum Vergleich: Das radioaktive Plutonium hat eine Halbwertzeit von 25.000 Jahren. An einigen Orten in Bayern misst man heute bei einem Verzehr von 1 Kg, bei Pilzen und Wild, , eine Belastung von 100 bis 300 Becquerel. Das entspricht der Strahlenbelastung bei einem Flug von Köln nach Mallorca. Der Handel in Deutschland darf nur Lebensmittel verkaufen, die nicht mehr als 600 Becquerel pro Kilogramm aufweisen.

Der Baum (Quelle: www.treffpunktwald.de) (…) Eine 100-jährige Eiche mit 130.000 Blättern, ihren biologischen Solarzellen, bindet jährlich rund 5.000 Kilogramm Kohlendioxid (CO²) zu organischen Substanzen wie Holz, Blätter und Rinde und gibt dabei bis zu 4.500 Kilogramm Sauerstoff ab; das ist der Jahresbedarf von elf Menschen. Gleichzeitig arbeitet der Baum wie eine Klimaanlage. Die Wurzeln der genannten Eiche saugen jährlich etwa 40.000 Liter Wasser aus dem Boden, das die Blätter wieder »ausschwitzen«. Die dabei erzeugte Verdunstungskälte sorgt dafür, dass es im Wald selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl bleibt. Außerdem filtert sie im Jahr etwa eine Tonne Staub und Schadstoffe aus der Luft, wirkt also wie ein überdimensionaler Staubsauger (…) Dem Positiven, das vom Baum ausgeht, steht das Negative, vom Menschen verursacht, dagegen: „Das Abholzen“. Jeder Baum, der aus dem Wald entfernt wird, entzieht dem Waldboden die Nährstoffe. Die Nährstoffkapazität ist im gebildeten Humusboden vorhanden. Dieser Boden hat sich über Jahrtausende gebildet. Um 1 m Humusboden zu erzeugen braucht die Natur etwa 10.000 Jahre. So sind nach wenigen Aufforstungen die Nährstoffe abgebaut. Wenn vom Waldsterben die Rede ist, wird schnell pauschal die Schuld auf die Umwelt abgetan, was auch oft richtig ist. Ebenso gibt es zahlreiche Wälder, die regelgerecht am Verhungern sind. Dies ist zu sehen im Naturpark Eifel, wo über 200 Jahre lang die Fichte geschlagen und dann wieder aufgeforstet wurde. Das Ergebnis: Hier stehen keine Baumstämme, sondern „Streichhölzer“. Es ist nicht verwunderlich, dass Stürme die Holzstämme in halber Höhe abknicken. Die Forstwirtschaft ist erstaunt, dass diese Bäume kein Baumharz mehr erzeugen, um sich gegen den Borkenkäfer zur Wehr zu setzen. Ein Beispiel der menschlichen Unzulänglichkeit ist der Brauch des Aufstellens eines Weihnachtsbaumes. In Deutschland werden jedes Jahr 30 Mill. Bäume aufgestellt. Man entnimmt der Humusschicht, für die die Natur Jahrtausende gebraucht hat diese zu erzeugen in sehr kurzer Zeit die Nährstoffe, um sie dann in einer Verbrennungsanlage zu vernichten. Auch die Pilzsammler, die die Pilze mit den Sporen entfernen, tragen dazu bei, dass die Nährstoffe im oberen Humusboden immer weniger werden. Die Pilze holen die Nährstoffe aus großer Tiefe an die Erdoberfläche, ohne Pilze gäbe es für den Menschen kein Überleben.

Eifel: Fichtenwald mit seinen Streichholz artigen Stämmen. © Foto: Heinrich Linse / pixelio.de

Der Wald und die Wüste

Ein Großteil der Waldfläche unserer Erde wurde durch die Verschiebung der Kontinente vernichtet (Australien, etwa die Größe des Amazonas-Regenwaldes), wobei ein Teil durch Wetterphänomene in Sand- bzw. in Eiswüsten umgewandelt wurden. Von der gesamten Erdoberfläche sind 34 % Wüstengebiete (Eisflächen mitgerechnet) und 31 % der Fläche werden mit Wäldern bedeckt. Jedes Jahr kommen 70.000 km² Wüsten dazu. Die größten Wüsten der Erde sind:

Antarktis / Südpol (15 Mill. Km²): Die Antarktis (Südpol) ist ein Kontinent, 98 % sind mit Packeis bedeckt. Ihre Ausdehnung erstreckt sich im Westen bis nach Patagonien (Südamerika) und im Osten bis zu den Südinseln von Neuseeland. Einige Berge haben eine Höhe von 4.900 m, wobei in den Tälern die niedrigste Temperatur von Minus 90° C gemessen wurde. Die normalen Tieftemperaturen sind Minus 55°. Außer mit Wissenschaftlern, ist der Kontinent nicht bewohnt. Der größte Eisberg löste sich 2017 vom Schelfeis mit einer Fläche von etwa 6.000 m² ab. Die berühmtesten Tiere dort sind 18 Pinguinarten sowie Robben, Seelöwen und Seeelefanten. Zahlreiche Meeresvögel (bis zu 40 Arten) sind ebenfalls dort beheimatet. Im antarktischen Sommer kommen über 100 Mill. Zugvögel dazu. In wenigen eisfreien Zonen, die man auch antarktische Oasen nennt, kommen spärliche Floren mit Flechten und Moosen sowie Nelkengewächsen vor. Vom Menschen wurden die Vogelmiere und der Hahnenfuß eingeschleppt. Das einzige dauerhaft lebende Landtier ist eine flügellose, 2 – 6 mm große Mückenart (Belgica antarctica). Diese flügellose, schwarze Mücke wurde während einer belgischen Expedition im Jahr 1898 entdeckt.

Arktis / Nordpol (20 Mill. Km²): Entgegen der Antarktis ist die Arktis kein Kontinent. Sie ist bevölkert mit den Jakuten, Tschuktschen in Sibirien, den Inuit (Eskimo) in Nordamerika und den Samen in Nordeuropa. Flora und Fauna sind im Vergleich zum Südpol prächtiger und umfangreicher. Das kommt daher, dass es an den Randgebieten eisfreie Zonen gibt und in den wärmsten Monaten die Lufttemperatur über 10° C steigt. Im Zentrum liegen die Temperaturen zwischen Minus 50° C und Minus 70° C. Die berühmtesten Tiergattungen sind Eisbär,  Polarfuchs, Karibus, Schnee-Eule und Moschusochse. Hinzu kommen noch zahlreiche brütende Vogelarten (bis zu 162 Arten), die den arktischen Winter in südlichen Ländern bis nach Europa verbringen. In der Mitte der Arktis (Nordpol) liegt der Arktische Ozean, ein großes zugefrorenes Meer, dessen Eispanzer von dem amerikanischen, atomgetriebenen U-Boot (Nautilus) im Jahr 1955 durchbrochen wurde. Über dem Nordpol steht senkrecht der Polarstern, der von jedem Punkt der nördlichen Halbkugel aus die Nordrichtung anzeigt.

Grönland (2,2 Mill. Km²): Die eisfreien Gebiete erstrecken sich auf etwa 15 %. Im ersten Augenblick hört sich das wenig an, aber die Fläche ist so groß wie Schweden, hat aber die wenigsten Menschen, bezogen auf die Landesfläche. Sie ist sechsmal so groß wie Deutschland. Grönland gehört zu Dänemark, ist aber seit 1979 ein selbst verwaltetes Gebiet im Königreich. An der Westküste erzeugt der Golfstrom, einen kleinen Küstenstreifen eisfrei zu halten, Baumbewuchs in Größenordnung von Wäldern, ist jedoch auf Grönland nicht zu finden. Wälder hat es unter der 2 km dicken Eisschicht vor 500.000 bis 800.000 Jahren gegeben, das haben Bohrkerne ergeben. Man fand Bäume wie Kiefern, Eiben und Erlen, ebenso fand man zahlreiche Insekten. 2019 wollte der US-Präsident, Donald Trump, Grönland kaufen, was nicht so abwegig ist, da es nur wenige Kilometer vom nordamerikanischen Kontinent entfernt liegt und die Entfernung nach Dänemark 3.000 km beträgt. Ferner werden beim Abschmelzen des Eises wertvolle Rohstoffe freigelegt wie seltene Erden, Erdgas und Erdöl. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte der US-Präsident Harry Truman für 100.000 US-Dollar ebenfalls Grönland kaufen.

Island (2,2 Mill. Km²): Die Besiedlungsphase der letzten 1000 Jahre hat die bis zu 50 % vorhandenen Wälder total vernichtet. Nicht nur für die Verwendung von Bau- und Brennstoffen wurden Wälder abgeholzt; hauptsächlich die extensive Weidewirtschaft war schuld an der Vernichtung der Wälder. Das frei laufende Vieh macht nicht nur Trittschäden, sondern vernichtet jeden Baumsprössling, so wie es bei uns auf den Almen geschieht. Seit 100 Jahren werden wieder Bäume angepflanzt. Heute sind auf Island 2 % der Fläche Wald. Am Anfang der Aufforstung wurden die gleichen Fehler gemacht, wie in vielen Ländern; es wurden die falschen Bäume angepflanzt, die für diese Flora nicht geeignet sind. Heute werden nur noch Weiden, Birken, Kiefern, Hemlocktannen und Sitkafichten angepflanzt.

Sahara (9 Mill. Km²): In Urzeiten lag Nordafrika komplett unter Wasser, das beweisen die zahlreichen Korallenriffe, die sich in der Sahara vom Roten Meer bis zum Atlantik ausdehnen. Weiterhin sind von dieser Überdeckung mit Wasser überall in Nordafrika unterirdische Seen zu finden, die heute noch zahlreiche Oasen mit Wasser versorgen. Eine Frage ist bis heute unbeantwortet, wann und wie das Mittelmeer entstand? Mit Sicherheit kann man sagen, dass sich Nordafrika mit der afrikanischen Platte hob. Korallenriffe wachsen bis in 50 m Tiefe. Somit hob sich Nordafrika um 100 m bis 500 m. Wahrscheinlich ist dies geschehen, als sich die afrikanische Platte unter die europäische Platte schob und die Alpen hochdrückte. Im Bereich des Mittelmeers wurde die afrikanische Platte nach unten gedrückt, wodurch eine Senke entstand, die sich mit Wasser füllte und somit das Mittelmeer geboren war. Nach dem Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 12.000 Jahren, bildete sich durch eine Regenphase eine Wald- und Savannenlandschaft mit abertausenden Seen und Flüssen. Ein Beweis ist der sehr große und heute ausgetrocknete Mandra-See in Libyen sowie die Kattara-Senke in Ägypten. In dieser Zeit siedelte sich der Mensch in der Sahara an. Eindrucksvolle Beweise dieser These sind die Zeichnungen von schwimmenden Menschen in einer Höhle mitten in der Sahara, sowie ein Tal im Tschad, wo sich mitten in der Wüste ein See befindet, in dem die Sahara-Krokodile überlebt haben.

Ägypten: Im Grab von Tutanchamun (1347 v. Chr.) fand man einen Straußenjagd-Fächer, der eindrucksvoll die damalige Flora und Fauna um Kairo bzw. in der Sahara widerspiegelt. Links: Die Vorderseite zeigt den Pharao bei der Straußen-Jagd in der Nähe von Memphis (Ägypten, Sakkara). Rechts: Die Rückseite zeigt nach der Jagd, wie Diener die erlegten Strauße auf der Schulter zum Palast tragen. Damals war die heutige Wüste um Sakkara und Kairo noch eine fruchtbare Savanne mit Straußen, Giraffen, Löwen, Elefanten und im Nil Nilpferde und Krokodile.

Etwa um 8.000-6.000 vor Chr. entstand wiederum eine Trockenphase, die bis heute anhält, wodurch die heutige Sand- und Steinwüste, die Sahara, entstand. Der Zeitpunkt kann relativ genau ermittelt werden. Es entstanden am Rand des Niltals in Ägypten um 5.500 v. Chr. und im Sudan um 6.000 v. Chr. die ersten Siedlungen, die von den flüchtenden Menschen aus der Sahara gegründet wurden. Diese Menschen waren die Gründer der späteren Hochkulturen in Ägypten und im Sudan. Heute ist die Sahara die größte Trockenwüste der Welt, die jedes Jahr größer wird. Die südlich angrenzende Sahel-Zone wird immer trockener. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Benennung Sahel in Sahara umbenannt werden wird.

Nordafrika – Sahara: 500 km vom Mittelmeer entfernt liegen diese versteinerten Bäume, mitten in der Sahara. Die hier stattgefundene Umweltkatastrophe kann durch die Abholzung von den antiken Hochkulturen nicht entstanden sein, sie fand vor ihrer Zeit (25.000-20.000 v. Chr.) statt. Warum die Sahara in so einer kurzen Zeit vom dichten Waldbestand zur Sandwüste bzw. Steinwüste wurde, ist bis heute nicht bekannt. Ob die Versetzung der Erdachse oder die Änderung des Golfstromes die Ursachen sind, wird noch erforscht.

Links, Nordafrika, Ägypten: Zwischen der Oase Siwa und der Oase El-Bahrija, 250 km vom Mittelmeer entfernt, wurde 1979 eine Versuchsbohrung in die Erde eingelassen, die Erdöl finden sollte. Statt Erdöl fand man einen unterirdischen See. Aus dem Bohrloch sprudelt heute noch Wasser. Rechts, Nordafrika, Ägypten: Einer der zahlreichen Korallenriffe in der Sahara. Der Standort ist 50 km westlich der Oase El-Farafra.

Australische Wüsten (1,35 Mill. Km²): Die australische Wüste umfasst mehrere Wüsten. Die größte ist die Victoria-Wüste, die so groß ist wie Deutschland. Sie sind nicht so trocken wie die Sahara, in der es fast nie regnet. Die australischen Wüsten sind mit Gras und Kleinholz bedeckt. Ein jährlicher Niederschlag von 100- bis 500 mm erhält die grünen Wüstenlandschaften. Der Waldbestand beläuft sich an der Nordküste auf 16 %. So wie es weltweit üblich ist, rodet die Holzindustrie mehr Bäume als sie anpflanzt. Das ist nicht nur ein Nachteil für den Menschen, sondern auch für die Koalas, da der Großteil der Wälder aus Eukalyptusbäumen besteht. Die Tierwelt ist einzigartig. Man findet auf dem fünften Kontinent nicht nur Koalas, sondern Kängurus, Wombats, Taipan-Schlangen, Dornteufel, Schnabeltiere, Emus, Kookaburras und noch viele mehr.

Gobi (1,3 Mill. Km²): Mitten durch die Wüste Gobi verläuft die Grenze zwischen der Mongolei und China. Die Fläche ist 6-mal größer als Deutschland. Sie beherbergt mit 300 m die höchsten Sanddünen der Welt. An den Randfeldern besteht sie größtenteils aus Schotterwüste und spärlichem Weideland. Nicht nur mit der enormen Kälte bis zu Minus 40°, wobei die Temperatur im Sommer auf Plus 40° steigt, haben die Menschen zu kämpfen, auch fällt nur max. 50 mm Regen im Jahr. Das sind Voraussetzungen, die eine Waldanpflanzung nicht ermöglichen. Trotz den extremen Temperaturen ist die Fauna sehr artenreich. So werden der Gobi-Steinbock, der Schneeleopard, die Schwarzgazelle, das Kamel, die Gobi-Viper und der Gobi-Bär angetroffen. Das Kamel hat hier seinen Ursprung.

Wüste Gobi: Im Hintergrund die größte Sanddüne der Welt

Kalahari (1,2 Mill. Km²): Die Kalahari erstreckt sich von Süd-Afrika bis Namibia und Botswana. Mitten in der Kalahari kann die Temperatur von 25° Plus (Winter) bis zu 45° Plus (Sommer) ansteigen. Nachts kann es Minustemperaturen geben. Sie besitzt die größte zusammenhängende Sandfläche der Erde, wobei die restliche Fläche eine Halbwüste ist, mit 100 mm bis 600 mm Niederschlag im Jahr. Große Gebiete werden durch Akazien begrünt. Sie stehen vereinzelt und nicht wie wir den Wald kennen, Baumkrone an Baumkrone. Diese Bäume können eine Trockenperiode von 9 bis 10 Monaten überstehen. Die meisten Tiere, die in der Kalahari leben, sind einzigartig, so der vom Aussterben bedrohte Wildhund. Außerdem zu erwähnen wären die Wüstenelefanten, Löwen, Giraffen, Geparden, Büffel, Leoparden, Strauße und zahlreiche Arten von Antilopen sowie das jedem bekannte Erdmännchen. Das Feuchtgebiet des Flusses Okavango beherbergt Krokodile und Flusspferde. Vogelliebhaber kommen in den Feuchtgebieten besonders auf ihre Kosten, vor allem wegen der vielen Greifvogelarten und den Nesterkolonien der Webervögel. Durch die besondere Flora und Fauna sind große Teile der Kalahari unter Naturschutz gestellt worden. Die Bewohner der Kalahari sind die San, die sich sehr gut im Jagen und Spurenlesen verstehen.

Algen und Wasserpflanzen

Neben den Wäldern und tropischen Regenwäldern sind die Algen im Meer nicht nur zum Schutz der Fischbrut wichtig, sie wandeln auch CO2 in den wichtigen Sauerstoff um. Gegenüber dem Baum haben sie zusätzlich noch einen Vorteil, sie wachsen viel schneller. Deshalb sollten nicht nur Wälder angepflanzt, sondern auch Algenfelder angelegt werden. Der größte Teil der Algen sind schwimmende Algenteppiche von Grün- oder Kieselalgen. Durch die Fotosynthese verbrauchen sie CO2, um ihre kalkhaltigen Wände zu errichten. Ein weiterer Vorteil ist, wenn sie sterben und zum Meeresboden sinken, binden sie dort das eingelagerte CO2. Um klarzustellen ein Beispiel: Um die CO2 Produktion von der Stadt Bremen zu neutralisieren, müsste die gleiche Fläche der Stadt mit Algen im Meer angepflanzt werden.

1.1 – Die größten Waldvernichter in der Geschichte

Allgemeines: In der heutigen Zeit wird von Umweltschützern, insbesondere von den Europäern und Mittelmeeranrainern sehr schnell der Finger zur Warnung gehoben und den Bewohnern von Südamerika und Asien aufgezeigt, dass man für den Erhalt einer optimalen Umwelt, den Urwald nicht roden darf. Wir auf unserem Kontinent dürfen nicht vergessen, dass hier der größte Raubbau an den Wäldern vorgenommen wurde. Etwa 2-mal die Größe des Amazonas-Urwaldes in Brasilien wurden gerodet und nicht wieder aufgeforstet, mitgerechnet sind die Wälder von Nordafrika und des Nahen Ostens. Viele Berichte der Medien zeigen die Rodungen der Amazonaswälder in Brasilien. Schnell wird die Schuld den einheimischen Bewohnern zugewiesen, die aus Profitgier handeln würden. Indirekt sind wir Europäer an diesen Rodungen schuld, da wir 7,6 Mill. Tonnen Palmfett und 40 Mill. Tonnen Soja pro Jahr von diesen Ländern beziehen. Im gleichen Atemzug berichten die Medien, dass die Planung für den Bau einer Wohnstatt auf dem Mars in Arbeit ist. Diese Milliarden wären sinnvoller in Anpflanzungen von Wäldern angelegt. Nordafrika hat nur noch 3 % vom alten Baumbestand, der um die Zeitenwende noch vorhanden war. Es wurde ein Baumbestand von knapp ¾ der Größe des brasilianischen Urwalds abgeholzt. Die Aufforstung wird stark diskutiert, aber kein Land will Geld für eine Aufforstung bereitstellen.

1.2 – Die Situation des Waldes im Mittelmeerraum (N6) (N15) (N22)

Die antiken Völker wie Ägypten, Griechen, Perser, Seevölker, Römer und die Phönizier; all diese Kulturen haben die für ihre Flotten benötigten Holzstämme aus dem Mittelmeerraum bezogen. Bereits um die Zeitenwende war Holz in der Römerzeit ein sehr rarer Rohstoff. 100 bis 200 km landeinwärts war das Ufer des Mittelmeeres abgeholzt. So hatte die persische Flotte bis zu 1.000 Schiffe im Mittelmeer stationiert, wobei ein Schiff so groß wie ein Fußballplatz war, um etwa 1000 Krieger zu transportieren. Der Restbestand der Wälder wurde von den Osmanen auf 1 % reduziert. Wie die Perser, erkannten auch die Osmanen schon früh, dass eine Flotte von Schiffen zum Transport der Truppen nötig war. Ein gutes Beispiel zeigt der Baumbestand im Libanon, der heute fast genau so aussieht wie vor 2000 Jahren. Die berühmten Zedernwälder des Libanon, die bereits zur Zeitenwende zu 70 % abgeholzt waren, sind heute zu 99 % abgeholzt. Auf Papyrus sind Kaufverträge vom Einkauf der Bäume der Alten Ägypter dokumentiert; sogar im Gilgamesch-Epos (Babylon um 669–627 v. Chr. entstanden) werden die Zedernwälder des Libanon beschrieben. Aus Wassermangel werden die wenigen heute, vorhandenen Zedern, nur noch maximal 15 m hoch.

Vereinzelt findet man im Libanon noch Zedern-Bäume, die einen Umfang von 12 m haben und somit etwa 1.000  Jahre alt sind. © Foto: Matthias Koranzki / pixelio.de

Die Zeichnung zeigt die berühmten Zedernwälder im Libanon, die heute kaum noch vorhanden sind. Von diesem Holz wurden nicht nur die ägyptischen Schiffe gebaut, sondern auch die größte Schiffsflotte im Mittelmeer in der Antike, die Flotte der Perser mit etwa 1000 Schiffen.

Nordafrika, Tal im Atlasgebirge: Heute sind nur noch spärliche Grasreste zu sehen. Bevor die Römer kamen, waren die Täler im Atlasgebirge und Nordafrika mit Urwald bedeckt.

1.3 – Die Situation des Waldes in Europa

In diesem Buch wird nicht über die notwendigen Abholzungen für die Errichtung von Feldern und Plantagen, die zum Überleben notwendig sind, berichtet. Hier soll nur aufgezeigt werden, wie der Mensch mit einer selbstzerstörenden Kraft und einem falschen egoistisch verstandenen Naturschutz handelt und nicht an seine Nachkommen denkt.

England

Wie alle Länder Großbritanniens war auch England komplett mit Wald bedeckt. Als das Land zu einer Seemacht wurde, sind die Waldflächen dementsprechend geschrumpft. Heute bedecken die ursprünglichen Wälder nur noch 7 % des Landes.

Wales

Im Verhältnis zu den anderen Ländern von Großbritannien hat Wales mit 12 % eine große noch vorhandene Waldfläche. Das liegt an den schwer zugänglichen Geländeformen. Man nennt Wales auch die kleine Schweiz.

Irland

Wie Schottland war Irland ein Land, mit Wäldern bedeckt. In keinem anderen Land Europas wurde der Wald so gnadenlos abgeholzt, dass Anfang des 20. Jahrhunderts nur noch 1 % des Landes mit Wald bedeckt war. Ende des 20. Jahrhunderts ließ der irische Staat in großem Stil Bäume pflanzen. Sie erreichen heute eine Waldfläche von 11 %. Ziel der Regierung ist, dass bis zum Jahr 2046 Irland mit 18 % der Landesfläche bewaldet ist.

Nordirland

Die größte Abholzung in den Ländern von Großbritannien fand in Nordirland statt. Hier ist heute nur noch eine Landfläche von 5 % mit Wald bedeckt.

Irland, Ring of Kerry: Jeder Wanderer sagt: „Herrlich, diese Aussicht, diese Weite, traumhafte Landschaft“. Kein Wanderer bemerkt, dass diese Weite und Aussicht das große Problem der Menschheit ist, kein Wald zur Umwandlung von CO2 in Sauerstoff. Das betrifft insbesondere die Länder von Großbritannien (Nordirland, Schottland, Wales, England). Die herrliche Aussicht müsste mit Wäldern eliminiert werden.© Foto: Peter Heinrich / pixelio.de

Schottland

Vor 10.000 Jahren, nach Ende der letzten Eiszeit, war Schottland zu 100 % von einem unwegsamen Regenwald bedeckt, dem Caledonian Forest. Heute wird Schottland nur noch mit einer Waldfläche von 15 % bedeckt. Jeder kennt das baumlose Hochland (Highlands) von Schottland. Nach 10.000 Jahren wird der Mensch, mit dem Hintergrund der Klimazerstörung, nachdenklich und reagiert. Engagierte Bürger und die schottische Regierung starteten für Europa eine beispiellose Wiederaufforstungs-Kampagne. Bis 2050 sollen 30 % der Fläche von Schottland mit Wald bedeckt sein.

Schottland: So weit das Auge reicht, kein einziger Baum. Nur im Vordergrund ein einziger Baum.  © Foto: Rosel Eckstein / pixelino.de

Spanien

Für jeden Spanienurlauber scheint es heute unvorstellbar, dass bis ins Mittelalter das ganze Land zu 95 % mit Wald bedeckt war, nur die Römer hatten am Rand des Mittelmeeres einen kleinen Teil des Waldes abgeholzt. Der griechische Geograf Strabon (etwa 60 v. Chr.) schrieb: „Von den Pyrenäen bis Gibraltar kann ein Eichhörnchen von Baum zu Baum springen, ohne den Boden zu berühren“. Die von Menschenhand gemachte Umweltkatastrophe ist gut zu sehen, wenn man mit dem Schnellzug von Barcelona nach Madrid fährt. Soweit das Auge reicht, sieht man rechts und links des Zuges keine Bäume stehen. Das Gleiche ist zu sehen, wenn man diese Strecke auf der Autobahn fährt. Im 15. / 16. Jahrhundert, als König Ferdinand II. und Königin Isabella I. von Kastilien, Christoph Kolumbus auf vier Entdeckungsreisen schickten, fing das Abholzen der Iberischen Halbinsel an. 100 Jahre später wurde von Philipp II. für seine Armada zum ersten mal in großem Stil gerodet. Über 2000 dicke Stämme brauchte er für eine Galeone. 1588 ging die Armada vor Irland und Schottland unter. Im 19. Jahrhundert, während der Säkularisation des Kirchengutes, wurden die Klosterwälder für die Landwirtschaft gerodet. Heute ist die Iberische Halbinsel noch mit 24 % Wald bedeckt und trotz der Aufforstung geht der Waldbestand in Südspanien zurück. Am schwersten leiden die Regionen Murcia, Andalusien und Madrid. Statt einheimischer Bäume wie Eichen und Buchen wurden nur fremde und schnell wachsende Hölzer wie Kiefern und Eukalyptus angepflanzt. Die Öle und Harze dieser Baumarten bewirken, dass sie leicht Feuer fangen. Um die Waldbrände einzudämmen, hat man breite Gräben durch die Wälder gezogen. Aber gerade hier können Wind und Regen die Erdkrume einfach wegschwemmen. Die Aufforstung bringt das Gegenteil, und zwar eine fortschreitende Versteppung und Reduzierung der Waldfläche. Der spanische Umweltschützer Francisco Llavero klärt die Spanier auf: „Die fortschreitende Versteppung ist eines unserer ältesten Probleme. Wir ignorieren es seit Jahrhunderten, dass ein Hektar Wald pro Jahr 10 bis 20 Tonnen Sauerstoff liefert, vier Millionen Liter Wasser speichert und 30 bis 35 Tonnen Staub bindet“. Die Antwort der Patrone ist das Plastikmeer von Almeria (350 km²) über das ein Flugzeug 1 Stunde zum Überfliegen braucht. Für einen Hungerlohn von EUR 30,00 am Tag arbeiten dort Tagelöhner in den Treibhäusern, aber nur wenn Erntezeit ist und ohne Sozialabsicherung und Überstundenbezahlung. Dazu leben sie in Elendsbehausungen, die sie selbst gebaut haben. Die Krönung dieser menschenverachtenden Aktion ist, die Behausungen haben noch nicht einmal Wasser oder Strom. Beschweren können sich diese armen Menschen nicht, weil sie illegal im Land sind und Angst vor der Abschiebung haben. Täglich werden ähnliche Verhältnisse von Ländern berichtet, die außerhalb Europas liegen. Hier sollte umgekehrt auch über die Missstände in Europa berichtet werden.

Olivenplantage in Spanien: Es gibt kein Land auf dieser Erde, das in so einer kurzen Zeitspanne seinen kompletten Urwald abgeholzt hat. Die „Aufforstung“ sind Monokulturen mit sehr gut brennenden Eukalyptuswäldern und das Plastikmeer von Almeria. © Foto: Dioni / pixelino.de

Portugal

Portugal ist in Europa mit 35 % einer der dicht bewaldeten Länder Europas. Die Fläche hat sich jedoch in den letzten 30 Jahren um 3 % vermindert. Mit der Aufforstung hat Portugal den gleichen Fehler wie Spanien gemacht, indem es ebenfalls die schnell wachsenden Pinien und Eukalyptusbäume anpflanzte. Diese Bäume sind reich an Harz und leicht brennbar. Ferner stehen die Bäume weit auseinander, sodass der Boden schneller austrocknet. Das ist idealer  Nährboden für Waldbrände. Vor allem gehört der Eukalyptusbaum nicht nach Europa, er kommt aus Australien. Eine Mitschuld trägt die Europäische Union. Als die Bauern aus wirtschaftlichen Gründen ihre Felder nicht mehr bewirtschafteten, förderte die EU die Anpflanzung von Pinien und Eukalyptusbäumen auf ihren Ländereien.

Frankreich

Mit 30 % Waldfläche hat Frankreich unter den großen Nationen eine der größten Waldflächen in Europa. Wenn die Waldflächen der französischen Überseegebiete hinzugerechnet werden, kommt man auf 37 %. Der große Waldanteil wurde durch ein intensives Aufforstungsprogramm im 19. Jahrhundert ermöglicht.

Italien

Die lange Besiedlungszeit durch die Etrusker und Römer ergab, dass die Wälder der italienischen Halbinsel schon sehr früh zerstört wurden. Die vorhandenen Wälder Italiens werden heute noch durch Stechpalmen, Korkeichen und Kiefern geprägt. Die Römer zerstörten die Wälder nicht nur um Bauholz zu erhalten, sondern legten Weinberge und Weideflächen an sowie Felder für Nutzpflanzen. Nach dem 2. Weltkrieg startete die italienische Regierung für Europa eine beispiellose Wiederaufforstungs-Kampagne und bepflanzte auf 11 % der Fläche Italiens Wald an, sodass 32 % der Landesfläche heute wieder bewaldet ist.

Griechenland

Trotzdem große Teile Griechenlands verkarstete und erodierte Landschaften haben und ägäische Inseln baumlos sind, wobei um die Zeitenwende alles mit Urwald bedeckt war, hat Griechenland noch einen Baumbestand von 31 % (mit Kreta). Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. beklagte sich Platon über die ökologischen Sünden seiner Zeitgenossen. Nicht nur der gewaltige Flottenbau der Griechen, sondern auch die Römer plünderten die küstennahen Wälder ihres ständig wachsenden Einflussbereiches. Ferner wurden durch die Römer für die Beheizung der römischen Bäder große griechische Wälder abgeholzt.

Griechenland: Wie hier auf der Insel Nisyros, sieht es in Griechenland auf allen Inseln aus, einige wenige Bäume und keine Aufforstung © Foto: Andreas Brüderlin / pixelino.de

Niederlande

Wie viele europäische Staaten, haben die Niederländer ebenfalls ihre riesigen Wälder abgeholzt, als sie zu einer Seemacht aufstiegen. Eine Landfläche von 3.500 km², das sind 11 % des Landes, ist noch mit Wald bedeckt. Einen Umstand muss man aber berücksichtigen, die Niederlande ist das dicht besiedeldste Land Europas. Zurzeit importieren die Niederländer noch 90 % ihres Holzes aus dem europäischen Ausland. Ein ehrgeiziger Plan besteht, man will bis 2050 auf 500 km² Wälder anpflanzen.

Belgien

Die Baumvegetation in Belgien erstreckt sich von den Heidelandschaften am Meer, über die wieder aufgeforsteten Kiefernwälder in Mittelbelgien bis zu den ursprünglichen, dichten Laub- und Mischwäldern in den Ardennen. Eine bemerkenswerte Fläche Belgiens von 23 % ist mit Wald bedeckt. Durch das festgelegte große Aufforstungsprogramm aus dem Jahr 2000, hat Belgien bis heute wieder 70 Mill. Bäume angepflanzt.

Luxemburg

Etwa 35 % des Staatsgebietes ist mit Wäldern bedeckt. Wie in allen Ländern haben die Nadelwälder abgenommen und die Laubwälder nehmen zu, insbesondere die Anpflanzung von Buche und Eiche. Die Wälder in Luxemburg waren bereits in der 50er Jahren vorhanden, ein Baumzuwachs hat danach kaum stattgefunden.

Deutschland

Seit der Römerzeit ist in Deutschland die Bewaldung von 90 % auf etwa 32 %  der Landesfläche geschrumpft, d.h. von 357.386 km² auf 114363 km². Auf dieser Fläche wachsen etwa 90 Milliarden Bäume und produzieren 360 Milliarden Tonnen Sauerstoff im Jahr. Das reicht für die Atemluft von ca. 1 Billion Menschen. Nach der Landwirtschaft ist die Forstwirtschaft die flächenmäßig bedeutendste Landnutzungsform. Fast die Hälfte ist in Privatbesitz und somit den wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt. Der letzte Urwald ist ein kleiner Teil des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Nordhessen, wobei der Bayrische Wald zum Teil ebenfalls noch Urwald ist. Urwald bedeutet, ein noch nicht durch den Menschen beeinflusster Wald. Die häufigsten Baumarten sind unter den Nadelbäumen die Fichte mit 28 % und die Kiefer mit 24 %, gefolgt von den Laubbäumen, Buchen mit 15 % und Eichen mit 10 %. Vor 200 Jahren war das Verhältnis umgekehrt, der Großteil Wald bestand aus Mischwald mit Laubbäumen. Aus wirtschaftlichen Gründen ließen die Preußen vor 200 Jahren, die schnell wachsenden Fichten in ihrem Machtbereich, der bis zur Eifel reichte, anpflanzen (Provinz Rheinland) und schafften somit die erste Monokultur in Sachen Wald in Deutschland. Wie verhängnisvoll dies war, ist unten zu lesen.

1.4 – Die verhängnisvollen Fehler und Irritationen in Deutschland


Nationalpark Eifel bei Roetgen/ belgische Ardennen: Wie bereits erwähnt, wurden von den Preußen vor 200 Jahren riesige Monokulturen von Fichten angepflanzt. Die immer gleiche Aufforstung entzieht dem Boden jegliche Nährstoffe. Der Wald verhungert. Unser Uropa erzählte, dass er als Kind mitgeholfen hat, die Fichten auf dem Struffelt (Bergkuppe bei der Gemeinde Roetgen in der Nordeifel) zu pflanzen. Nach 60 Jahren wurden zwei Kinder benötigt, um den Baumstamm zu umfassen. Heute haben die Durchmesser der Stämme nach 60 Jahren nur noch 15 bis 25 cm. Darüber hinaus hat die Fichtennadel eine zerstörerische Eigenschaft für die Fichte. Sie macht den Boden sauer, was einige Pflanzen mögen, aber nicht die Fichte. In jedem Gartenbuch steht: Man sollte den „pH-Wert“ im Boden unter einer Fichte überprüfen und die abgefallenen Nadeln entfernen oder sie unter die Rhododendren werfen, die sauren Boden mögen. In einigen Tannenwäldern liegen die Nadeln 10 bis 15 cm hoch und man sieht kein Unterholz. Einen weiteren großen Nachteil hat die Fichte, sie hat Flachwurzelwerk; bei einem starken Sturm wird sie einfach umgedrückt, nicht nur bei einem Orkan. Im Jahre 2004 errichtete die NRW-Regierung den Nationalpark „Eifel“. Es soll wieder ein Urwald (Menschen greifen nicht ein) in der Eifel entstehen. Der Förster und somit die Holzwirtschaft wurden abgeschafft und ebenso die Jagd. Zwar ist der Nationalpark noch zu 50 % mit kranken Fichten bestückt; das ist aber eine Frage der Zeit, bis der Borkenkäfer sie entsorgt hat. Dann kann wieder Kiefern- und Buchenwald entstehen, wie er vor 200 Jahren in der gesamten Eifel gestanden hat.

Narzissen: Ein Teil des Nationalparks ist mit Wiesen bedeckt, auf denen die wilden Narzissen jedes Jahr zu bestaunen sind. Sie blühen von Monschau bis in die belgischen Ardennen auf vielen Waldwiesen mit einer Gesamtfläche von 1 km². Für den Erhalt dieser Flora wird die Evolution ausgeschaltet und das Wachstum von Bäumen oder anderen Floraarten unterbunden.

Hohes Venn: Ein weiterer Teil des Nationalparks ist ein einzigartiges Hochmoor, dass Hohe Venn. Es ist ein grenzübergreifendes Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien mit einer Fläche von 100 km². Pro Jahr wachsen Moore um etwa 1 mm. Um 1 m zu erreichen, braucht es 1000 Jahre. So ist es eine Frage der Zeit bis ein Moor trocken wird und ein Waldbewuchs entstehen kann, so wie es zurzeit im „Hohen Venn“ geschieht. Auf dem Moorboden im „Hohen Venn“ wachsen im Moor zuerst Weiden und Birken. Hier greift der Mensch ein und entfernt jegliches Buschwerk und Bäume, um das herrliche Naturschutzgebiet zu erhalten. Resümee: Es stellt sich die Frage, können wir es uns leisten, den Wald zu unterbinden, um seltene Blumen und einmalige Moore zu bestaunen? Man könnte jetzt argumentieren, „unser kleines Moor“ hat doch nur einige Quadratmeter. Wenn man dann aber die baumlose Heide, Moore, Biotope, und sonstige Naturschutzgebiete in Europa hinzu rechnet stellt man fest, dass sich eine baumlose Fläche in der Größe von Niedersachen ergibt. Laut Greenpeace, hat die Menschheit 80 % des Waldes auf dem Globus vernichtet die baumlose Fläche wird immer größer. Jedes Jahr kommen 70.000 km² Wüsten dazu.

Das Hohe Venn bei Aachen / Belgien: In Moorlandschaften wachsen zuerst Weiden und Birken. Hier greift der Mensch in die Evolution ein, indem er jedes Jahr die aufkommenden Bäume entfernt. © Foto: Axel Heuting / Pixelio.de 
Wald in der Eifel: Gut zu sehen, die dünnen und hohen Stämme der Bäume. Im Vordergrund Baumstümpfe der Baumgeneration davor, die noch doppelt so dick waren. Der Uropa erzählte, dass er im Jahr 1900 Fichten anpflanzte, die 60 Jahre später zwei Kinder mit ihren Armen umfassen konnten. Unsere Wälder sind am Verhungern. Das Gleiche geschieht bei den riesigen Kornfeldern in den USA und Kanada, die Böden sind tot. Wenn man nicht den nötigen Dünger aufbringen würde, den eine Pflanze benötigt, wächst das Korn keinen cm. © Foto: Rike / pixelio.de

Naturschutzgebiet Lüneburger Heide:

Der überwiegende Teil, und zwar 58 % des Schutzgebietes, besteht aus Wald. Bei der restlichen Fläche von 42 % wird wie im „Hohen Venn“ verfahren, nicht die Evolution bestimmt die Flora, sondern der Mensch mit immer dem gleichen Argument, dass man solch eine wunderschöne Landschaft doch nicht sterben lassen kann. Somit wird alles entfernt, was höher als Heidekraut wächst. Das erfordert enorme Kosten und Arbeit. Die Beweidung mit Heidschnucken ist die bekannteste Art, die jungen Bäume zu verhindern. So werden Birken- und Kiefernwälder in der Heide verhindert. Eine weitere gewaltsame Entwaldung ist das Entkusseln. Es werden mit Sägen, Astscheren und Spaten die aufkommenden Pionierbaumarten total entfernt. Eine weitere Bearbeitung der Heide durch den Menschen ist das kontrollierte Abbrennen, damit die Natur so aussieht, wie der Mensch sie sich wünscht. Der Heideanteil beträgt 452 km². Wenn auf dieser Fläche Bäume wachsen würden, erzeugte man 1.446 Mill. Tonnen Sauerstoff pro Jahr für die Atemluft von etwa 4 Millionen Menschen und das Jahr für Jahr und die entsprechende Vernichtung von CO2.

Naturschutzgebiet Schlangenberg, Stolberg/Aachen: Um den Schlangenberg sieht man heute noch die Vertiefungen vom Abbau des Erzgesteins. Bereits die Römer haben hier Zink, Blei und Cadmium abgebaut, das sich in den obersten Erdschichten abgelagert hatte. Bis 1883 wurde vor allem Galmei (schwefelfreies Zink-Erz) abgebaut, das für die Messingproduktion verwendet wurde. Messing ist ein goldgelbes Metall und besteht aus einer Kupfer-Zink Legierung (Kupfer-Galmei Legierung), wobei Bronze eine Kupfer-Zinn Legierung ist. Auf diesem, für die meisten Pflanzen tödlichen Boden, ist eine Pflanzenwelt entstanden, die weltweit einzigartig ist. Die meisten Pflanzen haben auf dem giftigen Boden keine Überlebenschance, nur die weiß blühende Galmei-Miere und das weltweit nur an dieser Stelle vorkommende, gelb blühende Galmei-Veilchen, haben sich diesem giftigen Boden anpassen können. Auf diesem zink- und bleihaltigen Boden entstand eine Wiesenlandschaft, die von der Evolution her kaum Baumbewuchs zulässt. Nach sehr langer Zeit haben es einige wenige Krüppelbäume geschafft, sich anzusiedeln. Wie es auch bei Moorböden geschieht ist es die Birke, die sich mit den Bodenverhältnissen am besten zurechtfindet.

Naturschutzgebiet Stolberg / Aachen: Die Abbaugruben sind heute noch sichtbar. Fotografiert wurde vom Plateau des Schlangenberges aus.

Mit Stolz sehen die Stolberger zurück, als im 19. Jahrhundert eine der ersten Industrieregionen in Deutschland entstand. Grund für die Industrialisierung waren die Lagerstätten von Zink- (Galmei), Blei- und Eisenerzen sowie die Flöße der Steinkohle, die an der Erdoberfläche sichtbar waren. Die zur gleichen Zeit erfundene Dampfmaschine ließ diese erste Metallhüttenindustrie (Messing) entstehen. Ferner fand man in Stollberg große Quarz-Vorkommen. In Verbindung mit der Kohle entstand eine Glas-Industrie. Das Abfallprodukt, das beim Rösten von Erzen entsteht, ist die Schwefelsäure. Mit dem in der Nähe gefundenen Kalkstein wurde Soda hergestellt. Soda war eine wichtige Beigabe bei der Herstellung von Glas, Seifen, Waschmitteln. Ebenfalls wird Soda für das Bleichen von Stoffen benötigt. So entstand in Stollberg eine vielseitige und verschiedenartige Industrie, die weltweit zu dieser Zeit einzigartig war. Einzigartig war auch die erste landschaftliche Verseuchung einer Landoberfläche in Deutschland. Zu der damaligen Zeit war nicht bekannt, wie giftig die Metalle Zink, Blei und Cadmium sind. Durch die Verarbeitung der Erze legte sich ein giftiger Staubschleier über die angrenzenden Wiesen. Im Jahr 1965 wurde die Umweltkatastrophe bekannt, als auf den Wiesen ein Kuhsterben einsetzte. Seitdem heißt diese Krankheit „Gressenicher Krankheit“, nach einem Ort, der in der Nähe liegt. Dadurch aufgeschreckt, wurde eine Reihenuntersuchung an der Bevölkerung vorgenommen und man bemerkte, dass Erwachsene weniger belastet waren als die Kinder. Die Untersuchung an den „Stolberger Bleikindern“ führte dazu, dass ein Umweltschutzprogramm verabschiedet wurde.

Stadt Stolberg: Der Galmei-Brunnen ist ein Denkmal, das zeigen und dokumentieren soll wem die Stadt Stolberg ihren Reichtum verdankt. Das verwendete Metall des Brunnens ist Bronze (Kupfer-Zinn Legierung) und kein Messing (Kupfer-Zink Legierung), weil Messing im Freien stark oxidiert. Sichtbar ist es durch Grünspan (Achtung sehr giftig), der bei Messing nicht entsteht.

1.5 – Die verhängnisvollen Fehler und Irritationen in Europa

Alpen: Die Waldrodungen auf den Almen (Wiesen), auf den Skigebieten und an den unteren Hangflächen der Berge dehnen sich über 30.000 Km² mit waldfreien Zonen aus. An diesen enormen Rodungen haben die antiken Völker keine Schuld, sondern sie liegt in neuerer Geschichte. Früher erstreckten sich auf diesen Flächen dichte Wälder bis zur Baumgrenze (1.600 m) aus Tannen, Fichten, Buchen und Ahornen und höher dem Krüppelholz. Die Milchwirtschaft spielt auf den heutigen Almen keine große Rolle mehr und zahlreiche historische Almgebäude verfallen. So werden nur noch die Jungtiere auf die Alm getrieben, um den Wuchs der jungen Pionierbaumarten zu verhindern, so wie es in der Lüneburger Heide geschieht. Seit längerem fordern Naturschützer und Förster die Wiederaufforstung dieser Flächen, doch das steht den Interessen der Almwirte entgegen. Diese können von einer Novelle des Bundeswaldgesetzes im Jahr 2010 profitieren. Die Lösung wäre einfach und kostengünstig: Man lässt die Jungtiere nicht mehr auf die Wiesen und in einiger Zeit steht auf dieser Fläche wieder Wald. Die Klimaveränderung würde in den Alpen eine der wenigen positiven Aspekte erfahren. Die Baumgrenze würde sich nach oben verschieben und es würden etliche km² Waldfläche hinzukämen.

Am Safierberg-Pass, Österreich: An den Bergpässen ist gut die Waldvernichtung zu erkennen. Die Straßen ermöglichen den einfachen Abtransport der Bäume, so wie es auch im Urwald geschieht. © Foto: berggeist007 / pixelio.de

Palmöl: Im Jahr 2018 kauften die Europäer 7,6 Millionen Tonnen Palmöl ein. Davon gehen 53 % in die Herstellung von Biodiesel, 35 % wurden für Lebensmittel gebraucht und 12 % für die Strom- und Wärmeerzeugung.

Soja: Die Europäer kauften 2018 etwa 40 Millionen Tonnen (98 %) des Sojaschrots auf und verbrauchten sie für die Tiermast. Der Großteil wird aus den Ländern Südamerikas importiert.

Kokosöl /Kokosfett: Es wird als gesunde Alternative zu Palmöl gepriesen. Wenn Firmen von Palmöl auf Kokosöl umstellen, entstehen die gleichen Probleme: Landraub, Rodungen und tausende Kilometer Transportwege. In Europa wachsen genug heimische Ölpflanzen wie Olive, Raps und Sonnenblumen, die Kokosöl ersetzen könnten.

Die Palmöl-Verwendung in Lebensmitteln, insbesondere in Deutschland, fördert die Rodungen der Urwälder, um sie in Monokulturen zu verwandeln. Darunter leiden insbesondere die Orang-Utans, der Borneo-Zwergelefant und der Sumatra Tiger. Es finden sich immer wieder Menschen, die diese Tiere schützen. Dr. Willie Smits wurde bei der Bambi-Verleihung 2019 geehrt, der sich seit Jahrzehnten für die Orang-Utans in den Urwäldern von Borneo einsetzt © Foto: Brigitte Jerger / pixelino.de

1.6 – Die verhängnisvollen Fehler und Irritationen weltweit

Wein: Als die Römer in der Antike „Brot und Spiele“ erfanden, wurde der Wein ein wichtiges Produkt. Für das Überleben der Menschen zwar unwichtig, aber für die Spiele eine Bereicherung. Im Internet wird von der Weinwirtschaft stolz berichtet, dass weltweit auf einer Fläche von 75.000 km² Wein angebaut wird. Wenn Bäume auf dieser Fläche stehen würden, erzeugten sie Jahr für Jahr 240.000 Millionen Tonnen Sauerstoff. Als Fläche für die Landwirtschaft genutzt, könnten diese Flächen 30 Millionen Menschen ernähren.

Reben am Rhein: Als die Römer vor 2.000 Jahren eintrafen, war die Landschaft nur mit Buchen- und Eichenwäldern bedeckt. Diese Wälder entzogen der Umgebungsluft 99 % mehr CO2 als die Weinberge und produzierten dementsprechend auch mehr Sauerstoff. © Foto: SarahC. / pixelio.de

Bier: Dass Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden soll, wurde erstmals 1918 in Bayern erwähnt und als Reinheitsgebot deklariert. Um diese Zutaten herzustellen, braucht man weltweit 800 km² Landfläche. Wenn Bäume auf dieser Fläche stehen würden, könnten Jahr für Jahr 2560 Millionen Tonnen Sauerstoff erzeugt werden. Als Fläche für die Landwirtschaft genutzt, würde diese Flächen 320.000 Menschen ernähren.

Weizenfeld im niederösterreichischen Voralpenland: Korn, seit 10.000 Jahren zum Überleben Lebens wichtig, jedoch als Alkohol ein „Gift“. Wie beim Wein, könnten die für den Alkohol angelegten Kornfelder bei Waldbewuchs 100 % mehr Sauerstoff erzeugen. © Foto: Jakob Ehrhardt / pixelio.de

Spirituose (Branntwein): Früher auch Branntwein genannt, muss nach EU-Recht einen Mindestalkoholgehalt von 15 % Vol. haben. Die Flächenberechnung der Anbaufläche für Getreide, Obst usw., die für die Herstellung von Spirituosen erforderlich ist, ist nicht möglich. Man kann aber die enorme Fläche erahnen, wenn man die weltweiten Einnahmen des Verkaufs von Spirituosen erfährt, sie betragen etwa 400 Milliarden Euro im Jahr.

Resümee: Die Steuer auf Branntwein (Alkohol) ist eine Verbrauchssteuer, die dem Bund zufließt. Der Bund nimmt über 2 Milliarden EUR im Jahr ein. Diese Summe zeigt auf, welche gesundheitlichen Folgen auf den Großteil der Bevölkerung zukommen. Verbot von Alkohol ist nicht so einfach, wie uns die Geschichte in den USA der 20er Jahre zeigt. Die Abstinenzbewegung der anglikanischen Oberschicht setzte sich im Kongress durch und Alkohol wurde 1920 verboten. Die Inflation, Kriegsfolgen und die Mafia unterliefen das Gesetz in allen Städten. Man erkannte schnell, dass man soziale Probleme durch Verbote nicht lösen konnte und hob 1933 das Alkoholverbot auf.

1.7 – Darstellung: Menschliche Unzulänglichkeiten mit der Kunst

In jahrzehnte langer Arbeit wurde eine große Sammlung von Kunstwerken von Künstlern aus dem Verein geschaffen, die in ihrer Art einen besonderen und einmaligen Ausdruck aufweisen. Ein großer Teil ist Gegenwartskunst, thematisiert mit altägyptischen Symbolen. So wird u. a. die sorglose egoistische Behandlung der Natur durch den Menschen dargestellt, wie sie vorweg beschrieben wurde. Die Großobjekte veranschaulichen Geschichten und Erzählungen menschlicher Unzulänglichkeiten oder deren Lebenssituationen. Einige Objekte sind 100 % ige Repliken. Einige moderne Kunstwerke sind mit alt-ägyptischen Symbolen dargestellt. Die Hauptarbeiten sind in Vollholz geschnitzt, in Stein gemeißelt und wurden in der eigenen Werkstatt hergestellt.

a) Der Kosmos oder die Vertreibung aus dem Paradies: Maße: Höhe 2,8 m, Breite 2,1 m, Tiefe 0,7 m, Gewicht 200 kg. Die göttliche Macht (Höhe 1,1 m). Die Menschheit (Höhe 1,4 m). Material: Die göttliche Macht ist aus Holz geschnitzt und mit Blattgold überzogen. Die Gefäße sind aus Ton und Alabaster. Die Menschheit ist aus Holz geschnitzt und bemalt, Erde aus Holz mit Beton überzogen.

Die göttliche Macht schaut dem regen Treiben der Menschen aus dem Nichts zu, und die Menschheit wird durch Erze, Erdöl, Gas, Automobile, Elektrizität in den Abgrund gezogen. Mit diesen Produkten beladene Transportkarren stehen mit einem Rad über dem Abgrund. Ferner ziehen Nahrung, Geburtenexplosion und Mohnblume die Karren in den Abgrund. Eine natürliche (Vulkane) oder durch Menschenhand entstandene Zerstörung (Bauten) greift nicht ins Geschehen ein. Der Natur kümmert der Todeskampf der Menschheit nicht; beim Absturz fliegen der Blumensamen und die Vogelwelt (infiziert mit dem Vogelgrippevirus) davon, wobei der Affe (infiziert mit dem Aidsvirus) ebenfalls abspringt. Die Menschheit schaut nur hilflos zu. Sie weint und hängt sich als letzte Möglichkeit der Rettung ein Schutzsymbol um. Die herrschende Macht (goldener Thron) schaut weg und visiert die Sterne an (Space Shuttle). Im Mittelpunkt steht die diesseitige Gesetzmäßigkeit, wobei die ewige Frage der Menschheit ist: Welche Gesetzmäßigkeit findet man im Nichts?

b) Die fünf Weltmusikanten: Maße: H 1.2 m, B 1,65 m, T 0,3 m Gewicht: 60 kg Material: Holz – geschnitzt und bemalt.

Die Farben der fünf Kontinente symbolisieren die existenziellen Sorgen und Nöte der gegenwärtigen Welt. Es schultern sich Krieg, Hai, Heuschrecke, Wasser und Erdöl. Ohne viel Mühe, hart gegen den Wind, führt das Flaggschiff (Kriegsgöttin), die Gruppe an.

c) Brot und Spiele: Höhe 1 m, Breite 0,6 m, Tiefe 0,2 m, Gewicht 20 kg

Seit Ur-Zeiten besteht zum Überleben der Menschheit nur ein Gedanke – Nahrung. Vor 2000 Jahren erfand eine kleine Gruppe zusätzlich zum Brot die Spiele. Von diesem Zeitpunkt an, zerren an der Menschheit zahlreiche Faktoren in Richtung Abfalleimer der Evolution. Verstärkt wird diese Komponente durch die Abholzung des ganzen Mittelmeerraumes zum Erhalt der Spiele. Auf diesen frei werdenden Flächen wird der für das Überleben der Menschen unwichtige Wein angebaut, der jedoch für die Spiele eine Bereicherung ist.

d) Die Schutzmächte des blauen Planeten: Maße: Höhe 0,85 m, Breite 0,65 m; Material: Sandstein – behauen, Holz – geschnitzt und bemalt.

Die Menschheit ist gestrauchelt. Sämtliche Schutzmächte versuchen vergeblich zu helfen. Nur die Tierwelt turtelt vergnügt und unbekümmert weiter.

e) Die vier Weisheiten: Maße: Höhe 1,0 m, Breite 1,1 m, Tiefe 0,4 m; Material: Holzmodell – besandet; Ton – modelliert

Eingebettet in einem goldenen gleichschenkligen Dreieck sind die vier Weisheiten angebracht: Nicht Hören, nicht Sehen, nicht Sprechen und „die Blauäugigkeit“. Der blaue Planet diskutiert über die Umwelt und bemerkt nicht, dass er bereits eine Atemmaske zum Überleben trägt. Vor den Augen steht die Uhr unbemerkt auf 5 Minuten vor 12. Die dargestellte Taube ist zwar ein Symbol des Friedens, bekämpft den Gegner jedoch bis zum Tode. Danach hackt sie dem Toten die Augen aus. Diese Grausamkeit ist einzigartig in der Natur.

f) Die Sintflut: Maße: Höhe 1,1 m, Breite 1,2 m; Material: Holz – geschnitzt, Holzmodell – besandet und bemalt.

Die Sintflut (Ägyptische Welle) und die Feuerwalze zerstören eine Erdhälfte. Deren Bewohner setzen auf die Energie Arche und haben aus der Geschichte nichts gelernt. Einige haben ihren Fehler bemerkt und flüchten ins Gebirge, versuchen sich abzuseilen oder mit dem Gleitschirm zu entkommen. Das hochschauende Höllentier wartet bereits auf sie. Auf der anderen Erdhälfte überlebt die Tier- und Pflanzenwelt durch ihre Anpassungsfähigkeit mit der Evolutions-Arche.

g) Die fünf Weltmusikanten: Maße: H 1.2 m, B 1,65 m, T 0,3 m Gewicht: 60 kg Material: Holz – geschnitzt und bemalt.

Die Farben der fünf Kontinente symbolisieren die existenziellen Sorgen und Nöte der gegenwärtigen Welt. Es schultert sich Krieg, Hai, Heuschrecke, Wasser und Erdöl. Ohne viel Mühe, hart gegen den Wind, führt das Flaggschiff (Kriegsgöttin) die Flotte an.

1.8 – Resümee Wald

(… Eine 100-jährige Eiche mit 130.000 Blättern, ihren biologischen Solarzellen, bindet jährlich rund 5.000 Kilogramm Kohlendioxid (CO²) zu organischen Substanzen wie Holz, Blätter und Rinde und gibt dabei bis zu 4.500 Kilogramm Sauerstoff ab, das ist der Jahresbedarf von elf Menschen. Gleichzeitig arbeitet der Baum wie eine Klimaanlage. Die Wurzeln der genannten Eiche saugen jährlich etwa 40.000 Liter Wasser aus dem Boden, das die Blätter wieder »ausschwitzen«. Die dabei erzeugte Verdunstungskälte sorgt dafür, dass es im Wald selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl bleibt. Außerdem filtert sie im Jahr etwa eine Tonne Staub und Schadstoffe aus der Luft, wirkt also wie ein überdimensionaler Staubsauger – Quelle: www.treffpunktwald.de …) Diese Aussage von der „AG TreffpunktWALD, der Öffentlichkeitsarbeitsreferenten der Forstverwaltungen des Bundes und der Länder“, ist wohl die bemerkenswerteste Aussage über die Zukunft der Lebewesen und sollte in jedem Naturschutzgesetz als Präambel stehen.

Es ist zwar z. Zt. sinnvoll, moderne Öl- oder Gasheizungen zu subventionieren, aber man muss immer daran denken, sie sind die Verursacher von Kohlendioxid (CO²), deshalb muss ein Umdenken erfolgen. Ebenso unterstützt werden bzw. größere Unterstützungen erhalten sollten:

a) Subventionieren sollte man Baumpflanzungen oder Gärten für Insekten, die auf Privatgrundstücken und gewerblichen Betrieben angelegt werden. Die Aktion sollte auch den immer mehr aufkommenden Steingärten, die keinerlei Bewuchs zulassen, entgegenwirken.

b) Eine Subventionierung sollten Häuser, Betriebe oder Treibhäuser erhalten, die sich durch Fotovoltaik und Windkraft autark mit ihrer eigenen elektrischen Energie versorgen.

c) Eine stärkere Subventionierung sollten die Forschung für alternative Energie und die Hausbesitzer erhalten, die Energie von Fotovoltaik und Windkraft einsetzen, um Hausinnenwände als Wärmespeicher im Winter zu nutzen und somit nicht mehr von Holz-, Öl- und Gasheizung abhängig sein zu müssen.

d) Der Bau von Holzhäusern sollte subventioniert werden, denn sie speichern das Kohlendioxid (CO²).

e) Gefördert werden, durch die Agrar-Reform der EU Bauern, die das Brachland ein paar Jahre unbewirtschaftet lassen, damit sich das zerstörte Ökosystem erholen kann. Vielerorts kann man das schon sehen, wie neu entstehende Wiesen und Ackerstreifen mit Blumen und Kräutern dem Insektensterben entgegenwirken. Leider wird diese Subventionierung von einigen Großbetrieben als „Ruhegeld“ benutzt. Die Prämien werden auch dann gezahlt, wenn die Wiesen und Felder gemulcht werden (Pflanzen gemäht, zerkleinert und liegen gelassen werden). Aus ökologischer Sicht ist das kritisch, weil Insekten, Würmer und Kleintiere regelrecht gehäckselt werden. Dem will man jetzt aber mit einer EU Verordnung entgegenwirken.

f) Im Oktober 2019 hat das Kabinett ein Einbau-Verbot für neue Ölheizungen ab dem Jahr 2026 beschlossen, mit einer Ausnahme: Wenn das Haus nicht an Gas oder Fernwärme angeschlossen werden kann, darf man wieder eine Ölheizung einbauen. Wenn die Ölheizung durch ein klimafreundliches Modell ersetzt wird, sollte eine Prämie gezahlt werden. Gas- oder Ölheizkessel, die vor dem 1. Januar 1991 errichtet wurden, dürfen nicht weiter betrieben werden. Gas- oder Ölheizungen, die 1991 oder später eingebaut wurden, können 30 Jahre betrieben werde. Für die Umrüstung soll eine Prämie von 40 % der Kosten ersetzt werden.

Achtung: Einige Subventionierungen und staatliche Förderungen erfolgen nicht ewig und können reduziert werden. Ein Beispiel sind die Biogasanlagen, die 20 Jahre lang gefördert werden die staatliche Förderung jedoch dann ausläuft. Strom aus Biogas wurde mit bis zu 25 Cent pro Kilowattstunde (kWh) vom Staat vergütet. Die Biogasanlage braucht immer nachwachsende Rohstoffe, wobei die Fotovoltaikanlagen und Windräder das nicht benötigen. So entschied die Bundesregierung im Jahr 2014, den Zuschuss auf weniger als zwölf Cent pro Kilowattstunde zu reduzieren. Jetzt stehen viele Bauern vor der Entscheidung, investieren oder aufhören.

g) Eine größere Unterstützung sollten Bauern erhalten, die Blühstreifen am Rand der Äcker anlegen. Die Blumenpracht macht nicht nur der Bevölkerung Freude, sondern kommt auch den Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten zugute. In Bayern 2019 ist eine Aktion „Bayern blüht auf“ ins Leben gerufen worden, um viele Blühstreifen und blühende Felder anzulegen. Diese Felder werden in eine interaktive Karte eingetragen, die aufzeigt, wo diese Felder liegen. Mit dieser Idee haben die bayrischen Bauern 2014 den ersten European „Bee Award“ gewonnen.

Zwei gleich große Grundstücke, das eine ist eine Wiese, das andere eine Blumenpracht und Insektenweide. Es ist verständlich, wenn eine Familie mit Kindern oder jemand, der keinen grünen Daumen hat, Wiese anlegt. Wenn jedoch Privatpersonen ein Kleinod für die Insektenwelt gestalten, sollten diese Personenunterstützt werden. Das Bild zeigt nur die verblühte Farbenpracht Anfang November. Insekten tummeln sich in diesem Kleinod und sogar die blaue Holzbiene. Sie ist eine blau-schwarze Biene, die größer als eine Hummel ist.
Libanon-Gebirge: Um die Zeitenwende bedeckten Wälder den kompletten Libanon, vom Mittelmeer bis hoch ins Gebirge. Es wuchsen die Libanon-Zeder, Eichen und Pinien. Hier ist ein gutes Beispiel, warum Wald so wichtig ist. Nach dem Kahlschlag haben Wind und Wetter den kompletten Humusboden weggeschwemmt, Bäume können hier nie mehr wachsen.

1.9 – Die 20 umweltfreundlichsten Länder der Welt (aus www.ingenieur.de und von „YCELP“ und „CIESIN“)

Die Rangliste zeigt auf, welches Land am meisten auf die Umwelt Rücksicht nimmt. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen werden jedes Jahr von dem Yale Center for Environmental Law & Policy (YCELP) und dem Center for International Earth Science Information Network (CIESIN) an der Columbia University der Environmental Performance Index (EPI) veröffentlicht.

Vergleichsfaktoren:     

  • Auswirkungen auf die Gesundheit
  • Luftqualität
  • Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
  • Wasserressourcen
  • Landwirtschaft
  • Wälder
  • Fischerei
  • Biodiversität und Lebensraum
  • Klima und Energie.
Rang Liste                Land   EPI-Wert 10-Jahres Trend
      1 Schweiz        87,67      +  0,80 %
      2 Luxemburg        83,29      +  3,02 %
      3 Australien       82,40      +  2,32 %
      4 Singapur         81,78      +  0,94 %
5 Tschechische Rep.         81,47      +  3,47 %
      6   Deutschland         80,47      +  1,89 %
      7 Spanien         79,79      +  1,89 %
      8 Österreich         78,32      +  1,82 %
      9 Schweden         78,09      +  1,30 %
     10 Norwegen        78,04      +  2,79 %
     11 Niederlande         77,75      +  4,62 %
     12 Großbritannien         77,35      +  3,48 %
     13 Dänemark         76,92      +  4,30 %
     14 Island         76,50      +  2,99 %
     15 Slowenien         76,43      + 15,16 %
     16 Neuseeland      76,41      +  2,58 %
     17 Portugal         75,80      +  7,23 %
     18 Finnland         75,72      +  0,45 %
     19 Irland         74,67      +  1,70 %
     20 Estland         74,66      + 15,91 %

2. Kapitel: Die gedankenlose Umweltzerstörung

2.1 – Die Goldgewinnung

Seit der Frühgeschichte der Menschheit fasziniert Gold die Menschen. Der erste Goldschmuck wurde um 4.500 v. Chr. im Gräberfeld von Warna (Bulgarien) gefunden, wobei in Europa die Goldgewinnung bereits in der Kupferzeit, um 5.000 v. Chr., nachgewiesen wurde. Welcher Mensch ist von Gold nicht begeistert? Auch wenn es nur der Ehering ist, er muss aus Gold sein? Die weltweite Goldförderung betrug im Jahr 2018 etwa 3.300 Tonnen. Von dieser Erzeugung fließen nur ca. 10 % in die Medizin, Elektroindustrie und in technische Anlagen, wobei die restlichen 90 % als Schmuck und Wertanlage dienen. Gold findet man heute gebunden im Felsgestein. Um die Goldpartikel zu lösen und zu binden, müssen die Goldgräber zu Quecksilber und Zyanid greifen, wobei beim industriellen Abbau das äußerst umweltschädliche Verfahren mit dem Zyanid-Laugengemisch zur Anwendung kommt. Wenige Tropfen davon sind für den Menschen tödlich. Es werden 150 Tonnen Zyanid benötigt, um eine Tonne Gold zu lösen. Bei den kleinen Minen kommt das kostengünstige Quecksilber-Verfahren zum Einsatz. Der gewaschene Schlamm wird mit Quecksilber gemischt, bis das Gold eine mit dem Quecksilber flüssige Verbindung (Amalgam) eingeht. Durch Erhitzen wird das sehr giftige Schwermetall verdampft, bis Gold übrig bleibt. Diese Dämpfe sind ein Nervengift und sowohl für den Menschen, als auch für die Umwelt sehr gefährlich.

Links – Ägypten, Luxor: Goldmaske von Tutanchamun (1347 v. Chr.), aus dem Grab im Tal der Könige, heute im ägyptischen Museum. Rechts – Ägypten, Tanis: Goldmaske von Psusennes I. (1049 v. Chr.), das einzige Königsgrab in Ägypten, dass nicht von Grabräubern betreten wurde.

Mit Quecksilber lösen geschieht meist im Urwald. Im Umfeld entstehen toxische Böden, die keinerlei Bewuchs mehr zulassen. Ferner wird durch das Quecksilber und Zyanid das Grundwasser für immer verseucht. Auch wenn eine Mine stillgelegt wird, entstehen durch Regen giftige Gemische, die ins Grundwasser gehen, das für immer verseucht wird. Ebenso ist das zum Waschen benötigte Wasser ein Problem, da Unmengen zur Goldgewinnung benötigt werden. Dieses verseuchte Wasser wird in Auffangbecken gesammelt, aber starke Regenfälle erzeugen ein Überlaufen oder Bersten der Dämme und vergiften so den Regenwald. Dammbrüche geschehen nicht nur im Urwald, im Jahr 2000 verseuchte ein Dammbruch in Rumänien die Theiss, den größten Zufluss der Donau. Es wurde bis in die 100 km entfernte Donau alles Leben zerstört. Weitere negativen Aspekte bei der Goldgewinnung sind die Abholzungen. Ferner berichtet die Human Rights Watch, eine Umweltorganisation, dass in den engen Stollen Kinderarbeit sehr verbreitet is

2.2 – Der Plastikmüll

Der Plastikmüll zeigt uns das umfangreichste und größte Umweltproblem der Menschen auf, nach dem Wald- und Ernährungsproblem. Tagtäglich wird in den Medien und im Internet ausführlich darüber berichtet. Aus diesem Grund wird hier dieses Problem nicht mehr ausführlich angesprochen. Nur einige Aussagen sollen erwähnt werden. Im Jahr 2018 belief sich die weltweite Kunststoffproduktion auf etwa 350 Mill. Tonnen. Laut dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig, befördern die afrikanischen und asiatischen Flüsse 45 Mill. Tonnen jährlich ins Meer. Mit 17 Mill. Tonnen Plastik verschmutzt der chinesische Jangtsekiang jährlich das Meer am meisten. In den Meeren treiben mehr als 160 Mill. Tonnen Plastikmüll. Bei deutschen Untersuchungen in der Ost- und Nordsee hatten von 500 Fischen zwei Drittel Plastikkleinteile im Magen. Um 1 kg Kunststoff herzustellen, braucht man 10-mal mehr Energie als zur  Stahlerzeugung.

2.3 – Das Papier / Karton

Laut Greenpeace hat die Welt 80 % der Wälder verloren. Alljährlich werden 0,13 Mill. km² Wald neu vernichtet. Nicht nur die Landwirtschaft ist der Grund, sondern auch die Papierwirtschaft hat einen großen Anteil an der Zerstörung des Waldes. Das Wichtigste am Wald ist nicht nur die Produktion von Sauerstoff für die  Atemluft, sondern auch die Verhinderung von Bodenerosion mit anschließender Bildung einer Wüste (siehe oben Bild aus dem Libanon), wobei die Fauna ebenfalls stirbt. Manche Bäume können sich ohne Tierwelt nicht entfalten bzw. vermehren. Nach Schätzung des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) werden durch die Waldvernichtung etwa 20 % CO2-Emissionen erzeugt. Der Effizienzgewinn durch Einsatz des Altpapiers wird durch die Mengenzunahme zunichte gemacht. Jeder Deutsche verbraucht jährlich ca. 250 kg Papier; das ist ein Gesamtverbrauch von 25 Mill. Tonnen im Jahr und weltweit der größte pro Kopfverbrauch. Der Großteil der Zellstoffe muss importiert werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist stolz, dass in Deutschland mit 32 % Waldbestand der Waldanteil stetig leicht wächst. Es ist unverständlich, wenn man das Doppelte des Zuwachses an Bäumen in Deutschland aus dem Ausland importiert (10 % aus Brasilien). Jeder 5. Baum geht in die Papierherstellung, die zu den fünf energieintensivsten Branchen in Deutschland zählt. Um 1 Tonne Stahl herzustellen, wird genauso viel Energie benötigt, wie für die Herstellung von 1 Tonne Papier. Ein weiteres Kapitel ist das Ökosystem, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Internetseite nicht angesprochen wird. Durch die jahrzehntelange Anpflanzung von Monokulturen, bei der immer die gleiche Art von Bäumen an der gleichen Stelle (insbesondere Fichten) gepflanzt wird, hat man den Boden ausgelaugt. Der Waldboden ist in manchen Teilen von Deutschland ohne Nährstoffe und Leben, angefangen von den Pilzen im Boden über das Unterholz bis zur Ameise. Vermeidung:In Deutschland wird ein hoher Anteil Papier (75 %) aus recyceltem Altpapier hergestellt, jedoch nur 10 % der Schulhefte. Von den Recyclingprodukten werden über 50 % exportiert, dafür wird Papier aus frischen Fasern bzw. Holzstämmen eingeführt. Wenn die Transportenergie hinzugerechnet wird, ist die Energieeinsparung hinfällig. Hier sollte der Gesetzgeber die Ausfuhr von Recyclingpapier untersagen, ebenfalls beim Haus- und Kunststoffmüll. Das effektvollste Einsparen wäre, den Papierverbrauch einzuschränken und Recyclingpapier zu verwenden.

2.4 – Das Wasser

In Deutschland sind die beiden großen Flüsse Rhein und Elbe wieder sauber, und man kann unbedenklich darin schwimmen. Hier hat der Gesetzgeber die Forderungen der Umweltschützer aufgenommen und moderne Kläranlagen gesetzlich verordnet, die jedoch in neuerer Zeit Schwierigkeiten haben (siehe unten Kläranlagen). Die Flüsse werden wieder schmutziger, insbesondere die Elbe und die Saale. In einigen Regionen von Deutschland ist das Grundwasser durch die Landwirtschaft (Gülle, Jauche) mit Nitrit stark belastet. Größtenteils wird in Deutschland das Trinkwasser aus Grundwasser hergestellt. Der maximale Wert darf 50 Milligramm Nitrit pro Liter nicht überschreiten. Für Säuglinge ist Nitrit sehr gefährlich. Sie bilden zu wenige Enzyme, um die Umwandlung des Blutfarbstoffes (Hämoglobin) durch Nitrit rückgängig zu machen. Es verhindert, den Sauerstoff von der Lunge über das Blut zum Gewebe zu transportieren. Deshalb sollten Säuglinge bei einer Darminfektion kein Gemüse, insbesondere Spinat, essen. Das Nitrat im Gemüse kann sich durch Bakterien in Nitrit umwandeln.

Nitrat: Die Salze und Ester der Salpetersäure sind für den Erwachsenen unbedenklich und für die meisten Pflanzen ein lebenswichtiger Nährstoff. Er entsteht durch Blitze in einem Gewitter und wird mit dem Regen den Pflanzen zugeführt. In Verbindung mit organischen Verbindungen (Amine) kann Nitrat zu Nitrit werden. Bei Tierversuchen haben Wissenschaftler festgestellt, dass es krebserregend sind. Es ist aber noch nicht bewiesen, dass das auch bei den Menschen ein Risiko ist. Aufgrund dieser Versuche rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin, große Mengen von Nitrat nur kurzfristig einzunehmen. Normalerweise ist Nitrat unbedenklich für den menschlichen Körper, jedoch kann durch Bakterien im Magen und im Mundraum sowie durch mehrmaliges Aufwärmen das Nitrat zu Nitrit und weiter zu den krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden. Die Gefahr besteht bei Salaten und Gemüse aus dem Treibhaus. Hier wird Nitrat in Nitrit umgewandelt. Die meisten Nitritwerte wurden bei Rucola gefunden. Der Grund ist die Glasscheibe. Sie ist ein amorpher Stoff und absorbiert einige Strahlenarten des Lichts. Diese veränderte Strahlung erzeugt die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit. Vor allem sind folgende Salate und Gemüse betroffen: Blattgemüse: Mangold, Kopfsalat, Endivie, Eissalat, Rucola, Spinat, Feldsalat, Kohlgemüse: Wirsing, Chinakohl, Weißkohl, Grünkohl. Wurzelgemüse: Rote Rüben, Rettich, Radieschen. Nitrit enthalten auch gepökelte Fleischwaren wie Kassler, Salami und roher Schinken.

Wasser, weltweit: Für das Überleben der Natur sind Feuchtgebiete, Seen, Flüsse und das Grundwasser, lebenswichtig. Durch diese Ressourcen ist die Versorgung von Trinkwasser möglich. Die wachsende Versiegelung der Naturfläche und damit das Ableiten des Oberflächenwassers in den Abwasserkanal und weiter in den Fluss, lässt den Grundwasserspiegel sinken. Viele Städte entgegnen diese Umweltzerstörung, indem sie Abgaben für Gebäude erheben, die nicht das Oberflächenwasser auf ihr Grundstück versickern lassen. Das Grundwasser wird ebenso durch Feuchtgebiete gesichert. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es weltweit etwa 12,8 Mill. Km² Feuchtgebiete, diese nehmen kontinuierlich Jahr für Jahr ab. Der Aralsee ist das bekannteste Beispiel, für eine Katastrophe, die durch Menschenhand verursacht wurde. 1960 betrug die Wasserfläche 70.000 km² und heute ist sie 5.000 km², somit ist innerhalb von 60 Jahren, die Wasserfläche um 93 % geschrumpft. Ein weiteres Beispiel ist das Tote Meer. Seit 30 Jahren sinkt der Wasserspiegel pro Jahr um etwa 1 m und die Wasserfläche ist um 30 % geschrumpft. Dies wurde ebenfalls durch Menschenhand erzeugt. Resümee: Das dringendste Problem, für den Großteil der Menschen, ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 60 % der Durchfall-Erkrankung und die hohe Kindersterblichkeit, ist unsauberes Wasser. Es gibt viele Rettungspläne, aber nur eine Lösung, und die heißt, massenhaft Wald anpflanzen. Wald ist ein Magnet für Regen und somit ein Wasserspeicher und durch die Wasserverdunstung der Blätter, wird feuchtes Klima erzeugt. Ferner wird im Jahr Tonnen von Staub gefiltert, mit dem auch enorme Nährstoffe festgehalten werden und somit den Wald düngen und der wichtigste Punkt, er verhindert die Erosion. Am Beispiel Australien, ist sehr gut zu sehen was geschieht, wenn die Börse die Wasserrechte übernehmen. Vor 15 Jahren sind spekulative Großunternehmen in das Geschäft Wasser eingestiegen und Bauern und Rancher haben, wenn eine kurzfristige Dürre eintrat, Wasser dazu gekauft. Im Osten von Australien liegt das Murray-Darling-Flusssystem, mit einer Fläche von etwa 1 Mill. Km². Seit 5 Jahren, herrscht in diesem Gebiet Dürre, sodass die Flüsse austrocknen. Die Farmer müssen deshalb von den Spekulanten, permanent Wasser einkaufen. Der Wasserpreis ist in den letzten 5 Jahren um das 6-fache gestiegen (Börsenweisheit, Nachfrage bestimmt den Preis). Über 100 Farmen mussten bereits verkauft werden, weil die Wasserkosten höher sind, als die Einnahmen. Jetzt folgt das unglaubliche, die Spekulanten kaufen die Farmen für einen Spottpreis ein, wie bei einer feindlichen Übernahme (Börsensprache). Da sie die großflächigen Wasserrechte besitzen und kostengünstig an Wasser kommen, können sie die Farm wirtschaftlich betreiben. Das gleiche System wird weltweit im Wohnungsbau und im Lebensmittelhandel betrieben. Frankreich hat die Gefahr entdeckt und kauft die Wasserrechte von den Spekulanten zurück.

2.5 – Die Kläranlagen:

Die heutigen Ansprüche an eine Kläranlage werden immer komplexer durch Kosmetik, Pestizide von den Äckern, Dioxine aus Industriealtlasten und Keimen im Klinikabwasser. Für diese Stoffe wird in neuerer Zeit eine zusätzliche Klärstufe errichtet, die vierte Reinigungsstufe mit Aktivkohle. Hier wird nach den drei üblichen Reinigungsstufen in der 4. Stufe (Adsorptive Reinigungsstufe) dem Abwasser Aktivkohle-Pulver beigegeben. Die hohe Affinität von Kohle bindet und absorbiert die Schadstoffe aus dem Wasser. Von den 10.000 Kläranlagen in Deutschland besitzen etwa 23 Anlagen diese vierte Stufe. Die Funktionsweise der Reinigungsstufen wird an dem Klärwerk Steinhäule (ZVK) in Ulm / Neu-Ulm erklärt.

Die heutigen Ansprüche an einer Kläranlage werden immer komplexer, durch Kosmetik, Pestizide von den Äckern, Dioxine aus Industriealtlasten und Keime im Klinikabwasser. Für diese Stoffe wird in neuere Zeit, eine zusätzliche Klärstufe errichtet, die vierte Reinigungsstufe mit Aktivkohle. Hier wird nach den drei üblichen Reinigungsstufen, in der 4. Stufe (Adsorptive Reinigungsstufe), dem Abwasser Aktivkohle-Pulver beigegeben. Die hohe Affinität von Kohle bindet und absorbiert die Schadstoffe aus dem Wasser. Von den 10.000 Kläranlagen in Deutschland, besitzen etwa 23 Anlagen diese vierte Stufe. Die Funktionsweise der Reinigungsstufen wird an das Klärwerk Steinhäule (ZVK) in Ulm / Neu-Ulm erklärt.

A) Zweckverband Klärwerk Steinhäule (ZVK) Ulm / Neu-Ulm

Wir möchten uns für die freundliche Unterstützung beim Zweckverband Klärwerk Steinhäule in Ulm / Neu-Ulm und insbesondere bei der Betriebsleitung, Herrn Erwin Schäfer, für die fachliche Begleitung und das Anschauungsmaterial bedanken. Für uns, wahrscheinlich für viele andere auch, war es das 1. Mal, hinter die Kulissen eines solch komplizierten Bauwerks schauen zu können. Ohne diese fachliche Unterstützung hätte solch ein fundierter Bericht nicht entstehen können. Ferner bedanken wir uns für die Bereitstellung der Fotografien und Zeichnungen.

B) Verbandsmitglieder

Der Zweckverband Klärwerk Steinhäule ist ein Zusammenschluss aus den Städten Ulm, Neu-Ulm, Senden, Blaubeuren und Blaustein sowie den Gemeinden Berghülen, Dornstadt, Illerkirchberg, Illerrieden, Merklingen, Schnürpflingen und Staig. Das Klärwerk reinigt in einer 25 Hektar großen Anlage Abwasser von rund 220.000 Einwohnern sowie Industrie- und Gewerbeabwässer, die rund 220.000 Einwohnergleichwerten (EGW) im Einzugsgebiet entsprechen.

C) Technische Daten  

Einwohnerwert (EW)                                                                      440.000

Gereinigtes Abwasser pro Jahr:                                                 etwa 40 Mill. m³

Phosphorrückgewinnung pro Jahr / Tonne                               etwa 200 Tonnen

Entfernte Spurenstoffe                                                                 > 80 %

Erzeugte Energie pro Jahr                                                           etwa 6.100.000 kWh

Rechengut pro Jahr                                                                      etwa 462 Tonnen

Fläche Klärwerk                                                                            250.000 m²

Mitarbeiter 2017                                                                            55

D) Geschichte Abwasser – Ulm

19. Jahrhundert: In Ulm wurde das Abwasser aus Privathäusern und Gewerbebetrieben bis in das 19. Jahrhundert einfach auf die Straße gegossen, wo es sich in offenen Abwasserrinnen sammelte. Oder man leitete es die sogenannten „Dohlen“. Von dort wurde das Wasser meistens in die Donau oder Blau geleitet. Die Fäkalien der Ulmer Bürger landeten in der Regel in größeren gemauerten Zisternen – auch Kloaken oder Gruben genannt – die in größeren Zeitabständen geleert werden mussten.

Jahr 1836: Hier begann die Stadt Ulm mit dem Bau zahlreicher überdeckter Kanäle, die in Donau und Blau mündeten. Bis 1900 wurde der allergrößte Teil der Stadt an das Kanalnetz angeschlossen. Fäkalien mussten weiterhin über die Kloaken entsorgt werden, was dank des technischen Fortschritts jener Jahre zunehmend maschinell erfolgte. „Pfuhler Artillerie“ war in jenen Jahren der in Ulm gängigen Bezeichnung für die Pfuhler Entleerungswagen, die optisch an Geschützwagen erinnerten.

Jahr 1873: Die Einrichtung der zentralen Wasserversorgung im Jahr 1873 brachte es mit sich, dass in den Ulmer Haushalten das fortschrittliche „Spülklosett“ Einzug hielt. Dies wiederum machte den Bau einer dafür geeigneten Schwemmkanalisation nötig, welche für solch große Abwassermengen ausgelegt sein musste.

Ulm: Pfuhler Artillerie Ulm: Freigelegte  Abwasserrinne                                            

Jahr 1910: Im Jahr 1910 erhielt die Stadt die Auflage zum Bau einer Kläranlage. Bis zu deren Erstellung musste eine Vorklärung in Hauskläranlagen, den sogenannten „Ulmer Gruben“, erfolgen. Feste Stoffe setzten sich ab und landeten in den Gruben. Die flüssigen Bestandteile werden als Abwasser in das Ulmer Kanalnetz eingeleitet, von wo es in die Donau oder in die Blau gelangte. Erst Mitte der 1930er Jahre war die Ulmer Kanalisation durch den Bau von Hauptsammelkanälen in der Lage, das gesamte Abwasser aus der Stadt zusammenzufassen und erst unterhalb der Ulmer Friedrichsau in die Donau zu leiten.

Jahr 1912: Die junge Stadt Neu-Ulm war in der glücklichen Lage, die neuesten technischen Erkenntnisse und Entwicklungen über den Bau und Betrieb einer Kanalisation nutzen zu können. 1900 erhielt sie eine zentrale Wasserversorgung und ab 1912 waren Oststadt und Stadtmitte kanalisiert. Vor Einleitung der Abwässer in die Donau sollte zumindest eine mechanische Klärung erfolgen. Im Jahr 1912 wurde die Stadt nachdrücklich zur Errichtung einer Kläranlage ermahnt. Durch die beiden Weltkriege dauerte es aber noch Jahrzehnte bis eine gemeinsame Kläranlage der Städte Ulm und Neu-Ulm Wirklichkeit wurde.

Jahr 1954: Erst mit dem Bau des Donaukraftwerks „Böfinger Halde“ ergaben sich für die Städte Ulm und Neu-Ulm klare Vorstellungen zum Bau einer gemeinsamen Kläranlage. Durch die Lage des Kraftwerks wurde mithilfe des neuen Abwasserkanals ein Betrieb mit natürlichem Gefälle möglich. So kam es zu dem für die Entwicklung der beiden Städte so günstigen Standort im „Steinhäule“.

Jahr 1957: In diesem Jahr gingnach zweijähriger Bauzeit – die gemeinsame mechanische Sammelkläranlage mit 242.000 Einwohnerwerten (EW) in Betrieb.

Jahr 1973: Aus Gründen des Gewässerschutzes wird die mechanische Kläranlage im Jahr 1973 durch den biologischen Klärwerksteil um fassend erweitert. Die Reinigungsleistung kann dadurch von 25 % auf rund 90 % gesteigert werden. Zur umweltfreundlichen Beseitigung der in den mechanischen und den biologischen Reinigungsstufen zurückgehaltenen festen Rückstände in Form von Klärschlamm wird 1973 eine Anlage zur Entwässerung und Verbrennung von Klärschlamm gebaut.

Jahr 1977-1980: Die Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung führen zu einer Kapazitätserweiterung der biologischen Reinigungsstufe auf nunmehr 330.000 Einwohnerwerte (EW) durch den Bau von zusätzlichen Belebungs- und Nachklärbecken.

Jahr 1984: Durch die Stilllegung von Kleinkläranlagen und den Anschluss von weiteren Stadtteilen sowie der Illertal-, Blautal- und Weihungstalgemeinden wird das Einzugsgebiet des Klärwerks ständig größer. Dies führt im Jahr Zur Gründung des „Zweckverbands Klärwerk Steinhäule“, der seither Träger der Anlage ist und dem heute 12 Verbandsmitglieder angehören.

Jahr 1985-1988: Die Belebungsbecken werden von einer Oberflächen- auf Druckluftbelüftung umgestellt. Der in der biologischen Reinigungsstufe von den Mikroorganismen benötigte Sauerstoff wird nun mithilfe einer Druckbelüftung ins Belebungsbecken eingetragen. Vier neue Turbo-Verdichter verbessern die Belüftung der Belebungsbecken über sogenannte Dome. Dank diesem Verfahren steigt die Reinigungsleistung auf 95 %.

Jahr 1989-1993: Nochmalige Erweiterung der biologischen Reinigungsstufe für eine auf 440.000 Einwohnerwerte (EW) ausgelegte Reinigungsleistung. Zudem wird eine chemische Reinigung zur Phosphor Elimination in Betrieb genommen. Diese ermöglicht eine Entfernung von Phosphate (über 90 %).

Jahr 1994-1997: Eine weitere Reinigungsstraße wird gebaut, was Umbau- und Neubaumaßnahmen am Abwasserverteilsystem innerhalb der Klärschlamm-Verbrennungsanlage erhält eine neue Rauchgasreinigungsstufe zum besseren Emissionsschutz.

Jahr 1999-2000: Die mechanische Reinigungsstufe wird grundlegend modernisiert; Neubau der Rechen-, Sandfang- und Fettfanganlagen.

Jahr 2000-2005: Das Klärwerk wird um ein weiteres Nachklärbecken, ein Hochwasserpumpwerk erweitert. Die Denitrifikationsanlage und die biologische Phosphor Elimination werden erneuert.

Jahr 2007-2015: Bau und Inbetriebnahme der Adsorptiven Reinigungsstufe.

Die mechanische Reinigung – 1. Reinigungsstufe

Rund 40 Millionen m³ Abwasser fließen jährlich von den Städten und Gemeinden des Zweckverbands „Klärwerk Steinhäule“ in das Klärwerk an der Donau. Durch mechanische Verfahren wird das Wasser in der mechanischen Reinigungsstufe bis zu 15 % gereinigt, bevor es weiter in den biologischen Anlagenteil gelangt. Beim mechanischen Reinigungsprozess werden Stoffe durch ihr spezifisches Gewicht als absetzbare oder schwimmende Stoffe entfernt. Das Abwasser fließt zuerst durch den Sand- und Fettfang, danach durch die Feinrechenanlage und schließlich in zwei Vorklärbecken.

Belüfter, Sand- und Fettfang

Eine verringerte Fließgeschwindigkeit des Abwassers lässt schwere Stoffe z. B. Sand, Kies und Steine im Sandfang absinken. Der Sand wird regelmäßig abgesaugt, gewaschen und in der thermischen Verwertung eingesetzt. Damit sich gleichzeitig keine organischen Sink-Stoffe absetzen, wird im Sandfang belüftet. So verbessert sich der Auftrieb der Schwimm- und Fettstoffe, die in einer zweiten Kammer abgeschieden, danach vom Wasser getrennt und schließlich thermisch verwertet werden.

Feinrechenanlage

Der Rechen besteht aus parallelen Stahlstäben, die in einem Abstand von 6 mm in der Zulauf-Rinne eingebaut sind. Hier werden große Abfallstoffe wie z. B. Toilettenpapier zurückgehalten. Diese Stoffe werden in der Verbrennungsanlage thermisch verwertet.

Vorklärbecken

Weitere Sink- und Schwimmstoffe werden im Vorklärbecken entfernt. Stoffe die schwerer als Wasser sind, sinken bei verminderter Fließgeschwindigkeit ab. Der entstehende Schlamm wird durch den Bodenräumer in die Schlammtrichter geschoben und durch Pumpen zur Schlammbehandlung/ -verwertung gefördert. Stoffe, die leichter als Wasser sind, schwimmen auf, werden an der Wasseroberfläche abgezogen und ebenfalls thermisch verwertet. Nach diesen Prozessen ist die mechanische Abwasserreinigung abgeschlossen. Das Abwasser enthält jetzt noch etwa 85 % seiner Gesamtverschmutzung in gelöster und fein verteilter Form.

Die biologische Reinigung – 2. Reinigungsstufe

In der biologischen Reinigungsstufe fließt das mechanisch gereinigte Abwasser durch die Becken der biologischen Phosphor Elimination (Anaerob Becken), Denitrifikations-Becken (Anox-Becken), Nitrifikations-Becken (belüftete Aerob-Becken) und die Nachklärbecken. Hier findet der Kohlestoff-, Stickstoff- und Phosphorabbau statt. Der eigentliche Reinigungsprozess erfolgt hier, wie in der Natur, durch Mikroorganismen, die durch ihren Stoffwechsel die gelösten und fein verteilten Schmutzstoffe weitgehend verzehren bzw. an die Zellsubstanz anlagern und so Schlammflocken bilden.

Phosphor Elimination

Der Belebtschlamm wird insgesamt abwechselnd anaeroben und aeroben (Sauerstoff) Verhältnissen ausgesetzt. Dadurch werden Voraussetzungen für eine vermehrte Phosphor-Aufnahme der Mikroorganismen geschaffen, wodurch der Phosphorgehalt im Abwasser verringert wird. Der Phosphor wird dann mit dem Überschussschlamm entfernt.

Stickstoff Elimination (Denitrifikation)

Das nitrathaltige Abwasser wird den vor geschalteten Denitrifikationsbecken und bei Bedarf einem nach geschalteten Denitrifikationsbecken zugeführt. Dabei wird dem Nitrat der Sauerstoff durch Mikroorganismen entzogen. Es bleibt Stickstoff übrig, der teilweise als Gas in die Atmosphäre abgegeben wird. Ein Teil des Stickstoffs wird von den Mikroorganismen im Belebtschlamm aufgenommen und so dem Abwasser entzogen. In der biologischen Reinigungsstufe wird der Stickstoff dann mit dem Überschussschlamm entfernt.

Nitrifikation

Der Stickstoff ist im Abwasser überwiegend in Form von Ammoniumstickstoff (NH4-N) enthalten. In den Aerob- Becken (Belebungsbecken) wird der Stickstoff durch die im Belebtschlamm enthaltenen Mikroorganismen (Nitrososmonas & Nitrobacter) zu Nitrat umgewandelt.

Chemische Reinigung – 3. Reinigungsstufe

Die Phosphorkonzentration im Abwasser wird im Ablauf der biologischen Reinigungsstufe ständig überwacht. Steigt die Phosphorkonzentration im Abwasser über einen bestimmten Wert an, wird zur chemischen Phosphor Elimination ein Fällmittel eingesetzt.

Nachklärbecken

In den Nachklärbecken erfolgt die Trennung von Schlamm und Wasser. Die in der Belebungsanlage entstandenen Schlammflocken sinken durch eine Verringerung der Fließgeschwindigkeit ab. Der abgesetzte Belebtschlamm wird durch Räumer in den Schlammtrichter geschoben, dort eingedickt und durch das Rücklaufschlammpumpenwerk den Belebungsbecken zugeführt. Das mechanisch, biologisch und chemisch gereinigte Abwasser wird anschließend der adsorptiven Reinigungsstufe zugeführt.

Die adsorptive Reinigung – 4. Reinigungsstufe

Im Abwasser sind nach der mechanischen, biologischen und chemischen Abwasserreinigung noch verschiedene Spurenstoffe sowie Bakterien enthalten. Durch die adsorptive Reinigungsstufe werden ein Großteil dieser Spurenstoffe sowie ein Teil der Bakterien zurückgehalten. Über den Überschussschlamm-Abzug werden diese dann der Verbrennung zugeführt und nachhaltig beseitigt. Bei den Spurenstoffen handelt es Arzneimittelrückstände, Röntgenkontrastmittel, Hormone, Biozide, Korrosionsschutzmittel, Desinfektionsmittel, Pflanzenschutzmittel und biologisch schwer abbaubare Verbindungen. Sie nehmen unter anderem durch moderne medizinische Behandlung zu, daher wurde eine weitere Reinigungsstufe nötig. In der adsorptiven Reinigungsstufe wird dem Abwasser ein Absorber, bestehend aus Aktivkohlepartikel, zugegeben, an dessen sehr großer Oberfläche die Spurenstoffe haften bleiben. Über die Sedimentation und Filtration werden die Aktivkohlepartikel wieder aus dem Abwasser entfernt und mit der Aktivkohle auch ein Großteil der Spurenstoffe.

Der Kontaktreaktor

Das mechanisch und biologisch gereinigte Abwasser fließt in den Kontaktreaktor. Im Kontaktreaktor wird dem Abwasser Pulver-Aktivkohle zu dosiert. Das Abwasser wird mit der Pulver-Aktivkohle intensiv vermischt. Dadurch werden die Arzneimittel, Chemikalien, Hormone usw. an die Aktivkohle angelagert (adsorbiert).

Das Sedimentations-Becken

Um eine bessere Sedimentation der feinen Aktivkohle zu erreichen, werden Aluminiumsalze und Polymere als Fallmittel und Flockungshilfsmittel zu dosiert. Der im Sedimentationsbecken abgesetzter Aktivkohleschlamm wird zur Mehrfachbeladung als Rücklaufkohle wieder in die erste Kaskade des Kontaktreaktors zurückgeführt und nochmals als Adsorbat genutzt. Aus der Adsorptionsstufe wird die Überschusskohle nun in die biologische Stufe transportiert. Mit dem Überschussschlamm gelangt die Aktivkohle aus der biologischen Reinigungsstufe zur Schlammbehandlung/ -verwertung. Die Kohle und der Schlamm werden in der Verbrennung thermisch verwertet und die Spurenstoffe zerstört.

Die Sandfilteranlage

Die Pulver-Aktivkohle und organische Restsubstanzen werden durch die Sedimentationsvorgänge vom Wasser abgetrennt. Damit das im Klärwerk gereinigte Wasser nahezu Feststoff frei wird, ist eine Filteranlage erforderlich. Es wird ein Fällmittel zugegeben, um die Partikel im Filter besser zurückhalten zu können. Das Abwasser mit Aktivkohlepartikel und organischen Restsubstanzen durchströmt einen Zweischichtfilter, oben Anthrazit-Kohle und unten Quarzsand. Das durch die Filterreinigung entstandene Schmutzwasser wird der biologischen Reinigungsstufe zugeführt. Das gereinigte Abwasser fließt jetzt in die Donau.

Die Schlammbehandlung und -verwertung

Bei der Abwasserreinigung entstehen jährlich rund 1.000.000 m³ Abwasser-Schlamm mit einem Trockensubstanz -gehalt von ca. 10.000 Tonnen. Dieser Abwasser-Schlamm wird so weit entwässert, dass er in einem der beiden Wirbelschichtöfen thermisch verwertet werden kann. Durch die Verbrennung und die nachfolgende Rauchgasreinigung werden problematische Verbindungen zerstört bzw. abgeschieden. Die bei der Verbrennung entstehende Asche enthält wertvolle Nährstoffe, wie beispielsweises Phosphat Verbindungen und wird als Rohstoff an die Düngemittelindustrie abgegeben. Die Verbrennung des Klärschlamms ist CO2 –neutral, ähnlich wie Holz oder andere nachwachsende Rohstoffe. Zwei Dampfturbinen nutzen die dabei entstehende Wärme zur Erzeugung von elektrischer Energie.

Die Schlammentwässerung

Der in den Vor- und Nachklärbecken anfallende Schlamm wird in den Eindickbehälter gepumpt. Der Schlamm gelangt über den Vorlage-Behälter zur maschinellen Schlammentwässerung durch Zentrifugen. Vor dem Zentrifugieren wird der Schlamm mit Flockungsmitteln vermischt, um dessen Entwässerungseigenschaften zu verbessern. Die abgetrennte Flüssigkeit wird wieder der biologischen Reinigungsstufe zugeführt. Aus den Zentrifugen wird der entwässerte Klärschlamm in die Schlamm-Trocknungsanlage gefördert und dort so weit vorgetrocknet, dass er ohne Zusatzbrennstoffe verbrannt werden kann.

Die thermische Verwertung

Die Verbrennung des getrockneten Klärschlamms geschieht in Wirbelschicht-Öfen bei einer Temperatur von ca. 850 °C. Die Verbrennungsgase werden in einem Abhitzekessel auf 200 °C gekühlt. Dabei entsteht Dampf, der zur Stromerzeugung mittels Dampfturbinen und zur Schlammtrocknung genutzt wird.

Die Rauchgasreinigung

Eine Entstickungsanlage, ein Elektrofilter, eine zweistufige Rauchgas-Nasswäsche und ein Gewebefilter als Aktivkohlereaktor dienen der Rauchgas-Reinigung. Aufwändige Verfahrens- und Messtechnik gewährleistet, sodass die Rauchgasemissionen weit unter den Grenzwerten der 17. Bundpesimmissions-Schutzverordnung liegen.

Die Verwertung der Rückstände

Durch die thermische Behandlung werden Schadstoffe im Klärschlamm zerstört. Es verbleiben 99 % des Phosphors in der Asche. Die Phosphatasche wird in der Landwirtschaft als Düngemittel verwertet. Die Reststoffe aus dem Gewebefilter werden als Versatzbaustoffe im Bergbau eingesetzt.

2.6 – Die multiresistenten Keime (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR)

Was sind multiresistente Keime? Es sind Erreger, die gegen Medikamente einen Widerstand entwickelt haben und kein Antibiotikum hilft mehr. Sie vermehren sich ständig und vervielfältigen dabei ihr Erbgut, ihre DNA. Vor allem sind Kinder, ältere Menschen und Kranke, die sich mit solchen Keimen anstecken, gefährdet. Die bekanntesten sind:

MRGN: Dies sind die häufigsten Keime, die in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen haben. Die MRGN-Keime, die vor allem in der Nase zu finden sind, erzeugen in Krankenhäusern jährlich etwa 15 Prozent der Infektionen, meldet das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung. Diese Resistenz entwickelte sich durch die gedankenlose Behandlung mit Antibiotika. Es entstanden drei Stämme, derer im Krankenhaus (HA-MRGN), derer von Mensch zu Mensch (CA-MRGN) und derer von Nutztieren (LA-MRGN) übertragenen. Bei einer Untersuchung der Raumluft in den Ställen von Niedersachsen, hat eine Studie der TH Hannover / FU Berlin ergeben, dass die Abluft in 85 % der Schweinemastanlagen und in 80 % der Geflügelmastbetriebe den LA-MRGN Keim enthielten. Daraufhin wurden die umliegenden Äcker und das Grundwasser untersucht, wobei herauskam, dass diese noch stärker verseucht waren, weil mit verseuchtem Stallmist und verseuchter Gülle gedüngt wurde. Es muss die Mastzucht in Niedersachsen mit ihren 65 Mill. Hühnern, 9 Mill. Schweinen und 6 Mill. Puten, das macht 1,5 Stalltiere auf 1,5 m², betrachtet werden. Diese verseuchte Luft ist oftmals nur 500 m von Schulen und Wohnhäusern entfernt. Daraufhin hat man das tiefgefrorene Geflügel untersucht und fand bis zu 10 % der Tiere, die verseucht waren. Diese Keime überleben auch in der Tiefkühltruhe. Die Keime sind ebenso im Auftauwasser, deshalb ist Vorsicht bei der Verarbeitung geboten. Das Abwasser gelangt in den Abfluss und fließt zur Klärgrube. Manche Klärgruben werden mit den Keimen nicht fertig und geben sie an die Umwelt weiter, wobei sich der Teufelskreis fortsetzt. Warum explodieren in den letzten Jahren die neuartigen Keimarten? Die Antwort liegt in der Verabreichung von Antibiotika. Die Masthähnchen leben etwa 39 Tage und werden laut BfR an 10 Tagen mit Antibiotika gefüttert, Kälber, die 6 Monate leben, an 2 Tagen und Schweine, die 4 Monate leben, an 4 Tagen. Die eigentliche Ursache ist ein kaufmännischer Gedanke, so wurden von der Industrie und in den tierärztlichen Praxen im Jahr 2015 etwa 18.000 Tonnen Antibiotika verkauft und das nur in Deutschland. Das gleiche Problem hat man in den USA entdeckt. Im Wissenschaftsmagazin Nature wurden diese Keime beschrieben, die gegen 18 verschiedene Antibiotika resistent waren.

4-MRGN: Neuerdings hat die BfR in den Tierställen Keime festgestellt, die gegen Reserve-Antibiotikum resistent sind, sie werden 4-MRGN genannt. Reserve-Antibiotikum sind Antibiotika, die eingesetzt werden, wenn kein anderes Antibiotika mehr hilft. Diese Keime fand man auch bei Untersuchungen an Geflügelfleisch in Discountern.

MRSA: Diese Bakterien kommen an den Schleimhäuten und auf der Haut bei vielen gesunden Menschen vor. Beim Menschen wird die DNA der Keime genauso verändert wie bei den Tieren. Bei Einnahme von Antibiotika können die ungefährlichen Keime zur Gefahr werden.

ESBL: Dieser Stamm spaltet das verabreichte Antibiotika und macht sich dadurch resistent.

VRE: Der Stamm ist erstmals 1980 entdeckt worden. Diese Bakterien sind mit den Streptokokken verwandt, gegen Reserve-Antibiotika sowie andere Antibiotika resistent.

Resümee: Die Evolution dieser Keime ist schneller als die Forschung. Deshalb fordern viele Ärzte, dass die Massentierhaltung abgeschafft werden muss. Wir möchten nicht unterlassen, ein utopisches Szenario zu beschreiben, wie solch eine Situation in den Griff zu bekommen ist. Der Tierstall müsste wie ein Atomkraftwerk errichtet werden, wasserdicht und luftdicht. Das Gebäude dürfte nur über Schleusen betretbar gemacht werden und der Besucher dürfte nur mit Vollschutz und Atemmaske das Innere betreten. Die Abluft müsste über Filter mit der Endstufe Aktivkohle geführt und der Abfall der Filtermedien, wie der Atommüll, in Fässern in Atommülllagern gelagert oder verbrannt werden. Jedes Tier müsste täglich untersucht und bei Befall mit Keimen getötet und ebenfalls wie beim Atommüll, in Fässern gelagert oder verbrannt werden. Das Gleiche gilt auch bei den Abfallprodukten, die eine Tierhaltung mit sich bringt. Das Reaktorpersonal eines Atomkraftwerks muss sich einmal im Jahr einer medizinischen Generaluntersuchung unterziehen. Beim täglichen Verlassen des Reaktors wird die Person auf radioaktive Stoffe überprüft und darf den Reaktor nur verlassen, wenn sie sich nicht kontaminiert hat. Wenn sich eine Person kontaminiert hat, muss sie in einem, mit Sauerstoff belüfteten Vollschutzanzug, in ein speziell für diese Fälle eingerichtetes Krankenhaus gebracht werden. Wie sieht es bei Keimen aus? Hier müsste in der Schleuse an dieser Person bzw. an seinem Vollanzug eine Dusche mit Desinfektionswasser vorgenommen oder der Schutzanzug komplett entsorgt und verbrannt werden. Das Gleiche wird von Pflegern praktiziert, wenn sie eine Krankenstation verlassen, auf der kranke Menschen stationiert sind, die sich mit EBOLA angesteckt haben.

2.7 – Die Überfischung der Meere:

Der technische Fortschritt, riesengroße Fangschiffe, die bereits den Fisch an Bord verarbeiten, eine Peilung durch Sonargeräte und vom Satelliten gesteuerte Fischschwarm-Findungsgeräte, die eine metergenaue Befischung ermöglichen, vernichten die Fischschwärme. Des Weiteren werden heute Netze ausgelegt, die bis zu einer Tiefe von 2000 m reichen. Diese Netze nehmen keine Rücksicht auf die Natur, insbesondere nicht auf Fischarten, die vor der Ausrottung stehen, auch wird der Beifang, den die Fischfabrik an Bord nicht verarbeiten kann, einfach ins Meer entsorgt. Wissenschaftler schätzen, dass etwa 1/3 vom Fang tot ins Meer zurückgeht. Die Netze werden über den Meeresgrund gezogen und zerstören jegliche Flora und Fauna und somit das Ökosystem am Meeresgrund, insbesondere Korallenriffe und Seegraswiesen, wo sich die Jungfische verstecken können. Das Entscheidende sind aber die Fangquoten. Waren im Jahr 1950 noch 10 Mill. Tonnen aus dem Meer gefischt worden, sind es heute über 100 Mill. Tonnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm und meldet, dass 1/3 der Fischbestände an die biologische Grenze gefischt wurde und 2/3 der Fischarten völlig erschöpft sind.

Resümee: Nach Berechnungen der UN ist spätestens 2050 die kommerzielle Fischerei nicht mehr möglich. Einige Staaten haben die Gefahr erkannt. So haben Australien und Neuseeland Schutzgebiete eingerichtet und das Fischen in der Tiefsee oder zumindest die Grundschleppnetze verboten. Die EU hat 2013 beschlossen, dass der Beifang von 30 % auf 5 % gesenkt wird. Ferner sollen bis 2020 die Fischarten wieder so zahlreich vorkommen, dass ein langfristiges Überleben gesichert ist. Das Hamburger Thünen-Institut hat ermittelt, dass sich in der Nordsee die Bestände von Scholle, Hering und Seelachs erholt haben.

Die Netze immer länger, die Maschen immer kleiner © Foto: M. Großmann / pixelio.de

Aquakultur: Die Reaktion der Überfischung sind riesige Fisch-, Muschel- und Krebstierfarmen. 35 % dieser Meerestiere werden bereits in Aquakultur gezüchtet und von der EU gefördert. Die Massentierhaltung auf engstem Raum ist im Meer noch gefährlicher als auf dem Land. Urin, Kot und die Futterreste gehen direkt ins Meer. Profiteure von diesem Abfall sind Algen, die nach der Algenblüte absterben. Der Prozess des bakteriellen Abbaus der Algen entzieht dem Wasser den Sauerstoff und es kommt zu Überdüngung (Eutrophierung). Im schlimmsten Fall ersticken größere Tiere. Aufgrund der Enge in den Farmen kommen Krankheiten und Parasitenbefall häufig vor, die mit Medikamenten bekämpft werden und somit direkt ins Wasser gelangen. Ein weiteres Problem ist das Fischfutter. In den Anfängen der Aquakulturen wurde noch Fischmehl verfüttert, das aus Fischen bestand, deren Bestände zurzeit überfischt sind. Aus diesem Grund stieg man auf Raps und Soja um, die jedoch in Monokulturen angebaut werden. Hier kommen Gentechnik und Pestizide in Einsatz, die auf die Umwelt negative Auswirkungen haben. Für die Umweltstandards werden folgende Siegel vergeben:

ASC-Siegel: Erlaubt Fütterung mit genmanipulierten Pflanzen und erlaubt hohe Besatzdichten in den Fischbecken.

EU-Bio-Siegel: Lässt Fischmehl für die Zucht zu. Bei der Verwendung von Medikamenten und bei der Besatzdichte sind nicht so strenge Auflagen gefordert. Naturland- und Bioland-Siegel: Sie verzichten auf Fischmehl und haben deshalb einen hohen Umweltstandard.

MSC-Siegel: Dieses Siegel gilt für Fischereien. Es sind bis heute 315 Fischereiunternehmen ausgezeichnet. Darunter zählen große Unternehmen wie die pazifische Bonito-Fischerei und die Alaska-Seelachs Fischerei. Sie müssen folgendes einhalten: Keine Überfischung, das Ökosystem muss erhalten bleiben, geringen Beifang und internationale Standards.

Resümee: Der Vorliebe der Konsumenten für Raubfische (Zander, Forelle, Lachs) sollte gesetzlich ein Riegel vorgeschoben und dafür die Fische, die alles fressen (Wels, Karpfen, Stör), bevorzugt angeboten werden, denn diese lassen sich ohne Fischmehl großziehen.

2.8 – Die Lebensmittelverschwendung

In Deutschland werden von den Großmärkten im Jahr etwa 2 Mill. Tonnen Lebensmittel weggeworfen, und mit den Herstellern sowie Bäckereien und Restaurants sind es 18 Mill. Tonnen. Laut einer Schätzung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sind es weltweit 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr, gleichzeitig hungern über 800 Millionen Menschen.

Verursacher: Durch Schädlinge, falsche Lagerung und verdorbene Produkte entstehen in der Landwirtschaft große Schäden. In der Industrie wird durch falsche Lagerung, Transportschäden, technische Probleme und die Überproduktion sehr viel vernichtet. Im Groß- und Einzelhandel wird Ware, die liegen bleibt, sowie abgelaufene und schlechte Ware, in Abfallcontainern entsorgt. In der Gastronomie und den Bäckereien mit ihren strengen Vorschriften zur Lagerung und Hygiene sowie der Massenproduktion, sind diese Faktoren die Verursacher des Abfalls. Letztlich sind wir es, die Verbraucher, die im Überfluss kaufen und in dieser schnelllebigen Zeit den Überblick über die genaue Bevorratung verloren haben. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat für das Jahr 2015 errechnet, dass die privaten Haushalte etwa 6,1 Mill. Tonnen Lebensmittel weggeworfen haben, wobei die Hälfte vermeidbar gewesen wäre. Das bedeutet, dass jeder Bürger in Deutschland pro Jahr 75 Kg wegwirft.

Vermeidung: Ein besseres Beispiel liefert Frankreich. Seit 2015 müssen dort die Groß- und Supermärkte, die übrig gebliebenen Lebensmittel spenden, das Wegwerfen wurde unter Strafe gestellt.

2.9 – Energieeffizienz in Supermärkten

Der Lebensmittelhandel braucht vom gesamten Stromverbrauch in Deutschland etwa 3 %. Die Bundesregierung und der blaue Engel zeichnen Supermärkte aus, die statt der florierten Kühlmittel in ihren Kälteanlagen klimafreundlichere Kühlmittel verwenden. Das ist ein wichtiger Punkt für die Reduzierung der Treibhausgase. Einer der größten Energievernichter in den Einkaufsmärkten muss noch erwähnt werden, und zwar die offenen Kühlschränke. Bei einigen Märkten  sind die offenen Kühlregale über 50 m lang und reichen bis zur Decke. Zusätzlich befindet sich die Beleuchtung im Kühlstrom, somit wird die Abwärme der Lampen noch mitgekühlt. Resümee: Was würde man sagen, wenn der Kühlschrank im Haushalt ohne Tür aufgestellt wird? Ein weiterer negativer Aspekt ist die Ausleuchtung der Regale mit Deckenleuchten. Die Anordnung der Deckenleuchten wird nach optischem Design montiert und nicht nach der optimalen Ausleuchtung. Bei den Deckenleuchten könnte mindestens jede 2. Lampe entfernt werden. In Wohnhäusern und Toiletten gibt es bereits Bewegungsmelder, die Lampen ausschalten, wenn niemand im Raum ist. Es sollte gesetzlich geregelt werden, große Räume in Zonen aufzuteilen, die nur dann beleuchtet werden, wenn sich jemand in diesen Zonen aufhält, insbesondere in Großmärkten und Lagern.

2.10 – Die Dose und die Einwegverpackung

Vor einiger Zeit waren das Pfand und der Einkauf der Getränke im Kasten ein eindeutiges Zeichen für Mehrwegverpackungen. Heute wird das auch bei Einwegverpackungen möglich gemacht. In den letzten Jahren ist das Einwegsystem mit Kunststoffflaschen um 31 % gestiegen und die Dosengetränke um 28 %. Ein Gesetzentwurf beinhaltet, die Mehrwegquote zu streichen. Bisher war eine Mehrwegquote von 80 % als Ziel festgelegt. Die Deutsche Umwelthilfe schlägt eine Abgabe von 20 Cent auf Dosen und Plastikflaschen vor, wenn die Mehrwertquote unter 80 % sinkt. Die Konsumenten gehen einen anderen Weg; so steigt der Verkauf der Dosen mit Bier und Energydrinks sowie von Kunststoffflaschen. Dadurch nimmt die Umweltverschmutzung stündlich zu. Abgase von Öl- und Gasheizungen kann die Umwelt eliminieren, aber für eine Kunststoffflasche braucht sie 50 Jahre. Wenn das Einwegsystem nicht gestoppt wird, steht eine weitere enorme Umweltverschmutzung bevor, die bereits an einigen Stellen der Meere sichtbar ist. Resümee Einweg: Vereinzelt werden in Deutschland Getränkeläden eröffnet, die keine Einwegverpackung im Regal stehen haben, nur Mehrweg. Diese Läden sollten unterstützt werden. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, dies gesetzlich zu regeln. In einem sollte er die Müllausfuhr von Einwegverpackungen verbieten.

Warum sollten Aludosen (Trink- und Sprühdosen) verboten werden?

Aluminium ist aus unserem Leben nicht wegzudenken, wenn man an die Flugzeugindustrie denkt, aber müssen Getränkedosen, Fensterrahmen, Fahrräder, Autokarosserien oder Verpackungen aus Aluminium hergestellt werden, zumal es preisgünstigere Ersatzmaterialien gibt? Das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Aluminium ist das Erz Bauxit und kommt in der Natur nur in gebundener Form vor. Für die Aluminium-Herstellung benötigt man zum Lösen Natronlauge und für die Trennung sehr viel elektrische Energie. Dies erzeugt enorme Umweltschäden und zwar: Enormen Stromverbrauch, abgeholzte Wälder und giftige Nebenprodukte. Um 1 Tonne Aluminium herzustellen braucht man 16 Megawatt/Strom. Das ist 25-mal mehr Energie, als für die Glasherstellung und 10-mal mehr als für die Herstellung von Dosenblech gebraucht wird. Eine vierköpfige Familie verbraucht in 4 Jahren diese Menge an Strom. Die Aluminiumprodukte im Alltag oder deren Inhalt geben in Verbindung mit Fleisch, beim Grillen oder mit Kontakt des menschlichen Körpers, Salze ab, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Um an das Bauxit-Erz zu gelangen, werden großflächig Wälder abgeholzt. Im größten Abbaugebiet, im Urwald des Amazonas, werden 2 km² Urwald abgeholzt und das Jahr für Jahr. Das im Bauxit-Erz gebundene Aluminium kann nur mit Chemie getrennt werden. Bei diesem Prozess werden giftige Schwermetalle als Abfallprodukt freigesetzt und in Auffangbecken deponiert. Um 1 Tonne Aluminium herzustellen werden 4–5 Tonnen Abfall erzeugt. Öfters brechen die Wände der Deponien, Umgebungen einschließlich Grundwasser werden verseucht. Resümee Aluminium: Aus diesen Gründen sollte man von Gegenständen im Alltag, die aus Aluminium gefertigt sind, verzichten. Da sie noch dazu unter Verdacht stehen krebserregend zu sein, sollte man sie mit einer Sondersteuer belegen und die Herstellung nicht noch durch Steuergelder subventionieren. Pro Tonne Aluminium werden 8 – 12 Tonnen CO2 in die Luft abgegeben.

2.11 – Kaffeepads, Einwegbecher, Einwegfrühstück

Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist der Kaffee. Hier wird aufgezeigt, wie der einzelne Mensch gedankenlos einer der größten Umweltsünden begeht. Die Analyse wird nur für Deutschland erstellt.

Kaffeepad: Die explodierende Umweltverschmutzung zeigt sich insofern, dass vor 10 Jahren 800 Tonnen Kaffeepads verkauft wurden, 2018 waren es bereits etwa 21.000 Tonnen. Außerdem gibt es Behälter aus mehrschichtigen Materialien, die nicht recycelt werden können. Man kann sie nur verbrennen, zudem bestehen sie aus teurem Aluminium, das zum Verbrennen zu schade ist. Durch den Verkaufserfolg dieser Behälter, will man jetzt das gleiche System bei Tee einführen. Resümee: Zu diesem Thema sagte Umweltministerin Frau Schulze, dass sie mit der Herstellungsindustrie reden und sie überzeugen will, dieses Problem zu ändern. Auf freiwilliger Ebene wird es wohl zu keiner Änderung kommen, wie wir es bei der Anschnallpflicht im Auto gesehen haben.

Einwegbecher: Von den Umweltorganisationen kommt die Warnung, dass bereits jährlich bundesweit etwa 3 Milliarden Einwegbecher verwendet werden, dazu noch 1,5 Milliarden Deckel. Wie bei den Kaffeepads, können die Becher nicht recycelt werden, weil sie aus verschiedenartigen Materialien bestehen, die nicht getrennt werden können und es bleibt nur die Verbrennung. Resümee: Der Senat von Berlin berichtet, dass 20.000 Becher pro Stunde auf den Straßen von Berlin entsorgt werden, das sind 175 Mill. Becher im Jahr.

Einwegfrühstück: In zahlreichen Hotels sieht es nach dem Frühstück auf den Tischen wie auf einem Müllplatz aus (Marmeladen-, Milch-, Butter-, Joghurtverpackung und Saftflaschen). Selbst die Fachzeitschriften des Gastgewerbes geben den Hinweis, dass es bei einem Frühstücksbuffet auch ohne Müll geht. Tipp 1: Vermeidung von Portions-Verpackungen. Tipp 2: Die Lebensmittel in Spendern servieren (Honig, Getränke, Milch). Tipp 3: Nur ökologische Materialien und waschbare Stoffservietten verwenden.

Resümee: Unser Verein hat bei einer Exkursion in einem Hotel in Erlangen übernachtet. Nach dem Frühstück lag auf dem Tisch kein einziges Teil was entsorgt werden musste. Die vorhandenen Teile wurden gespült, gewaschen und dann wieder verwendet. Ebenso wurde für das Früstücks-Buffet keine Lebensmittelverpackung angeboten, die entsorgt werden musste. Solch ein Hotel kann man nur empfehlen.

2.12 – Der Fleisch- Pflanzenkonsum:

Allgemeines: In Deutschland wird pro Kopf/Jahr 60 kg Fleisch verzehrt. Wenn man das Tierfutter noch dazurechnet, liegt der Fleischverbrauch im Jahr bei 85 Kg. Weltweit liegt gemäß den Vereinten Nationen (FAO), der Verbrauch pro Kopf/Jahr bei 43,2 Kg und steigt jedes Jahr kontinuierlich. Hierzu muss erwähnt werden, im Jahr 1800 lebten etwa 1 Milliarde Menschen auf der Erde, heute sind es fast 8 Milliarden. In Australien ist mit 116 Kg und in den USA mit 115 Kg der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch heute am höchsten. Eine Tendenz ist am Fleischverbrauch abzusehen; wenn der Wohlstand eines Landes steigt, erhöhen sich auch der Fleischverzehr und der Nachwuchs.

Massentierhaltung: Die Erzeugung von Tierprodukten produziert weit mehr Treibhausgase als die Herstellung von pflanzlicher Nahrung. Ferner werden für Weideland und Anbau von Tierfutter Regenwälder zerstört. Ebenso ist aus wissenschaftlichen Studien zu entnehmen, dass zu viel Fleischverzehr für den Menschen schädlich ist. In Deutschland steigt jährlich die Landwirtschaftsfläche für den Anbau von Futterpflanzen, die zur Zeit 2/3 der gesamten Fläche bedeckt. Die Fläche für Nahrungsmittel beläuft sich auf 1/3 der Anbaufläche. Hier geht der Trend in die falsche Richtung und die Umwelt wird zunehmend geschädigt. Immer mehr Weidevieh wird im Stall gehalten und mit sogenanntem Kraftfutter wie Weizen, Soja und Mais zugefüttert und nur, damit sie schneller wachsen. Ein weiterer Minus-Punkt für die Umwelt ist, dass ein Großteil des Kraftfutters aus Südamerika kommt, insbesondere die Soja-Bohne.

Puten in Qualhaltung: Puten sind Weidetiere und können auf einem so engen Raum ohne Antibiotika nicht überleben.  © Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Um 1.000 Kcal Ernährung herzustellen ist folgender Bedarf an Weidefläche nötig: Rindfleisch 13,7 m², Schweinefleisch 4 m², Hühnerfleisch 2,6 m² und Brot 0,9 m². Bei Gemüse und Getreide wird folgende Landfläche benötigt um 1.000 Kcal zu erzeugen:

Quelle Tabelle: www.presseportal.de

Mais      0,3 m²           Möhren           0,4 m²          Kartoffeln           0,4 m²   

Weizen 0,4 m²           Dicke Bohnen 0,5 m²         Stangenbohnen 0,6 m²

Erbsen  0,7 m²           Soja                  1,4 m²         Linsen                 1,6 m²

Der Tagesbedarf eines Menschen beträgt 2.700 Kcal. Das bedeutet, dass man 36,99 m² Weidefläche für Rinderhaltung braucht, um einen Menschen am Tag zu ernähren. Wenn diese Weidefläche als Gartenfläche genutzt würde, könnten von dieser Fläche 9 Menschen (Linsen) und bis 45 Menschen (Mais) ernährt werden.

Wasserverbrauch: Den größten Süßwasserverbrauch weltweit mit 70 % hat die Landwirtschaft. Um 1 Kilogramm Rindfleisch herzustellen benötigt man etwa 15.490 Liter Wasser. In diesem Wert ist auch das Kraftfutter mitberücksichtigt, das ohne Wasser nicht wachsen würde. Die folgende Tabelle zeigt den Wasserverbrauch (in Liter) für den Anbau von Lebensmitteln pro Kilogramm:

Quelle Tabelle: www.presseportal.de

Kakao      27.000        Röstkaffee  21.000             Rindfleisch         15.490

Nüsse         5.000        Hirse              5.000              Schweinefleisch  4.730

Geflügel     4.000        Reis                3.470             Eier                       3.300

Kokosnuss 2.500       Sojabohnen  2.050             Avocado               1.500

Spargel      1.470        Weizen          1.410             Gerste                  1.300

Bananen       940        Pfirsiche           910             Mais                         900

Apfel             700         Milch                 600             Zitrone                    360

Salat             240         Kartoffeln         210             Tomaten                 110

Gurken         350         Zwiebeln           280             Erdbeeren               280

Resümee: Das Umweltbundesamt und der Tierschutz fordern, dass Fleisch höher besteuert und die Mehrwertsteuer von 7 % auf 19 % angehoben wird. Eine Anhebung der Fleischpreise ist sinnvoll, aber sie sollte über einen längeren Zeitraum langsam und kontinuierlich gesteigert werden. Der größte Teil zur Herstellung von Fleisch und Futtermitteln wird in Schwellen- und Entwicklungsländern erzeugt. Wenn eine drastische Anhebung des Fleischpreises erfolgt, wird man mit größter Wahrscheinlichkeit in diesen Ländern Unruhen bzw. Revolutionen hervorrufen. Ein weiteres Problem ist das Entsorgen der Gülle auf die Felder. Die enthaltenen Rückstände von Antibiotika gelangen so ins Grundwasser. Bei der Stickstoffdüngung erhält der Boden Nitrat, das sich jedoch durch die Gülle in Nitrit umwandelt und so ins Grundwasser gelangt, oder es entweicht als Ammoniak und Lachgas in die Luft. Die klimaschädlichsten Gase sind Lachgas und Methan (CH4). Die Produktion von Methan (CH4) entsteht größtenteils aus der Rinderhaltung, darunter sind Milchkühe die ergiebigsten Methanerzeuger (CH4). In Deutschland ging von 1990 bis heute der Methanausstoß (CH4) vom Vieh über 50 % zurück, und zwar von 4,8 Mill. Tonnen auf 2,2 Mill. Tonnen. Weltweit liegt der Ausstoß von Methan (CH4) beim Vieh bei etwa 37 %. Die restlichen 63 % Methanquellen sind schwierig zu ermitteln, wobei die Moore und das Fracking wohl die meisten Abgaben an Methan (CH4) erzeugen. Methan (CH4) ist 25-mal klimaschädlicher als CO2 und die chemische Reaktion in der Stratosphäre, Bildung von Wasserdampf, verstärkt den Treibhauseffekt.

2.13 – Spekulation mit Lebensmitteln

In den 90er Jahren wurden die Warentermingeschäfte von Finanzunternehmen übernommen. Die fachlich kompetenten kommerziellen Händler, die dieses Geschäft bisher betrieben haben, wurden von den Finanzhaien aus dem Markt gedrückt und somit dem spekulativen Handel Tür und Tor geöffnet. Das wiederum fördert die nervösen Ausschläge der Börse, da Anleger auf steigende Lebensmittelpreise setzen. Sie spekulieren darauf, dass die Lebensmittelpreise steigen, damit ihr Gewinn dementsprechend hoch ist; dass dadurch viele Menschen hungern interessiert nicht. 2008 bis 2011 sind die Lebensmittelpreise enorm gestiegen (Getreide: Somalia 300 %, Äthiopien, Sudan, Senegal, Uganda, Togo 100 %). Die Zahl der hungernden Menschen stieg um 100 Millionen auf eine Milliarde Menschen. In einem internen Bericht der Weltbank wurde bestätigt, dass die Preissteigerung durch Spekulanten verursacht wurde. Das Verhungern vieler Menschen durch die Terminwarenbörse, hat den deutschen Finanzinstituten die Augen geöffnet. Sie sind aus dem Warentermingeschäft ausgestiegen. Ausgenommen zwei deutsche Banken, die bis heute die Aktien weiter anbieten. Im Hungerjahr 2008 warb eine deutsche Bank für ihre Aktien auf den Brötchentüten der Bäckerinnung „Freuen Sie sich über steigende Preise?“.

2.14 – Das Parfüm und das Eau de Toilette

Die aus der Natur erzeugten Duftmischungen gab es bereits in der Antike in Indien und am bekanntesten, im Pharaonen-Reich in Ägypten. Hier wurden die Duftstoffe zuerst von den Priestern zur Einbalsamierung verwendet und später von der oberen Schicht mit einem Duftkegel auf dem Kopf aufgesetzt. Der häufigste Duftstoff, der bei keiner Mischung fehlen durfte, wurde aus der Lotosblüte gewonnen. Die Gemälde in den Gräbern im Tal der Könige zeigen die hochgestellten Damen mit einem Duftkegel auf dem Kopf oder sie halten sich eine Lotosblüte vor der Nase. So durften in keinem Grab, für das Weiterleben im Jenseits, die Duftstoffe fehlen, ob als Gemälde oder in natura.

Ägypten, Tal der Königinnen. Die Grabbesitzerin mit einem Duftkegel auf den Kopf opfert vor der Baumgöttin und erhält dem Trank des Lebens (Wasser)
Ägypten, Tal der Könige. Der Behälter für die Aufnahme der Duftgefäße aus dem Grab von Tutanchamun.

Wie zahlreich die Zutaten der Duftmischungen waren, erzählt der griechische Philosoph Plutarch im Jahr um 100 in seinem Buch „Isis und Osiris“. Er berichtet von einem Opferrauch (Weihrauch), den er Kyphi nannte, der von den ägyptischen Priestern bei der Opferung verwandt wurde. Stoffe wie Lotos, Weihrauch, Myrrhe, Ingwer, Kardamom, Zimt, Wein, Sandelholz und Honig werden aufgeführt. Die Angaben basieren auf Papyrustexten, die in Tempelarchiven gefunden wurden. Die Rezepturen der Ägypter haben die Griechen, die Römer und dann die Byzantiner übernommen, die Mischung steigerte sich von 10 bis 50 Zutaten. Griechen und Römer brauchten einige dieser Zutaten, um ihren Trinkwein zu verfeinern und um ihre Körpergerüche zu überdecken. Unter Karl dem Großen (800) kannte man als Parfüm nur die Essenz des Lavendelwassers. Erst durch die Kreuzzüge brachte man die Wohlgerüche aus dem Orient mit. Als Venedig zur Handelsweltmacht wurde, kamen Gewürze und Kräuter aus dem Fernen Osten nach Europa. Die ersten Destillate entstanden, wobei die ätherischen Öle für Venedig ein Verkaufsschlager wurden.

Als Francesco Tombarelli 1580 nach Grasse (Süd-Frankreich) kam, errichtete er eine Fabrik für die Herstellung von Duftessenzen von Lavendel, Rosen und Jasmin. Er war der Begründer der europäischen Parfümindustrie. Im 17. Jahrhundert, unter Ludwig XIV., war Parfüm eine Notwendigkeit, da sich die Menschen dieser Zeit nicht wuschen und damit den Körpergeruch überlagerten. Zur damaligen Zeit wurde vermutet, dass schädliche Keime beim Baden den Menschen befallen. Um Parfüm herzustellen, werden weltweit die Blütenblätter und die Knospen von Rosen, Jasmin, Orangenblüten, Lavendel, Mimosen und der Ylang-Ylang Blume benötigt. Ferner werden zahlreiche Gewürze, Früchte, Wurzeln, Rinden, Moose und Harze von den Gummibäumen für die Parfümherstellung gebraucht. Trotzdem der Mensch für sein Überleben das Parfüm nicht benötigt, muss man sich die Frage stellen: „Wer hat noch nie Parfüm eingekauft?“ Sämtliche Essenzen für die Parfümherstellung werden aus Pflanzen gewonnen, die weltweit auf etwa 400 km² wachsen. Auf dieser Fläche könnte man 280 Mill. Bäume anpflanzen, die ca. 1.280 Mill. Tonnen Sauerstoff im Jahr produzieren.

Lavendelfeld in Südfrankreich: 3 Bäume und Parfüm soweit das Auge reicht. Es kann verschmitzt gesagt werden: Wenn die Menschheit untergeht, riecht sie aber gut.© Foto: Hape Bollinger / pixelino.de

2.15 – Die Zigarette, Zigarre und Shisha

Zigarette, Zigarre: Die Zigaretten und Zigarren werden hier nur auf die Auswirkungen auf die Umwelt betrachtet. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen werden hier nicht aufgeführt. Auf ca. 36.000 km² wird weltweit Tabak für Zigaretten und Zigarren angebaut. Wenn diese Fläche bewaldet wäre, würden etwa 115.200 Mill. Tonnen Sauerstoff produziert. Täglich werden 2.000 km² Wald für den Tabak-Anbau gerodet, so die WHO. Das Rauchen, mit seinen krebserregenden Stoffen, ist für den Menschen tödlich, aber für die Natur kaum nennenswert, wenn sich der Baumbestand erhöht und nicht, wie es zurzeit geschieht, die Wälder jährlich weltweit um 3 % reduziert werden. Die giftigen Inhaltsstoffe in den Zigarettenkippen sind für sehr viele Umweltbereiche jedoch tödlich. Bereits durch eine Kippe in einem Liter Wasser aufgelöst, sterben kleine Fische nach wenigen Tagen. Jährlich werden 4,5 Billionen Zigarettenkippen weggeworfen, das ist ein Berg von 750.000 Tonnen. Die Zigarettenkippen sind nicht nur mit Nikotin, sondern hochtoxisch und mit Stoffen wie Arsen, Kohlenwasserstoffe, Cadmium, Blei, Formaldehyd, Benzol und noch zahlreichen anderen giftigen Stoffe belastet. Deshalb gehören die Zigarettenkippen in den Restmüll und nicht in die Umwelt, damit sie in den Müllverbrennungsanlagen energetisch verwertet werden. In Ulm wird das Wegwerfen von Zigarettenkippen seit Mai 2019 mit 50 Euro bestraft. Gleiches gilt für Dosen und Einweggeschirr. Bei zurückgelassenen Glasflaschen wurde die Strafe auf 100 Euro festgesetzt.

Shisha – Wasserpfeife: In Deutschland ist das Rauchen von Zigaretten bei Jugendlichen gesunken, jedoch das Rauchen der orientalischen Wasserpfeife stark gestiegen. Die Zugabe von Aromastoffen steigert die Suchtgefahr, suggeriert doch die Beigabe z. B. von Pfefferminze, Harmlosigkeit. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist die Krebsgefahr 10-mal größer, weil eine Anwendung vergleichbar mit dem Rauchen von 10 Zigaretten ist. Beim Inhalieren der krebserregenden Kohlenwasserstoffe (PAK) sind diese 40-mal höher, als bei einer Zigarette. Es ist Irrglaube, dass Wasser den Rauch reinigt, denn die Oberflächenspannung der Bläschen verhindert, dass der Rauch Kontakt mit dem Wasser bekommt.

Elektrische Zigarette: Ein neuer Trend ist zurzeit die elektrische Zigarette, die E-Zigarette. Von Kaufleuten, die ein lukratives Geschäft wittern, wird im Internet auf zahlreichen Seiten die E-Zigarette ohne Nikotin angeboten. Sie wollen somit die Ungefährlichkeit dokumentieren. Die Krebsforscher warnen vor Gesundheitsschäden und insbesondere vor den aromatischen Zusatzstoffen. Einige Zusatzstoffe sind zwar als Lebensmittel zugelassen; welche Wirkung sie beim Inhalieren erzeugen, ist noch nicht bekannt. Die E-Zigaretten sind erst seit einiger Zeit auf dem Markt. Deshalb liegen noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, was diese Stoffe im menschlichen Körper bewirken.

Achtung: In letzter Zeit verursachten die Akkus von E-Zigaretten große Explosionen, die Raucher mit schlimmsten Verletzungen ins Krankenhaus brachten.

Achtung: In letzter Zeit verursachten die Akkus von E-Zigaretten große Explosionen, die Raucher mit schlimmsten Verletzungen ins Krankenhaus brachten.

2.16 – Die Mülltrennung

Die Mülltrennung ist ein solch komplexes und kompliziertes Gebilde, das wohl keiner zu 100 % umsetzen kann. Jedes System ist so gut, wie der Bediener es zulässt. Ferner wird zum Beispiel bei der orangefarbenen und der gelben Mülltonne unter den Kommunen anders gehandhabt. Trinkgläser dürfen nicht in den Glascontainer, Postkarten und Kassenbons nicht in die Papiertonne. Tagtäglich kommen Sonderanordnungen dazu. Hauptverursacher ist die Verpackungsindustrie, die immer neue Verbund- und Kunststoffe entwickelt und auf den Markt bringt. Zum Beispiel können schwarze Kunststoffe von der Sortiermaschine nicht aussortiert werden. Hier ist es nur möglich, einer unabwendbaren Katastrophe zu entgehen, dass, wie bei den Medikamenten, ein Genehmigungsverfahren für Verpackungen eingerichtet wird. Das Ministerium (BUND) teilte mit, dass 2018 5 Mill. Tonnen Kunststoffverpackungen angefallen sind und etwa 1 Mill. Tonne recycelt wurde. Zu dem geringen Abfall, der recycelt wurde, erklärte das Ministerium, dass ein Großteil des Kunststoffes ins Ausland verkauft wird. Hier liegt die Mitschuld an einer noch größeren Umweltkatastrophe, weil der Abfall an Schwellenländer verkauft wird. Deutschland wird mit diesem Abfall nicht fertig und überlässt die Probleme damit anderen Ländern. Als Gewissenserleichterung folgt großzügige Entwicklungshilfe. Nicht nur, dass wir in diesen Ländern Schuld an der Umweltzerstörung haben, sondern wir verhindern auch deren eigene Entfaltung. Beispiel: Eine einheimische Touristenführerin sagte uns auf dem Basar in Kairo folgendes: „Geben sie den Kindern auf keinen Fall Geld. Dieses leicht verdiente Geld verleitet zum Betteln und sie bemühen sich nicht, durch Arbeit Geld zu verdienen.“ Ein hervorragender Vorschlag eines Europa-Parlamentariers in Brüssel war, dass jedes Land seinen Müll im eigenen Land recyceln muss und die Ausfuhr unter Strafe gestellt werden soll.

Die Müll-Trennung: © Foto: Maik Schwertle / pixelino.de

Gelber Sack und die Abfalltonnen: Nicht in die Abfalltonne, sondern in den Sondermüll, gehören: Energiesparlampen, Batterien, Chemikalien, Gartenabfälle, Bauschutt, Renovierungsabfälle, Elektroschrott, Möbel und Sperrmüll. Hierfür werden von jeder Stadt oder Gemeinde ein Wertstoffhof oder eine Verbrennungsanlage angeboten, wohin diese Teile entsorgt werden können. Elektrogeräte können auch beim Elektrofachhandel entsorgt werden. Man muss jedoch vorher Batterien und Akkus aus den Geräten entfernen. Diese Akkus wiederum können in Sammelboxen, die in Fachgeschäften stehen, entsorgt werden.

Gelbe Mülltonne (gelber Sack): In diesem Abfallsystem kommt es zu den meisten Fehlern. Durch Windeln, Essensreste und vieles andere mehr kann der gesamte Tonneninhalt nicht mehr recycelt werden. Die Entsorgungsbetriebe schlagen Alarm und melden, dass in einigen Gebieten und Städten ein Fehleinwurf bis zu 60 % stattfindet. Verwirrend ist der grüne Punkt. Das ist ein altes System, das von einigen Firmen betrieben wurde. Seit 2009 sind alle Firmen verpflichtet, sich am dualen System zu beteiligen. Generell kann man sagen, dass im gelben System nur Leichtverpackungen entsorgt werden dürfen. Becher sollten nicht gestapelt werden. Verpackungen mit unterschiedlichen Materialien wie z. B. Joghurtbecher voneinander getrennt und Deckel abgelöst werden. Die Teile brauchen nicht gespült werden, es reicht löffelrein.

Orange-Wertstofftonne: Jede Kommune handhabt es zwischen gelber und orangener Tonne anders. Generell sollten hier die Nichtverpackungen entsorgt werden, Plastikspielzeug, Kleiderbügel, Pfannen, Metalle, Töpfe usw. Einige Handelsketten unterstützen den Käufer, indem sie Trenn- und Recyclinghinweise auf die Verpackung aufdrucken. Nicht hinein gehören elektronische Teile, Gefahrstoffe, Kugelschreiber, Feuerzeuge, CDs und Filzstifte.

Braune/Grüne Tonne, Biomüll: Obst-, Gemüse-, Eierschalen und Grünabfälle, Speisereste, Teebeutel und Tierstreu, wenn es biologisch abbaubar ist, können hierin entsorgt werden. Ferner können Taschentücher, Servietten, Küchenkrepp, Kaffeefilter und Plastiktüten, wenn sie biologisch abbaubar sind, darin entsorgt werden. Manche Kommunen lassen den Einwurf von unbehandeltem Holz und Blumenerde zu.

Blaue Tonne für Papier: In diese Tonne gehören Kartons, Pappe, Zeitungen, Zeitschriften, Verpackungen aus Papier, Prospekte, Kataloge, Hefte, Bücher und Zigarettenschachteln, wenn Silberpapier und Folie entfernt wurden. Achtung: Papier, das beschichtet ist, Fotos, Postkarten, Kassenbons, Fahrscheine, Konzertkarten, dürfen nicht eingeworfen werden. Neuerdings dürfen auch Briefumschläge mit Fenster darin entsorgt werden.

Graue Tonne für Hausmüll: In diese Tonne gehören Windeln, Hygieneartikel, Geschirr, Trinkgläser, Flachglas, Tierstreu, Filzstifte, Staubsaugerbeutel, Asche, verschmutztes Papier, Fotos, Kassenbons und Fahrkarten.

Grüne, braune und weiße Container für Glas: Die entsprechende Glasfarbe entscheidet, welcher Container benutzt werden soll. Bei roten oder blauen Flaschen werden diese in den grünen Container eingeworfen. Nicht hinein gehören: Kristallgläser, Mikrowellengeschirr aus Glas, Flachglas, Trinkgefäße, Fensterscheiben, Parfümflakons und Cremedosen aus Glas. Die Recyclingquote in Deutschland war 2017 mit 85 % sehr hoch. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch beim Falscheinwurf, wenn Buntglas in den Weißglascontainer eingeworfen wird, entsteht ein enormer Aufwand, um dieses aus dem Recyclingsprozess zu entfernen.

2.17 – Die Müll-Verbrennungsanlage

a) Allgemeines: Im Jahr 2005 gingen die Nachrichten durch die Presse, dass sich in der Region Neapel eine Ökokatastrophe abspielt. Die Müll-Mafia hatte die Entsorgung übernommen und deponierte den Müll in alle möglichen Täler und Gruben am Rande der Stadt. Die illegalen Deponien vergifteten die Umwelt und die Menschen. Die Krebsrate stieg enorm und Kinder mit Missbildungen wurden verstärkt geboren. Eine weitere Entsorgung erfolgte durch den Verkauf in großem Stil nach Deutschland. Täglich lieferte die Müll-Mafia an die Verbrennungsanlagen der Städte Leipzig und Bremerhaven bis zu 1,5 Tonnen und insgesamt 18 Mill. Tonnen pro Jahr nach Deutschland. Der größte Anteil wurde in Krefeld und Weisweiler (NRW) verbrannt. Dies ermöglichte der Müll-Mafia, in den normalen Hausmüll Gift- und Sondermüll unterzumischen. Der damalige Regierungschef Berlusconi weihte im Jahre 2009 eine Müllverbrennungsanlage in der Nähe von Neapel ein.

b) Deponie-Verbot 2005: Es verbietet, dass unbehandelte Abfälle auf normalen Deponien gelagert werden. Durch diese Verordnung hat sich das Verbrennen von Müll durchgesetzt. Somit werden die Abfälle der Restmülltonne verbrannt. Für die Umwelt hat diese Umstellung eine positive Auswirkung. Die schädlichen Methangase, die von Deponien ausgehen, sind nach Aussage von NABU um 80 % zurückgegangen.

Resümee: Der Nachteil einer Müllverbrennung ist, dass man nicht kontrollieren kann, was sich im Müll befindet. So können Batterien oder andere giftige Stoffe enthalten sein, die schädliche Abgase erzeugen. Deshalb ist die Filterung der Abgase einer Verbrennungsanlage eine sehr komplizierte und kostenintensive Aufgabe.

2.18 – Die Bekleidungsindustrie

Die Bekleidungsindustrie erzeugt mehr Kohlendioxid (CO²) als die Schifffahrt und der Flugverkehr zusammen. Für die Herstellung der beliebten Blue Jeans (0,8 Kg schwer) braucht man 8.000 Liter Wasser, das verbraucht jeder Deutsche (Trinkwasser, Duschen, Toilettenspülung usw.) in etwa drei Monaten, wobei die USA den doppelten Wasserverbrauch haben. Etwa 50 % des Wasserverbrauchs für Kleidung (1 Kg/10.000 Liter) verbraucht allein die Herstellung von Baumwollstoff. Zum Vergleich: Um 1 kg Rindfleisch zu erzeugen, braucht man 15.000 Liter Wasser.

Das Fassungsvermögen von 200 Mill. m³ gestautem Wasser der Edertalsperre in Hessen wird von der chinesischen Stadt Xintang monatlich gebraucht, um ihre hergestellten Blue Jeans zu waschen, dazu kommt noch das verseuchte Abwasser als größte Umweltkatastrophe.  

Die Herstellung der Blue Jeans ist ein gutes Beispiel, wie unverantwortlich der Mensch mit seinen Ressourcen und den Menschen umgeht, wobei nur eine Herstellungsregion „Xintang“ in China betrachtet wird. In dieser Region werden jährlich über 300 Millionen Blue Jeans gefertigt. Wie die Arbeiter und die Umwelt unter den entstehenden giftigen Dämpfen und Abwässern leiden, kann nicht beschrieben werden. Sicher ist, dass es irgendwann zur Katastrophe kommen wird. Dabei wird nur die Ressource Wasser betrachtet. Für die Herstellung der 300 Mill. Blue Jeans braucht die Region „Xintang in China“ monatlich das Wasservolumen von 200 Mill. m³, das entspricht dem Wasservermögen der Edertalsperre. Deshalb wird empfohlen, beim Kauf von Baumwolle auf das Fairtrade Label zu achten. Heute werden von europäischen Jeansherstellern bereits die Nachbehandlungen ohne Wasser (Laser) durchgeführt. Des Weiteren wird das Garn ohne Chemikalien gefärbt und das Abwasser kann somit ökonomisch und umweltfreundlich verwendet werden. Hier werden bei der Herstellung der Baumwolle biologische Pflanzenschutzmittel verwendet und der Wasserverbrauch um etwa 75 % drastisch reduziert.

2.19 – Der Gütertransport in Deutschland:

Seit Jahren will die Bundesregierung den Transport von der Straße verstärkt auf die Schiene bringen. Doch jedes Jahr steigt der Transport auf den Straßen. Laut Umweltbundesamt werden im Straßengüterverkehr 74,2 % (3200 Mill. T.), im Schienengüterverkehr 19 % (350 Mill. T.) und in der Binnenschifffahrt 6,8 % (225 Mill. T.) der Güter transportiert. Resümee: Trotzdem man weiß, dass der Schienengüterverkehr das 7 fache und die Binnenschifffahrt das 3 fache weniger Treibhausgase gegenüber dem LKW-Transport erzeugen, nehmen diese Transportmöglichkeiten kontinuierlich ab und der Transport über die Straße steigt jährlich an.

2.20 – Strom aus Windkraftanlagen

Die Stromerzeugung durch Windkraft spielt in der Energiewende eine bedeutende Rolle. Der Energieträger (Wind) steht kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung. Mit einem Generator wird mechanisch drehende Energie in Strom umgewandelt. Nach etwa 12 Monaten haben sich Betriebs-, Herstellungs- und Entsorgungskosten amortisiert. Hingegen amortisieren sich die konventionellen Energieerzeuger (Kohle, Öl, Gas, Atomstrom) nie, weil immer mehr Energie in Form von Brennstoffen eingesetzt werden muss, als man dadurch Nutzenergie erhält.

Entwicklung: In den 1990er Jahren wurden Windräder verstärkt in Deutschland aufgestellt, insbesondere in den windreichen Küstenregionen. Durch die moderne Weiterentwicklung von hohen Anlagen besteht die Möglichkeit, sie in Waldflächen zu installieren. Durch die entwickelten großen Rotorblätter ergab sich auch eine wirtschaftliche Aufstellung im Inland. Eine Neuerung (Pepowering) ist das Ersetzen einer Anlage durch eine leistungsstärkere Anlage. Es bedeutet eine Leistungssteigerung, ohne zusätzliche Flächen zu belegen. Zurzeit sind rund 27.000 Onshore-Anlagen an Land und 1.300 Offshore-Anlagen im Meer.

Planung und Genehmigung: Windenergieanlagen können gemäß dem Baugesetzbuch (BauGB) im Außenbereich von bebauten Ortsteilen errichtet werden, wenn der vorgeschriebene Abstand (400-600 m) zur bebauten Fläche eingehalten wird. Die Anlagen, die höher als 50 m sind, müssen nach dem Bundes-Immissionsgesetz genehmigt werden; die kleineren Anlagen nach dem jeweiligen Baurecht des Standortes. Zurzeit beabsichtigt die Bundesregierung den Abstand eines Windrades von mindestens 5 Häusern auf 1000 m festzulegen. Die Reaktion darauf ist Stillstand. Der Bau von 2500 Windrädern pro Jahr ist auf 500 Stück gesunken. Es ist verständlich, dass Investoren zurückschrecken. Die Genehmigung zur Errichtung eines Windparks dauert etwa 6 Jahre. Durch die Änderung müssten die laufenden Genehmigungen neu eingereicht werden.


Die modernen Windräder werden heute so hoch über die Baumgipfel errichtet, dass sie nur noch einige Vogelarten vertreiben. In der Evolution der Tierwelt geschieht das innerhalb einer Generation, sie brüten einfach 500 m entfernt vom Windrad. © Foto: Rainer Sturm / pixelino.de

Beeinträchtigung des Menschen: In früherer Zeit war der bewegte Schatten der Flügel und Lichtrefflektionen (Diskoeffekt) für nahe stehende Häuser ein Problem. Heute sind Flügelblätter mit einem nicht reflektierenden Farbanstrich versehen und der Abstand von den Häusern ist heute so weit, dass keine Beeinträchtigung mehr entsteht. Das früher störende Summen von Rotor und Flügeln ist durch die Weiterentwicklung deutlich reduziert worden. Ferner ist über die Lärmemissionen eine Vorschrift (TA Lärm) erlassen worden. Die Gefahr der Vereisung hat man gebannt, indem die Flügel beheizt werden, bzw. bei Vereisung wird eine automatische Abschaltung vorgenommen.

Beeinträchtigung von Natur und Landschaft: Jedes Bauwerk in der Natur ist ein Eingriff in Natur und Landschaft. Deshalb sollte ein Windpark vorhandene Straßen nutzen, damit so wenige Bäume wie möglich gefällt werden müssen. Die meisten Tierarten werden durch den Windpark nicht gestört. Einige Vögel, insbesondere die Fledermaus und die Greifvögel, werden durch die drehenden Flügel extrem gestört. Dies ist, gemäß Untersuchungen, kein Problem, die Tiere suchen sich ein anderes Jagdrevier.

Windparks auf See (Offshore): Die Stromgewinnung auf dem Meer ist effektiver. Nicht nur, dass der Wind stärker bläst, er ist auch kontinuierlicher. Jedoch ist die Verankerung der Fundamente bei großen Meerestiefen sehr aufwändig. Weiterhin fordern das Salzwasser, die Windgeschwindigkeiten und der hohe Wellengang hohe Anforderungen an die Technik. So wie es beim Wald ein Eingriff in die Natur ist, so ist es auch bei der Offshore Anwendung ein Eingriff in die Unterwasserwelt. Aus Erfahrung kann man sagen (versenkte Schiffe), dass Fundamente und Stäbe eine schönere Unterwasserwelt schaffen als vorher, insbesondere in der Nordsee. Die Bundesregierung plant bis 2030 Windparks mit 25 Gigawatt installierter Leistung.

Resümee Windkraft: Jedes Bauwerk ist eine Zerstörung der Natur, insbesondere im Wald. Jedem Kritiker muss die Frage gestellt werden, welche Alternative man zu Kohle-, Öl- und Atomkraft hat? Die Windkraftanlage ist der wichtigste Teil der Energiewende und jeder günstige Windstandort sollte ausgenutzt werden. Damit die Umweltzerstörung so gering wie möglich gehalten wird, sollte die Stromverschwendung eingedämmt werden. Warum muss ein Fußballverein die Spiele Freitagabend mit Flutlicht durchführen, wenn es samstags ohne Flutlicht geht? Ferner wird von Naturschützern suggeriert, dass jährlich zehntausende Vögel durch Windräder umkommen. Das können wir von den Windparks in den Wäldern der Nordeifel nicht bestätigen. Durch die wöchentlichen Exkursionen, das Befragen der Förster und Beobachtungen vom Hochsitz an den Windrädern aus, haben wir folgendes festgestellt: Die Tierwelt wird nicht getötet, sondern verjagt. So wurde beobachtet, dass die Fledermäuse und der Waldkauz verscheucht und der Mäusebussard nur noch vereinzelt gesehen wurde. Auch wird der Zilpzalp mit seinem typischen „Zilpzalp“ nicht mehr gehört, wahrscheinlich weil das Geräusch der Windräder den Gesang übertönt. Wiesel und der Rotfuchs sind kaum noch zu sehen. Ein Tier hat einen Vorteil durch die Windräder und vermehrt sich prächtig, die Waldmaus. Von Umweltschützern sollten auch Debatten geführt werden über:

Glashäuser: An den Glasfenstern der Glaspaläste und Häuser sterben jährlich in Deutschland etwa 18 Mill. Vögel. Dazu kommt noch die Vernichtung von Heizungsenergie. In Europa werden nach dem Bundesamt für Naturschutz etwa 90 Mill. Vögel durch Glas getötet.

Bahn: Je schneller die Züge werden, desto mehr Vögel und Insekten sterben. Es wurden Strecken mit 160 km/h untersucht. Hier kam es bis zu 20 Vogelschlägen auf einer Strecke von 250 km. Bei einem Tempo mit 200 km/h waren es bereits 38 Vogelschläge.

Agrargifte: Diese Tötungsart ist so umfangreich, dass man die Anzahl der getöteten Tiere und Insekten nicht ermitteln kann. Durch die Insektenvernichtung wird manchen Vogelarten auch die erforderliche Nahrung entzogen und sie so zum Aussterben verdammt sind.

Straßenverkehr: Diese größte Tötungsart durch den Menschen erlebt jeder Autofahrer tagtäglich, wenn er die toten Tiere am Straßenrand oder die Insekten an der Autoscheibe kleben sieht. Hierzu sind kaum konkrete Studien gemacht worden. Man vermutet die Tötung bei Vögeln im mittleren zweistelligen Millionenbereich pro Jahr. Der Straßenbauer hat bereits sehr viel dazu gelernt. So sind Straßenranderhöhungen mit Bepflanzungen sehr hilfreich, hinzu kommt noch die gekrümmte Streckenführung, die zu langsamerem Fahren verleitet. Vogelfang: In Deutschland ist der Vogelfang verboten ist, aber nicht in allen anderen europäischen Ländern. In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG wurde berichtet, dass 2010 in Europa jährlich legal 120 Mill. Wildvögel gefangen wurden und illegal über 100 Mill. von Katzen. In den USA haben Studien ergeben, dass 1,4 bis 3,7 Milliarden Vögel und 6,9 bis 20,7 Milliarden kleine Säugetiere von Katzen getötet werden. In Deutschland gibt es keine Studien darüber.

Autoverkehr: Wer hat noch nie ein Tier mit dem Auto getötet? © Foto: Rike / pixelio.de

2.21 – Das Internet

Die Computersysteme mit ihrem weltweiten Datennetz haben heute bereits den Kohlendioxidausstoß (CO2) des gesamten Flugverkehrs übertrumpft. In den letzten 5 Jahren hat sich der Stromverbrauch des Internets verdoppelt. Yahoo und Google haben Stromrechnungen von mehreren Millionen Euro im Monat. Verdeutlicht gesagt, ein Serverpark verbraucht soviel Strom wie 80.000 Haushalte. In Deutschland hat sich der Strompreis innerhalb von 5 Jahren verdoppelt. Ein weiterer Aspekt der Umweltverschmutzung ist die kostenlose Rücksendung von gekaufter Ware im Internet, bei der wir Deutschen Weltmeister sind. Oft wird rücksichtslos Kleidung bestellt, das Preisschild versteckt und nach Gebrauch kostenlos zurückgeschickt. Ein wichtiger Punkt in Zusammenhang mit dem Internet ist erwähnenswert, und zwar die Steuern. Die zahlreichen Umweltaktionen werden durch deutsche Steuergelder bezahlt. Es gibt im Internet viele Einkaufsplattformen und Netzbetreiber, die in Deutschland keine Steuern bezahlen. Hier ist eine Einkaufsplattform zu benennen, die in diesem Zusammenhang eine Kehrtwende vollzogen hat, und zwar Ebay. Diese Verkaufsplattform hat in Deutschland eine GmbH angemeldet, somit werden die Einnahmen in Deutschland versteuert und die Geldüberweisungen gehen nicht mehr nach Luxemburg.

2.22 – Das Smartphone / Handy

Ein negativer Umweltfaktor ist der Gebrauch und Verbrauch von Handys oder Smartphone. Im Schnitt werden alle 1,5 Jahre ein neues Handy oder Smartphone gekauft, nicht weil es defekt ist, sondern weil die Hersteller mit immer neueren Funktionen locken, die man unbedingt haben und ausprobieren muss, auch wenn man sie nicht benötigt. Bei der Herstellung eines Handys wird 10-mal mehr Energie verbraucht, als die Nutzung braucht. Weltweit besaßen im Jahr 2010 etwa 1 Milliarde Menschen ein Handy/Smartphone, heute sind es weit über 3 Milliarden. Wissenschaftler haben berechnet, dass bei dieser Steigerung im Jahre 2050 die weltweiten Emissionen 15 % Handys und Smartphone verursachen. Sie enthalten ca. 60 Metalle. Die wichtigsten sind, Tantal, Kobalt, Seltener Erden sowie Gold, Silber, Palladium, Platin, Zinn, Eisen, Aluminium und Kupfer. Welcher Wert in den Handys und Smartphone stecken, zeigt nur das Beispiel Deutschland. 55 Mill. Handys und Smartphone sind in Deutschland im Gebrauch. Etwa 120 Mill. Handys und Smartphone liegen in den Schubladen und werden nicht gebraucht. Umweltorganisationen bekommen 2,10 Euro für jedes Handy, das recycelt wird. Wenn man die nicht gebrauchten Handys oder Smartphone zur Verfügung stellt, würden diese Organisationen 252 Millionen Euro als Spende erhalten. Welche Umweltzerstörung Handys und Smartphone erzeugen, wird an dem Metall Tantal beschrieben, wobei es bei den Metallen Seltener Erden und Kobalt die gleichen Umweltprobleme gibt. Es stammen 55 % der weltweiten Gewinnung des Coltan-Erzes, aus dem das Metall Tantal gewonnen wird, aus dem Kongobecken in Afrika. Als die belgische Kolonialmacht 1960 abzog, fingen die Stammeskriege an, die bis 2008, nach dem offiziellen Kriegsende, etwa 6 Mill. Menschen das Leben kostete. Einziger Grund für den Krieg war die Verteilung der Bodenschätze, insbesondere ging es um die wichtigen Metalle Tantal und Kobalt. Trotz Friedensvertrag gehen die Auseinandersetzungen unter den Stämmen weiter, wobei der Bergbau den Kauf von Waffen fördert. Nicht nur Mord und Totschlag erzeugen diese Bodenschätze, sondern auch enorme Waldrodungen mit Ausrottung der Berggorillas. Im dortigen Bergbau gehört Kinderarbeit zur normalen Arbeitswelt. Ferner gehören die unzureichende Absicherung des Stollenbaus zum normalen Alltag, wie auch die tödlichen Unfälle. Die größten Umweltverschmutzer bei den Geräten sind die Hersteller selbst. Es wird ein Lebenszyklus konzipiert, der immer kürzer wird. Ferner werden beim Gerät die Bauteile verklebt oder der Akku nicht mehr austauschbar gemacht, um somit eine Reparatur nicht mehr zu ermöglichen. Des Weiteren wird durch teure Austauschteile die Reparatur so verteuert, dass nur noch die Anschaffung eines Neugerätes bleibt. Resümee, Handys und Smartphone: Einige Hersteller dieser Geräte haben eine Konzeption der Bauweise, die jegliche Nachhaltigkeit vermissen lässt. Was würde man sagen, wenn einem in der Autowerkstatt gesagt wird, dass der Motor nicht ausgetauscht werden kann, weil er festgeschweißt ist? Das geschieht bei vielen E-Geräten, Staubsaugern, Babyphonen und noch bei anderen Geräten. Sie werden zugeschweißt und kurz nach 2 Jahren Gewährleistung muss das Gerät entsorgt werden.

2.23 – Tierwohl – Menschenwohl

Es ist wichtig, dass Umweltschützer die Nutztierhaltung und deren Transport auf gesetzmäßiges Verhalten kontrollieren, da viele Erzeuger nur die Gewinnoptimierung sehen. Aber ebenso müssen manche Aktionen von Tierschützern kritisch hinterfragt werden.

Tierwohl-Biber: Das Thema Biber ist oftmals mit Konflikten behaftet. Einerseits ist das Tier laut Tierschutzgesetz geschützt und man findet bei Tierschützern viele Argumente, die Biber wieder anzusiedeln. Andererseits vertreten Bauern, Waldbesitzer und vorausschauende Umweltschützer einen anderen Standpunkt. Seit 2001 gibt es Biber im Ulmer Stadtgebiet. Probleme bereiten sie der Stadt im Stadtpark „Friedrichsau“. Hier kommen sich Mensch und Fauna ins Gehege. Von den rund 1300 geschützten Bäumen haben etwa 130 die Biber umgelegt oder mussten von der Stadt wegen Biberschäden gefällt werden. Etliche Bäume und Sträucher in der Nähe der Biberkolonien wurden bibersicher gemacht d. h. Baumstämme mit Maschendraht umhüllt. Wandert man durch den herrlichen Auenwald bei Elchingen, verschlägt es einem den Atem, wenn man die vielen großen, oft mehrere 100 Jahre alten Bäume liegen sieht, die die Biberkolonie zur Strecke gebracht hat, insbesondere eine 400 bis 500 Jahre alte Eiche mit einem Umfang von über 4 m. Dieser Baum hätte 10 bis 15 Tonnen Sauerstoff im Jahr erzeugt und dementsprechend CO2 vernichtet. Als Freund des Waldes kann man die Biber eigentlich nicht nennen.

Auenwald im Landkreis Neu-Ulm: Die schönste Eiche der Region, mit einem Alter von etwa 700 bis 800 Jahren, fällte eine Biberfamilie innerhalb von 4 Monaten. Blätter und Rinde dieser Eiche hätten im Jahr etwa 10 bis 15 Tonnen Sauerstoff erzeugt.

Resümee Biber: Ist es nicht auch Tierquälerei in der Nähe von menschlichen Siedlungen Biber auszusetzen? Die Biber vermehren sich ungehindert wie auch im Langenauer Ried zu sehen ist. Jungtiere werden aus der elterlichen Behausung geworfen und vertrieben. Sie wandern bis zu 100 km, um eine neue Biberkolonie zu gründen. Hierbei kommen viele ums Leben, da sie Straßen überqueren und durch Ortschaften laufen müssen.

Tierwohl-Bienen: Die Bienenvölker werden in der heutigen Zeit durch die Umweltgifte aus der Landwirtschaft und Krankheiten sehr stark dezimiert. Bei einer Krankheit hilft der Mensch mit, dass diese übertragen wird, und zwar bei der amerikanischen Faulbrut. Die Faulbrut sind Bakterien, die über das Blut nur die Brut angreifen. Es gibt die europäische Faulbrut, die für das Bienenvolk harmlos ist, jedoch die Bakterien der amerikanischen Faulbrut sind für die Bienenbrut tödlich. Aus diesem Grund muss jeder Imker diese Krankheit melden. Die Sporen dieser Bakterien befinden sich im ausländischen Honig aus Südamerika, China und auch aus Kanada, der in Supermärkten verkauft wird. Einige Menschen füttern die Bienen mit diesem Honig an und sind der Meinung, sie würden ihnen einen Gefallen tun. Auch gelangen aus Unwissenheit die Honiggläser ungespült in den Altglascontainer. Die Seuche wird dann durch Bienen, die diese Honigreste aufnehmen, in den Bienenstock getragen. Die Seuche wird zudem weiter verbreitet wenn das Bienenvolk geschwächt ist und andere räuberische Bienen den Honig verschleppen. Sporen dieser Seuche sind für die erwachsenen Bienen und den Menschen ungefährlich. Es sollte der Honig gemieden werden, der mit den Etiketten „HONIG AUS NICHT EU-LÄNDERN“ deklariert ist. In den Städten freuen sich die Menschen, dass sie immer mehr Blütenbestäuber sehen wie Honigbienen, Hummeln, Wespen und Wildbienen. Das zeigt aber auf, wie krank die Natur ist. Die intensive Landwirtschaft treibt sie in die Städte. Hier sollte der Gesetzgeber schnellsten eingreifen und Gesetze für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft – weniger Dünger und Pestizide und mehr Ackerstreifen mit Blumen und Hecken – erlassen. Die Gier nach Gewinnoptimierung der Bauern sägt den Ast ab, auf dem sie selbst sitzen. 80 % der Nutzpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Da es immer einen Kampf zwischen ökologischer und konventioneller Feldwirtschaft geben wird, sollte hier der Gesetzgeber eingreifen.

Menschenwohl-Braunbär: Im Jahr 2006 wanderte ein Braunbär ins bayrische Graswangtal ein, dem man den Namen Bruno gab. Die Naturschützer waren begeistert, seit der Ausrottung im Jahr 1834, wieder einen Braunbären im bayrischen Gebirge zu sehen. Während seiner Streifzüge riss er auch Haus- und Nutztiere, vor allem Schafe, in der Nähe von Siedlungen. Was hätte wohl geschehen können, wenn er Kindern, deren Schulweg am Waldgebiet vorbeigeht wo sich der Bär aufhielt, begegnet wäre? Er wurde von der bayrischen Regierung als Problembär eingestuft, der eine Bedrohung für den Menschen darstelle, und im Juni 2006 erschossen. Resümee: Bei diesem Fall wird klar, dass Menschenschutz Vorrang haben muss. Was würden Tierschützer sagen, wenn ihr Kind oder ihre Haustiere vom Bär überfallen und getötet würden? Die Verharmlosung der Wildtiere wird oft von Tierfilmern gezeigt. Sie zeigen sich, wie sie wenige Meter neben einem Bären mit der Kamera stehen, der gerade einen Fisch fängt. Sie suggerieren dem Zuschauer wie sensationell und harmlos das sei. Viele Menschen werden jährlich von Bären getötet. In Europa sind es etwa 35 Menschen. Die kanadische Stiftung “B. C. Conservation Foundation“ berichtet, dass in Kanada und in den USA jährlich durchschnittlich 700 Schwarzbären und 35 Grizzlys getötet werden, weil sie zur Gefahr für den Menschen werden.

Menschenwohl-Windkraft: Jedes Bauwerk in der Natur ist eine Zerstörung, insbesondere im Wald. Aber es muss die Frage gestellt werden, welche Alternative man zu Kohle-, Öl- und Atomkraft hat? Windkraftanlagen sind der wichtigste Teil der Energiewende und jeder günstige Windstandort sollte ausgenutzt werden, egal ob sich an dieser Stelle ein Biotop befindet oder der Feldhamster dort wohnt. Siehe hierzu 2,20.

Menschenwohl-Wildtiere: Tierliebhaber sind begeistert über die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. Der Wolf, der jetzt noch vereinzelt Schafe und Kälber reißt, wird zur Plage werden, es ist nur eine Frage der Zeit. Jeder angerichtete Schaden müsste in vollem Umfang begleichen und darf nicht mit Almosen abgetan werden. Wildtiere, die bereits zur Plage geworden sind: Wildschweine die Äcker, Gärten, Fußballplätze zerstören, Kormorane, die Fischteiche leeren, Wildgänse, die ganze Äcker kahl fressen und Biber, die Nutzflächen unter Wasser setzen; sie sollten bekämpft werden. Hierzu mahnt auch Hilmar Freiherr von Münchhausen von der Deutschen Wildtier-Stiftung, dass diese Probleme offen anzusprechen sind und eine romantische Verklärung hier nicht hilft.

Menschenwohl-Gesundheit: Laut eines UN-Berichtes sind weltweit 25 % aller Todesfälle im Jahr 2015 auf die Luftverschmutzung, den Antibiotika-Einsatz und die Verschmutzung der Flüsse und Ozeane zurückzuführen. Die Meinung der Wissenschaftler ist, dass man gegensteuern kann, indem man die Lebensmittelverschwendung und den übermäßigen Fleischverbrauch stoppt.

Menschenwohl-Krieg: Kriege haben nicht nur fatale Auswirkungen auf den Menschen, sondern auch auf die Natur. Vietnam-Krieg: Um die Entlaubung des Urwaldes zu ermöglichen, versprühte man das Umweltgift „AGENT ORANGE“. Hier wurden nicht nur Grundwasser und Böden vergiftet, sondern die Menschen leiden noch 60 Jahre danach, da immer noch Kinder verkrüppelt geboren werden. Syrien-Krieg: Große Umweltschäden sind entstanden, als die Erdölraffinerien bombardiert wurden. Die ölzersetzenden Mikroben werden wohl hundert Jahre brauchen, um die verseuchten Gebiete zu säubern. Schwere Umweltschäden werden auch von der sogenannten Uranmunition erzeugt. Sie verseuchen den Boden und das Grundwasser mit radioaktivem Material. Ferner sind Fassbomben und Landminen ein großes Problem für die Umwelt und den Menschen. Irak-Kuwait-Krieg: Über 1 Mill. Tonnen Erdöl wurden absichtlich ins Meer geleitet oder stammen von zerschossenen Öltankern. Durch die geringe Wassertiefe des persischen Golfes ist der Schaden für die Unterwasserfauna und -flora besonders groß. Über den Schaden der Kleinstlebewesen kann keine Auskunft gegeben werden, aber der 800 Kilometer lange Ölteppich hat hunderte Wale, Seekühe, Delfine und andere große Meeressäuger stranden lassen.

2.24 – Das Vogelfutter

In einem Punkt liegt die Gefahr im Samen selbst, und zwar kann im Vogelfutter der Samen der Ambrosia Pflanze enthalten sein. Die Ambrosiapflanze ist eine hochallergene Pflanze. Die Pollen erzeugen Atemnot, Husten, Augenjucken und können sogar Asthma auslösen. Ursprünglich ist es eine eingeschleppte Pflanze aus Nordamerika, die auch im Samen für Blumenfelder zum Selbstpflücken, entdeckt worden ist. Achtung: Die Ambrosia-Pflanze darf nicht in den wieder verwendbaren Kompost oder in die Grünabfalltonne gelangen, sie muss in die Restmülltonne oder verbrannt werden. Der Riesen-Bärenklau oder auch Herkulesstaude genannt, kommt ursprünglich aus dem Fernen Osten. Über Osteuropa hat sich die giftige Pflanze bis nach Westeuropa ausgebreitet, sie verdrängt in ihrem Umfeld jede heimische Pflanze. Bei Berührung dieser Pflanze entstehen auf der Haut starke Verbrennungen. Man sollte dann sofort einen Arzt aufsuchen.

Eine große Umweltorganisation beschreibt auf ihrer Kinderseite im Internet, wie man Vogelfutter herstellt. Hier wird empfohlen, mit Kokosfett Meisenknödel herzustellen. Für Kokosfett werden die Urwälder in Brasilien und Asien gerodet. (siehe 1.1E)

2.25 – Die Ledergerbung

Leder für Kleidung, Schuhe und Möbel ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Der menschliche Körper berührt tagtäglich Leder. Die konventionelle Gerbung: Die Gerbung von Leder erfolgt durch Chromverbindungen, die sehr giftig sind. Sie können Allergien auslösen und stehen unter Verdacht, Krebs zu erzeugen. Der Gefahr ausgeliefert sind die Gerber selbst, die permanent die giftigen Dämpfe einatmen. Die pflanzliche- und Bio-Gerbung: Das Leder mit Naturprodukten zu gerben, ist aus gesundheitlichen Gründen die bessere Wahl, einem erhöhten Lungenkrebsrisiko vorzubeugen. Man sollte auf das Label achten, insbesondere bei Schuhen und Lederkleidung.

2.26 – Von Menschenhand erzeugte Umwelt-Katastrophen

1946 – 1958, Atombombentest Bikini-Atoll (Marshallinseln): Von den weit über 2.000 Atombombentests, die weltweit vollzogen wurden, werden hier 2 amerikanische Atomtests beschrieben. Die gesamten weltweiten Tests haben etlichen Millionen Menschen das Leben gekostet, ohne dass sie direkt im Testgebiet anwesend waren. Ferner wurde durch diese Tests der Natur enormer Schaden zugefügt. Der US-Komiker Bob Hope sagte zur Auswahl des Bikini-Atolls als Atombomben-Testgebiet: „Nach dem Krieg entdeckten wir ein Gebiet, das vom Krieg unberührt geblieben war, und wir schickten es zur Hölle“. Die etwa 200 Menschen wurden auf die Nachbar-Atolle umgesiedelt mit der Versicherung, es sei nur für kurze Zeit. Heute ist das Bikini-Atoll so verstrahlt, dass es unbewohnbar ist. In den 12 Jahren warf man 22 Sprengkörper ab, und manches Atoll wurde total vernichtet. 1954 warf man eine Wasserstoffbombe ab, die 100.000-mal stärker war, als die Bombe von Hiroshima. Nicht nur, dass man den Einwohnern ihre Heimat wegnahm, so wurde der vom „Nuklear Claims Tribunal“ versprochene Schadenersatz, laut „Spiegel“, nur zum Teil ausbezahlt. Zu dieser ganzen Umwelttragödie kommt noch die Erderwährung. Die Marshallinseln liegen im Schnitt 3 Meter über dem Meeresspiegel und die Überschwemmungen werden jedes Jahr schlimmer.

1951 – 1963, Atombombentest Wüste Nevada (USA): Wie unwissend man über die Langzeitwirkung der unsichtbaren Strahlen war zeigt auf, dass das Testgebiet der US Army nur 100 km von Las Vegas entfernt lag. Ferner wurden 11 km vor dem Explosionsgebiet in Schützengräben Soldaten in Stellung gebracht, die nach der Explosion auf den Atompilz ohne jeglichen Schutz zugingen. Die einzige Warnung war, nicht in den Atomblitz zu schauen. Die meisten dieser Soldaten (einige tausende) starben später an Leukämie, die von der radioaktiven Strahlung ausgelöst wurde. Etwa 800-mal wurden Bomben in der Wüste Nevada unter der Erde gezündet und etwa 100-mal oberhalb. Die Armee versicherte der Bevölkerung, dass es völlig ungefährlich sei. 1954 kamen 6 Millionen Touristen nach Las Vegas zu den sogenannten Bomb Partys. Bereits der erste Test 1951 wurde mit einer Musikparade gefeiert. Am Schluss der Parade kamen junge Damen in einem Kostüm, das den Atompilz darstellte. Einheimische und Touristen fuhren in die Wüste, um bei einem Picknick dem Atompilz zuzusehen und waren begeistert über das ohrenbetäubende Geräusch. Dies wurde in den 12 Jahren alle 3 Wochen durchgeführt. Als einige wenige kritische Stimmen über den atomaren Staubregen auf Autos und Häusern laut wurden, sind die Menschen von der Armee mit dem Ratschlag beruhigt worden, dass sie alles kurz abduschen sollten. In den 12 Jahren, in denen die Atomtests stattfanden, hat in Las Vegas keine einzige Demonstration gegen diese Atomtests stattgefunden.

1952, Forschungsreaktor Chalk River (Kanada): Dieser Vorfall ging als erster, ernst eingestufter Reaktorunfall, in die Reaktorgeschichte ein. Durch eine Verkettung von Fehlbedienungen und falschen Messanzeigen ergab sich ein Super-GAU. Einige Millionen Liter Kühlwasser überfluteten das Reaktorinnere.

1957, Atomreaktor Majak (Russland, damalige UdSSR): In Majak (Ural) explodierte ein Tank mit 80 Tonnen hoch radioaktiver Flüssigkeit, worauf die angrenzenden Reaktoren stillgelegt wurden. In der Wiederaufbereitungsanlage wurde ein waffenfähiges Plutonium geschaffen. Die freigesetzte Strahlung schätzen Experten 6-mal so hoch wie in Tschernobyl. Um den Reaktor ist das Land so verseucht, dass heute noch ein Sperrgebiet von 150 km² ausgewiesen ist.

1957, Atomreaktor Sellafield (Großbritannien): Der Reaktor geriet außer Kontrolle, als im Inneren ein Brand entstand. Der Grafit des Reaktorkerns hatte sich entzündet. Ungehindert konnten die radioaktiven Gase nach außen gelangen und hunderte km² Land verseuchen. Die beiden Reaktorblöcke wurden stillgelegt. Am Rückbau des Reaktors wird heute noch gearbeitet.

1959, Atomreaktor Simi Valley, Kalifornien (USA): In einem Schnellen Brüter kam es zu einem Unfall, der nicht so bekannt wurde. Durch versperrte Kühlleitungen kam es bei den Brennstäben zur Schmelze. Es wurden von insgesamt 43 Brennstäben 13 zur Schmelze gebracht, wobei die entstehenden radioaktiven Gase an die Außenluft abgegeben wurden.

1963, Bergrutsch in den Vajont-Stausee: Eine Bergflanke rutschte in den italienischen Alpen in den Vajont-Stausee. Die dadurch ausgelöste Flutwelle schwappte über die Staumauer. Die Flutwelle zerstörte vier Orte, dabei wurden etwa 2.000 Menschen getötet. Beim Füllen des Stausees, ein Jahr vorher, bemerkte man, dass sich der Berghang bewegt und man ließ sofort den Aufstau-Vorgang stoppen. Nach einem Jahr der Beobachtung war man der Meinung, dass sich der Hang beruhigt hatte und ließ den Staudamm wieder füllen. Diese Fehleinschätzung kostete einige Monate später knapp 2.000 Menschen das Leben.

1969, Atomreaktor Lucens (Schweiz): Nach der kurzen Inbetriebnahme wurde der Reaktor erneut hochgefahren, wobei es teilweise zu einer Kernschmelze kam. Mehrere Brennstäbe gerieten durch Überhitzen in Brand und verursachten einen Austritt von radioaktivem Wasser.

1969, Atomreaktor Leningrad (Russland): In diesem Jahr ereigneten sich 2 Unfälle. Zuerst barst ein Wärmetauscher, wobei 3 Arbeiter starben, dann wurde der Reaktorkern durch einen Unfall zum Teil zerstört. In beiden Fällen wurde radioaktives Material an die Umwelt abgegeben.

1973, Wiederaufbereitung Sellafield (Großbritannien): Bei diesem Unfall wurden 35 Arbeiter radioaktiv verseucht.

1976, Giftwolke von Seveso (Italien): In einer Chemiefabrik, in der Nähe der norditalienischen Stadt Seveso, kam es zum größten Chemieunfall in der europäischen Geschichte. Durch das Bersten eines Kesselventils entwich aus dem Kessel das hochgiftige Dioxin, das man seither Seveso-Gift nennt. Die Giftwolke verätzte Menschen die Haut und 80.000 Tiere mussten notgeschlachtet werden. Ärzte rieten schwangeren Frauen, die im verseuchten Gebiet wohnten, zur Abtreibung, worauf ein Großteil der Bevölkerung aus dem verseuchten Gebiet floh. An den Häusern der Fabrik und an den angrenzenden Wohnhäusern war die Verseuchung so groß, dass nur ein Abriss infrage kam. An dieser Stelle wurde das obere Erdreich entfernt und Ende 1977 wieder Häuser für 500 Personen errichtet. Wie viele Menschen Opfer wurden, konnte nicht ermitteln werden, jedoch stieg nach dem Unfall die Krebshäufigkeit.

1977-1978, Atomreaktor Belojarsk (Russland): 1977 schmolz die Hälfte der Brennstäbe und die Mannschaft vor Ort bekam eine hohe Strahlendosis ab. 1978 verursachte eine herabstürzende Decke einen Großbrand. Arbeiter die löschten, wurden verstrahlt.

1979, Atomreaktor Harrisburg (USA): Ein bevorstehender Super-GAU durch ein ungeöffnetes Ventil und der dadurch ausgelöste Ausfall der Kühlpumpen war der größte Reaktorvorfall in den USA. Nach einem Warnsignal in der Schaltzentrale wurden die Brennstäbe sofort abgeschaltet und die Reservepumpen des Kühlkreislaufes dazugeschaltet. Das Wartungspersonal war der Meinung, alles wieder unter Kontrolle zu haben. Nur durch einen Schichtwechsel, und damit anderem Personal, wurde der Super-GAU verhindert. Es erkannte, dass auch das Notkühlsystem den Reaktorkern nicht kühlte. Die Brennstäbe erzeugen eine Temperatur von 2000 °C und hochexplosiven Wasserstoff, wodurch es 7 Jahre später in Tschernobyl zur Explosion kam. Man war der Meinung, dass die Kernschmelze (Super-GAU) nicht mehr zu stoppen ist. Trotzdem ließ der Betreiber öffentlich verkünden, dass er alles unter Kontrolle habe. Dennoch empfahl der Gouverneur von Pennsylvanien der Bevölkerung, sich in sichere Entfernung zu begeben. Was die Bevölkerung nicht wusste, tagelang wurden aus dem Reaktorkern radioaktive Gase ins Freie gelassen, um den Druck zu mindern. Nur durch das neue Schichtpersonal, welches das Problem sofort erkannte und die Kühlpumpen zum Laufen brachte, wurde der Super-GAU verhindert. Nach dem Vorfall fand eine 11-jährige Überarbeitung der technischen Anlage statt, die über 1 Milliarde Dollar kostete. In den 30 nachfolgenden Jahren wurde in den USA kein neuer Atomreaktor errichtet.

1984, Bhopal Katastrophe (Indien): Im indischen Bhopal kam es zur weltweit größten Chemiekatastrophe. Durch das austretende giftige Gasgemisch wurden etwa 7.500 Betriebsangehörige einer Chemiefabrik sofort oder innerhalb von 3 Tagen getötet und später starben noch etwa 20.000. Man schätzt, dass heute noch 100.000 bis 150.000 Menschen an den Spätfolgen leiden. Die Ursache dieser Katastrophe war Profitgier des Unternehmers. Es wurde keine Kühlanlage eingebaut, trotzdem dieses Giftgas kühl gelagert werden muss. Ferner wurden in einem dicht besiedelten Gebiet 68 Tonnen Giftgas gelagert, wo hingegen die Richtlinie nur 1/2 Tonne zulässt. Für das Personal wurde das Sicherheitstraining, statt den üblichen 25 Wochen auf 2 Wochen reduziert. Das oberste Gericht Indiens verurteilte den Betreiber zu einer Geldstrafe in Höhe von 480 Mill. US-Dollar.

1985, Dammbruch in Tesero: Im italienischen Trient, nahe der Stadt Tesero, lagen 2 Absetzbecken eines Bergwerkes, gefüllt mit Abraumschlamm. Der 34 m hohe obere Damm brach, ergoss sich in den unteren Damm und zerstörte diesen. Die gemeinsamen Schlammmassen rasten in das Stava-Tal und begruben 270 Menschen unter sich.

1986, Sandoz Unfall (Schweiz): In der Nähe der Stadt Basel wurden durch einen Großbrand in einer Chemiefabrik Lagerhallen zerstört. Tagelang wurde mit Wasser gelöscht. Das Löschwasser ergab eine rotbraune Chemiebrühe, die sich in den Rhein ergoss. Diese Substanz erzeugte eine noch nie dagewesene Vergiftung des Rheinwassers. Das Ergebnis war ein großes Fischsterben, das 400 km abwärts des Rheins sämtliche Fische auslöschte.

1986, Der Super-Gau in Tschernobyl: Der erste Super-GAU bei den Atomreaktoren begann mit einer Versuchsreihe, die außer Kontrolle geriet und einen von 4 Reaktoren zerstörte. Durch die hohen Temperaturen stieg der Anteil an Wasserstoff so hoch, dass die Explosion den Reaktorbehälter zum Explodieren brachte. Der „GAU“ (größter anzunehmende Unfall) ist bis da der schlimmste denkbare Störfall, der beim Betrieb eines Atomkraftwerkes möglich ist. Für diesen Fall sind die Sicherheitssysteme ausgelegt, aber nicht für einen Super-GAU. Die radioaktive Wolke verseuchte nicht nur die Ukraine, Weißrussland und zum Teil Russland, sondern auch Polen, Bayern und Thüringen. In der Staubwolke befand sich das radioaktive Cäsium-137 mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren. Das heißt, dass sich das Cäsium erst in 300 Jahren zerlegt hat. Das Bundesamt für Strahlenschutz teilte mit, dass das Cäsium-137 im Waldboden nur langsam in die unteren Erdschichten durch Regen transportiert wird, bei Äckern schneller. Einen Vor- und einen Nachteil haben die Pilzgeflechte im Boden, sie bringen nicht nur Nährstoffe aus der Tiefe an die Oberfläche, sondern auch Gifte und Schwermetalle und somit auch das Cäsium-137. In Bayern überprüfen noch 30 Jahre nach der Katastrophe mehrere Messinstitute das Fleisch der Wildtiere und Pilze auf Radioaktivität. Unfallreaktion: Die erste Aktion war, wie in Japan 25 Jahre später, Feuerwehrleute wollten mit Wasser das Feuer löschen, was fehlschlug. Danach wurden Militärhubschrauber eingesetzt, die etwa 5.000 Tonnen Bleiplatten, Sand und Lehm auf das Feuer warfen. Hier zeigt sich die Unwissenheit der Verantwortlichen. Bereits die Flamme einer Wachskerze kann Blei zum Schmelzen bringen. Diese verdampften Partikel erzeugten einen noch größeren radioaktiven Rauch und die Sandabdeckung eine Steigerung der Temperatur. Nach 10 Tagen hat man mit Stickstoff gekühlt und brachte mit dieser Aktion den Brand unter Kontrolle. Die Hubschraubermannschaften sind an den Strahlenschäden später alle verstorben. Für die Aufräumarbeiten wurden zuerst Roboter eingesetzt, deren Elektronik wurde nach kurzer Zeit durch die hohe Strahlenbelastung zerstört. Die Verantwortlichen schickten noch, als der Reaktor brannte, Männer auf das Dach zum Aufräumen, die sogenannten Liquidatoren. So nannte man sie, weil die Schäden von ihnen liquidiert werden sollten. Den radioaktiven belastbaren Grenzwert legten die Verantwortlichen für diese Männer auf 300 Millisievert fest. Experten schätzen jedoch, dass sie die 30-fache Strahlendosis abbekommen haben. In Deutschland ist das die 3.000 fache Jahresdosis, als die als unbedenklich geltende. Der Einsatz erfolgte, ohne jemals auf die Gefahr hinzuweisen. Die Liquidatoren verstarben alle nach kurzer Zeit. 1986 baute man um die Ruinen einen Beton-Sarkophag, der bis zu 30 Jahren halten sollte. Nach einiger Zeit war dieser so marode, dass ein neuer Sarkophag errichtet werden musste. Die in der Nähe liegende Stadt Prypiat ist heute eine Geisterstadt.

1989, Atomreaktor Krsko (Slowenien, damaliges Jugoslawien): Das gleiche Problem wie in Harrisburg ereignete sich in Krsko, wobei ein Ventil unvorgesehen in offener Stellung war. Anders als in Harrisburg, wo das Personal irrtümlich das Ventil wieder abgeschaltet hatte, klemmte hier das Ventil. Nach einer kurzen Reparatur war das Ventil wieder gangbar. Nach dem Störfall wurde das angefallene radioaktive Wasser in den Fluss Save abgegeben.

1989, Öltanker Exxon Valdez (Alaska): Der zum Unglückszeitpunkt betrunkene Kapitän lenkte das Schiff auf ein Riff. Kurze Zeit später sank das Schiff. Eine Ladung von 37.000 Tonnen Rohöl schädigte das Ökosystem und verseuchte 2.000 Kilometer Küste.

1993, Bergwerke in Norilsk (Russland): In der für Besucher gesperrten Stadt, werden vom Weltmarktführer immer noch Nickel und andere Schwermetalle gefördert. Vermutlich ist in dieser Region die weltweit größte Einzelverschmutzung geschehen.

1998, Atomreaktor KKU Unterweser (Deutschland): Eine Dampfturbine löste eine Schnell-Abschaltung des Reaktors aus.

1999, Brennelement-Fabrik, Tökai-mura (Japan): Eine unkontrollierte Kettenreaktion entstand beim Füllen eines Tanks mit Urangemisch. 3 Arbeiter wurden verstrahlt und 1 starb.

1999, Atomreaktor Greifswald (Deutschland): Durch einen Kabelbrand konnte der Reaktor nicht mehr gekühlt werden. Nur durch die schnelle Kontrolle über das Feuer konnte der Super-GAU verhindert werden.

1999, Öltanker ERIKA (Französische Küste): Diese Ölkatastrophe legte auf die Küste der Bretagne einen Ölteppich ab. Mit der Zeit sank ein Teil des Ölteppichs auf den Meeresgrund und tötete hier Kleintiere wie Würmer oder Schnecken.

2001, Atomreaktor Philippsburg (Deutschland): Beim Anfahren des Reaktors war die vorgeschriebene Füllmenge bei den Flutbehältern unterschritten.

2002, Öltanker Prestige (Spanien): Das mit 77.000 Tonnen Schweröl beladene Schiff havarierte mit einem anderen Schiff und konnte nicht weiterfahren. Die spanischen Behörden verboten dem Tanker, einen Hafen anzulaufen und schleppten das Schiff auf hohe See, wo es nach kurzer Zeit sank. Dieser Fehler verursachte eine Verseuchung von 2.900 km der spanischen und der französischen Küste.

2010, Ölpest im Golf von Mexiko: Eine Bohrplattform explodierte und sank zwei Tage später. Eine undichte Stelle am Bohrloch ließ Gas ausströmen, das sich entzündete. Bis zu 2 Monate brauchte man, um die Undichtigkeit zu beheben, wobei bereits 800. Mill. Liter Öl in den Golf von Mexiko geflossen waren. Bei dieser Katastrophe starben 12 Personen.

2011, Nuklear-Katastrophe von Fukushima: Man fragt sich sofort, was hat ein Tsunami mit Menschenhand zu tun? Dieses Beispiel zeigt, wie der Mensch durch eine falsche Standortwahl und der Fehlplanung eines Atomkraftwerkes, der Verursacher dieser Umwelt-Katastrophe ist. Standortwahl: Wenige km vor der Ostküste Japans trifft die Pazifik-Erdplatte auf die asiatische Erdplatte. An der Ostküste Japans sind deshalb Erdbeben an der Tagesordnung. Aus diesem Grund dürfte an der Ostküste Japans nie ein Atomkraftwerk gebaut werden. Im Fernsehen waren Beweise für die falsche Standortwahl gut zu sehen. Man sah eine Autobahn, bei der in Längsrichtung eine Hälfte der Straße (10-12 m) abgesackt war. Würde dieser Erdversatz unterhalb des Kraftwerks auftreten, würde der Reaktor umkippen. Der Standort eines Atomkraftwerks auf der Hauptinsel von Japan, kann nur auf der westlichen Meeresseite, am Japanischen Meer, erfolgen. Wie bei vielen menschlich erzeugten Umwelt-Katastrophen ist das ökonomische Denken auch hier Verursacher. Die Großstädte Tokio, Yokohama und Nagano sind die größten Stromverbraucher Japans und liegen am Ostmeer. Beim Bau eines Atomkraftwerks auf der Westseite müssten die Stromtrassen 300 km herangeführt und dann noch über ein 2000 m hohes Gebirge verlegt werden. Fehlplanung: Wie kann eine Planung erstellt werden, die zulässt, dass die nur einige Meter hoch stehende Flutwelle, den Haupttrafo für die Stromversorgung des Reaktors außer Gefecht setzen kann? Warum wurde dieses wohl wichtigste Element nicht redundant errichtet? In machen Reaktoren wird der Trafo mindestens 2 x oder sogar 3 x redundant errichtet. Warum liegen die Notfallsysteme (Notpumpen, Notbatterien) unterhalb der Wasserlinie und sind nicht gegen Wassereinbruch gesichert? Unfallreaktion: Das Phänomen, dass der Mensch mit seiner Reaktion noch größeren Schaden anrichtet, ist oftmals bei Umwelt-Katastrophen zu sehen. So wurde hier versucht, mit Meerwasser die Glut zu löschen. Es wäre das Gleiche, als würde ein Feuerwehrmann einen Wasserstrahl auf die Glut des Ätna halten, um damit den Vulkan zu löschen. Das Verheerende an dieser Aktion ist, man erzeugt Wasserdampf, der mit radioaktiven Stoffen verseucht ist und die Umwelt zusätzlich verseucht. Des Weiteren wird das nicht verdampfte Wasser durch Risse, die vom Erdbeben erzeugt wurden, in das Grundwasser befördert. Später gelangt dieses Wasser ins Meer. Bei diesem Reaktortyp geht von den Reaktor-Brennstäben die größte Gefahr aus, da sie zum Teil mit Plutoniumdioxid hergestellt wurden. Plutonium ist ein Alphastrahler, der nur wenige cm strahlt, aber dafür sehr intensiv. Wenn der Mensch ein Plutonium-Isotop aufnimmt, werden sämtliche Innenorgane so beschädigt (verbrannt), dass er nach wenigen Wochen verstirbt.

Quelle Tabelle: www.energie-lexikon.info

Isotop Halbwertszeit Bemerkungen
Kobalt 60 5,27 Jahre Anwendung bei Krebsbestrahlungen
Iod 131 8 Tage Spaltprodukt aus Kernreaktoren
Cäsium 137 30,17 Jahre Spaltprodukt aus Kernreaktoren
Radon 222 3,82 Tage Teil der Zerfallsreihen von Uran und Thorium
Uran 235 703,8 Millionen Jahre zu 0,7 % im Natururan enthalten
Uran 238 4,47 Milliarden Jahre Hauptbestandteil des Natururans
Plutonim 239 24 110 Jahre entsteht durch “Brutprozesse” (mit Neutronenbestrahlung) in Kernreaktoren

2012, Atomreaktor (Südkorea): Ranghohe Manager wurden angeklagt, weil sie einen gefährlichen Reaktorunfall nicht gemeldet hatten. Ferner wurden von ihnen Sicherheitszertifikate ausgestellt, ohne die entsprechenden Kontrollen durchgeführt zu haben. Die Regierung legte diesen Reaktor sofort still und ein neu gebauter Reaktor wurde nicht in Betrieb genommen.

2015, Erdrutsch in Shenzhen: In Südchina, in der Provinz Shenzhen, wurde ein gewaltiger Erdrutsch ausgelöst, der von Menschen verursacht wurde. Am Rande eines Gewerbegebietes wurden die Abfälle an einem Hang gelagert. Diese Halde türmte sich über 100 m hoch, ohne dass die Behörde eingriff. Nach einem starken Regen setzte sich die Halde in Bewegung und begrub über 70 Menschen.

2015, Waldbrand (Indonesien): Die flächenmäßig größten und verheerenden Wald- und Buschbrände erzeugten einen noch nie da gewesenen Schaden an Flora und Fauna. Zuerst wurde die Ursache auf das Klimaphänomen EL Nino geschoben. Später stellte sich heraus, dass Feuerrodungen für das Errichten von Palmenplantagen die Verursacher waren. Somit sind wir indirekt mitschuldig, wenn wir Tonnen von Palmöl für den Biosprit, die Lebensmittel und für die Strom- und Wärmeerzeugung einführen.

2019-2020, Waldbrände (USA, Australien): In diesem Zeitabschnitt entstanden flächenmäßig die größten Waldbrände auf der Erde. In Australien wüteten sie monatelang

Resümee: Die Klimaerwärmung, der Starkregen und die weltweit verstärkt vorkommenden Temperaturextreme sind von Menschenhand erzeugte Umweltveränderungen. Am stärksten trifft es die armen Länder dieser Erde. Der UN-Weltwissenschaftsrat für Klimawandel (IPCC) sagt zu diesem Thema: „Der Klimawandel führt zu mehr Hunger, mehr Flüchtlingen, mehr Kriegen, verstärkt die Armut und bremst das Wirtschaftswachstum“. (IPCC 2014)

Die Auswirkungen von Wald- und Buschfeuern auf die Natur sind zwiespältig. Ohne Erzeugung von CO2 hätte diese riesige Sauerstoff-Atmosphäre der Erde nicht gebildet werden können und die Evolution hätte den Menschen nicht hervorgebracht. Die Wald- und Buschbrände, insbesondere in Australien, wo die Natur noch im Urzustand ist, kann man sehen, wie das zerstörende Feuer neues Leben mit sich bringt. Heute gibt es in der Tier- und Pflanzenwelt Formen der Fortpflanzung, die nur durch das Feuer möglich gemacht werden. In Australien gibt es einen Nussbaum, dessen Früchte einer Paranuss gleichen, und deren Kern eine 8 mm dicke Schale schützt. Diese Nuss bleibt so lange am Boden liegen, bis ein Buschbrand die Schale sprengt und den Kern freilegt. Zahlreiche Pflanzen, die sich an das Feuer angepasst haben, benötigen sogar das Feuer. Diese nennt man Pyrophyten. Bei den amerikanischen Mammutbäumen ist die Fortpflanzung ohne Feuer nicht möglich. Die aufsteigende heiße Luft öffnet erst die Zapfen, der Samen kann nun auf dem frisch gedüngten Ascheboden die entsprechenden Nährstoffe finden. Dieselbe Überlebensstrategie haben auch viele Kiefern- und Eukalyptusarten sowie Korkeichen, sie überleben jedes Feuer. Diesen Bäumen macht eine verkohlte Rinde nichts aus. Bei einem Waldbrand gibt es unter der Tierwelt Verlierer und Gewinner. Durch das Feuer werden etwa 40 Insektenarten bevorzugt und die Population gefördert. Der weltweit verbreitete Feuerkäfer legt die Eier in  die verkohlte Rinde und infiziert die Rinde mit einem Pilz. Wenn der Käfernachwuchs aus dem Ei schlüpft, findet er genügend, durch den Pilz zersetzte, Nahrung. Der Feuerkäfer hat einen Infrarotsensor, um über 60 km Entfernung einen Brand zu orten.

Neckar Hochwasser © Foto: SCHAU MEDIA / pixelio.de

3. Kapitel: Die Kraftfahrzeuge

3.1 – Die Moren-Arten

a) Der Ottomotor: Im, nach dem Erfinder benannten, Verbrennungsmotor (Nicolaus August Otto 1832–1891), wird Benzin mit Luft im Vergaser gemischt und dem Verbrennungsraum zugeführt. Beim Direkteinspritzer (GDI) wird das Gemisch direkt in den Verbrennungsraum oder kurz davor eingegeben. Der Wirkungsgrad liegt bei etwa 25 – 30 %.

b) Der Dieselmotor: Dieser Verbrennungsmotor wurde nach dem Erfinder Rudolf Diesel (1858-1913) benannt und ist ein sogenannter Selbstzünder. Das heißt, er braucht keinen Zündfunken im Gegensatz zum Benziner. Das Kraftstoffgemisch wird durch eine Glühkerze entzündet, wobei höherer Druck und höhere Temperatur als beim Benziner notwendig sind. Im Verbrennungsraum herrschen 50–80 bar und eine Temperatur von 1.500° C. Der Wirkungsgrad des Motors liegt bei 45 %.

c) Der Wankelmotor: Felix Wankel erfand den Rotationskolbenmotor im Jahr 1954. Der Kreiskolbenmotor galt als Sensation und Revolutionär, da der Drehkolben auf der Antriebswelle montiert war und sich in gleicher Richtung drehte. Somit waren Kolben, Pleuelstange und Kurbelwelle nicht mehr nötig. Mit diesem Motor brachte 1967 NSU die Limousine RO 80 auf den Markt, deren Bau aber wegen Absatzschwierigkeiten 1977 eingestellt wurde. Die Konstrukteure mussten feststellen, dass sich die komplizierte Kammerform und die Abdichtungen an den Ecken des Dreieckskolbens aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nicht verwirklichen ließen.

d) Der Elektromotor: Die Antriebsenergie wird chemisch in den Lithium-Ionen-Batterien gespeichert, die in den meisten Anordnungen im unteren Teil des Fahrzeuges montiert sind. Es werden zwei Systeme angeordnet. Die Hochvolt-Batterie speist der Elektromotor, während die Niedervolt-Batterie das Licht, Radio und die Bordelektronik versorgt. In den meisten Fällen wird ein synchroner Wechselstrommotor oberhalb der Vorderachse eingebaut. Bei der Stromzufuhr wird wechselhaft das Anziehen und Abstoßen von Stator und Rotor in drehender Bewegung auf die Achse und dann auf die Räder übertragen. Der Ladeanschluss befindet sich an der Stelle, wo sich heute die Tankklappe befindet.

e) Der Hybridmotor: Dieser Autoantrieb besteht aus zwei Motoren, die jeweils zugeschaltet werden. So treibt das Fahrzeug beim Start einen Elektromotor an und reduziert dadurch Lärm und Abgase, die beim Start erhöht sind. Wenn eine gewisse Startgeschwindigkeit erreicht ist, wird auf den Verbrennungsmotor umgeschaltet.

f) Die Brennstoffzelle: In der Brennstoffzelle reagiert der zugeführte Brennstoff (Wasserstoff) mit dem zugeführten Sauerstoff, dem Oxidationsmittel, und es entsteht eine elektrochemische Reaktion. Die zwei wichtigsten Brennstoffzellenarten werden unterschieden, in die PEMFC-Brennstoffzelle (Feststoffpolymer Brennstoffzelle) und in die SOFC-Brennstoffzelle (Festoxid-Brennstoffzelle). Der wesentliche Unterschied besteht beim verwendeten Elektrolyt. Der Elektrolyt bei der PEMFC-Brennstoffzelle besteht aus einer festen Kunststofffolie, der sogenannten Polymer-Membran. Bei der SOFC-Brennstoffzelle besteht der Elektrolyt hingegen aus Hightech-Keramik Zirkondioxid.

3.2 – Vergleich, E-Auto gegenüber dem Verbrennungsmotor

Die Batterie: Sie besteht größtenteils aus den Rohstoffen Lithium, Kobalt und Grafit. Diese Rohstoffe sind knappe Ressourcen auf der Welt, insbesondere Kobalt aus dem Kongobecken (siehe 2.22). Außerdem besteht Brandgefahr bei Kurzschlüssen, weil viele Batterieeinheiten zusammengefasst sind. Bei einem Kurzschluss entsteht ein explosionsartiger Vorgang, wobei der Pkw sofort in Flammen gehüllt ist und die Feuerwehr immer zu spät kommt. Ein weiterer Nachteil ist die Lebensdauer. Das Teuerste an einem E-Auto ist die Batterie, mit EUR 6.000 bis 8.000 Herstellungskosten. Die Autoindustrie spricht von 500 bis 1.200 Ladezyklen und einer Lebensdauer von 8 bis 10 Jahren sowie einer Fahrtleistung von 100.000 bis 160.000 km. Das mag für ein Stadtauto zutreffend sein, das nur zum Einkaufen und kürzeren Fahrtstrecken verwendet wird. Die Pendler, Vertreter und Firmen, die 80.000 und über 100.000 km im Jahr fahren, müssen alle 1 bis 2 Jahre die Batterie wechseln. Wenn das E-Auto dem Verbrennungsmotor gegengerechnet wird, ist die Umweltbelastung gleich groß, nur der Belastungsort ändert sich. Vergleicht man jedoch die E-Autos, die in 1 oder 2 Jahren eine neue Batterie benötigen, ist die Umweltverschmutzung von E-Autos doppelt so hoch, wobei die enormen finanziellen Aufwendungen nicht berücksichtigt wurden.

Die Reichweite: Bei einem mit Batterie betriebenen Auto wird von der Autoindustrie die Reichweite mit etwa 300 km angegeben, manche Firmen geben sogar 385 km Reichweite an. Neutrale Gutachter weisen darauf hin, dass der E-Verbrauch der Aggregate, insbesondere durch die Heizung im Winter, etwa 50 bis 60 % der Kapazität von einer Batterie aufbraucht und eine wirkliche Reichweite im Winter nur 125 bis 190 km in Betracht kommen. Wie soll das gehen, wenn z.B. ein Hamburger Anlagenbauer, der in München ein Thermostat austauschen muss, fast eine Arbeitswoche Anreise hat? Wenn man das Gedankenspiel auf das Gebiet von Europa überträgt, ist dies sehr utopisch. Batterieaufladung: Man betrachtet z.B. einen Häuserblock mit 5 Stockwerken, bewohnt mit 15 Familien, in irgendeiner Stadt. Der Durchschnittshaushalt hat 1,2 Pkws, somit hat dieser Häuserblock 18 Pkws. Vor dem Häuserblock sind 5 Parkmöglichkeiten auf dem Bürgersteig. Wenn diese mit Aufladestationen versehen werden, können nach Feierabend im Wohnbereich nur 5 Pkws mit Strom aufgeladen werden. Es stellt sich die berechtigte Frage, wo laden die andern Fahrzeuge auf, denn diese Situation besteht vor jedem Häuserblock der Stadt? Welche Schwierigkeiten die Städte mit dem Anwohnerparken haben, sieht man an den Gebühren. Einige Städte spielen mit dem Gedanken, die Gebühr für den Anwohnerparkausweis von EUR 40 auf EUR 200 anzuheben, dabei sollte für Anwohner das Parken doch kostenlos sein. Wenn man für die Zukunft die Aufladesituation der Stadt Ulm betrachtet, hat diese, gegenüber anderen Städten, einen kleinen Vorteil. Angrenzend an Ulm liegen zahlreiche Dörfer mit Einfamilienhäusern, wobei in Ulm einige Häuser Tiefgaragen besitzen. Hier ist es einfacher, eine Ladestation zu installieren. Somit würde in Ulm die Anschlusskapazität der E-Autos im Wohnbereich bei etwa 60 % liegen. Vergleicht man die Stadt Aachen, die nur 30 bis 40 % Platz für die Installation von Ladestationen im Wohnbereich hat, kann man absehen, dass dieses Konzept ohne Verbrennungsmotoren nicht realisierbar ist. Das größte Problem wird aber das Überbrücken einer größeren Fahrtstrecke sein.

3.3 – Vergleich,  Wasserstoff-Auto gegenüber dem E-Auto

Vorteile gegenüber dem E-Auto: Die Zeit der Betankung geschieht, wie bei einem Verbrennungsmotor, in wenigen Minuten. Die Reichweite (6 kg Tank) ist mit 600 km doppelt bis dreimal (je nach Jahreszeit) so groß wie bei einem E-Auto. Eine Tankfüllung mit 6 Kg Wasserstoff kostet zurzeit etwa EUR 60,00.

Nachteile gegenüber dem E-Auto: Um Wasserstoff aus Wasser herzustellen, wird Strom benötigt. Der erzeugte Wasserstoff wird dann in Gastanks gelagert. Nach dem Umfüllen in den Autotank wird der Wasserstoff wiederum in Strom umgewandelt. Bei der Herstellung von Wasserstoff und der Umwandlung im Auto zu E-Energie gehen etwa 75 % der Energie verloren und nur 25 % der ursprünglichen Energie betreibt die Fortbewegung des Fahrzeuges. Beim E-Auto sind es 70 %. Außerdem stehen in Deutschland nur 75 Tankstellen mit Wasserstoff (H2) zur Verfügung.

Resümee: Bei den deutschen Autobauern ist aus ökonomischen Gründen die Brennstoffzelle kein Thema, nur Daimler brachte in den 1990er Jahren rund 200 B-Klasse Autos und im Jahr 2018 einen Geländewagen auf den Markt. Die Herstellung von Autos mit einer Brennstoffzelle wird nur von den Asiaten gefördert. Ferner ist der Kaufpreis von etwa EUR 70.000 bis EUR 80.000 inakzeptabel, sagt Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, wobei auch Leasingverträge sehr teuer sind. An den staatlichen Zuschüssen ist bereits abzusehen, dass die Brennstoffzelle auf das Abstellgleis gestellt wurde. Privatleute erhalten keinen staatlichen Zuschuss von EUR 2.000, wenn der Kaufpreis über EUR 60.000 liegt; fast alle Fahrzeuge liegen weit über diesem Verkaufspreis. Lediglich beim Kauf von E-Autos zu gewerblichen Zwecken, ist die Höhe des Kaufpreises nicht begrenzt. Ein Punkt muss deutlich hervorgehoben werden: Ob Brennstoffzelle oder E-Autos, die Abgabe von Schadstoffen gegenüber einem Verbrennungsmotor ist gleich hoch, wenn die Batterie in 8 bis 10 Jahren gewechselt wird. Je schneller die Batterie gewechselt werden muss, je mehr Schadstoffe werden an die Umwelt abgegeben.

3.4 – Runderneuerte Reifen:

In runderneuerten Reifen stecken enorme ökologische und wirtschaftliche Aspekte, sie sind deshalb eine Entlastung für die Umwelt. Etwa 50 % der Kosten können beim Einkauf gespart werden. Außerdem spart die Herstellung 70 Prozent Energie, 80 % Erdöl sowie 70–80 % Naturkautschuk. Trotzdem ist das umweltfreundliche Handeln in Deutschland nicht gefragt. Im Rennsport verwendet man runderneuerte Reifen, die über 300 km/h standhalten müssen. Bei LKW- und Flugzeugreifen sind es über 50 %. Die Flugzeugreifen werden bis zu 6-mal runderneuert. Die Vorurteile gegenüber den runderneuerten Reifen in Deutschland sind so groß, dass nur unter 5 % der PKW-Reifen runderneuert sind. Resümee: Die frühere DDR ist ein gutes Beispiel für umweltfreundliches Verhalten in Sachen Autoreifen. Aber nicht wegen des ökologischen Gedankens, sondern wegen der Devisenknappheit, wurden über 60 % Pkws und über 80 % Lkws mit Recyclingreifen bestückt. Bei der Bestückung von 4 Reifen am Auto, insbesondere bei der Bestellung aus dem Internet, steckt Lebensgefahr in den verschiedenartigen Karkassen. Hier ist politischer Wille gefordert. Eine Norm müsste nicht nur die Herstellungskriterien der Reifendecke festlegen, sondern auch die wieder verwendbare Karkasse, die das tragende Gerüst der Gummireifen ist. Die unterschiedlichen Herstellerkarkassen haben immer ein unterschiedliches Fahrverhalten. Die Normung könnte man lösen, indem in die Karkasse ein Chip des Herstellers mit den jeweiligen Daten implantiert wird. Einen ökologischen Aspekt erzeugt der steigende Bedarf an Naturkautschuk. Es müssen dafür Urwälder weichen. Ferner wird unterhalb der Bäume das Unkraut mit Herbiziden vernichtet, die bei uns verboten sind.

Rapsfeld: Ein weiterer Vorteil für den Diesel-Motor, nicht nur dass er viel sauberer als der Benziner-Direkteinspritzer ist (siehe 3.2), sein Treibstoff kann auch aus ölhaltigen Pflanzen hergestellt werden.  © Foto: Torsten Rempt / pixelio.de

3.5 – Benziner mit Direkteinspritzung (Quelle: www.empa.ch)

Schweitzer Forscher (Empa) haben moderne Benziner mit Direkteinspritzung im Jahr 2017 auf Schadstoffe untersucht. Die Empa ist ein Forschungsinstitut in der Schweiz. Sie hat die Direkteinspritzer von folgenden Firmen untersucht: Mitsubishi (Euro-3), VW Golf (Euro-4 + 6), Volvo (Euro-5), Opel (Euro-5), Citroen (Euro-6). Im Vergleich zum Benziner mit Direkteinspritzung wurde ein Peugeot Diesel (Euro-5) untersucht. Die Empa ermittelte, dass der Diesel am saubersten war und die getesteten Benziner bis zu 10- / 100-mal mehr feine Rußpartikel ausstoßen. Das ist bis 15-mal mehr, als ein Diesel vor 15 Jahren. Das Fazit der Schweitzer Forscher ist, es muss umgehend auch für Benziner der Partikelfilter gesetzlich verankert werden.

Dazu kommt noch das krebserregende Benzo(a)pyren, das bei  Zigarettenrauchern für den Lungenkrebs verantwortlich ist. Bei den getesteten Benzinern, gegenüber dem getesteten Diesel, liegt der Ausstoß bis zu 1.700 fach über dem Grenzwert.

        Genotoxisches Potential von GDI Abgasen (ngTEQ/m³, cWLTC)

Peugeot 4008 Diesel 1,6L Euro-5  mit Partikelfilter …….   45x

Opel Zafira 1.6L Euro-5 …………………………………………….. 270x

Volvo V60 1.6L Euro-5 ……………………………………………….. 300x            

VW Golf VII 1.4L Euro-6, …………………………………………… 290x

Citroen C4 1.2L Euro-6 ………………………………………………. 380x

Opel Insignia 1.6L Euro-5 ……………………………………….. 1.000x

VW Golf 1.4L Euro-4 ……………………………………………….. 1.200x          

Mitsubishi Carisma 1.8L Euro-3 ……………………………….. 1.700x

Ein Punkt muss deutlich hervorgehoben werden, ob Brennstoffzelle oder E-Auto, die Abgabe von Schadstoffen in die Umwelt, gegenüber einem Verbrennungsmotor, wird immer größer sein, nur der Entstehungsort liegt woanders. Das liegt an der teuren Umformungsart und insbesondere an den benötigten großen Batterieeinheiten, die Jahr für Jahr ausgetauscht werden.

3.6 – Der Geländewagen und SUV (Sport Utility Vehicle)

Die Geländewagen und die SUVs sind nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit, ein Verkaufsschlager, trotzdem man weiß, dass sie Klimakiller sind. Sie verbrauchen viel mehr Kraftstoff als vergleichbare Autos. Gemäß internationalen Energieagenturen haben diese Autos einen großen Anteil am weltweiten CO2-Anstieg. Innerhalb von 8 Jahren stieg der Verkauf von 15 % auf 40 %. In den USA war 2018, im Vergleich zu 2017, jeder zweite Wagen ein Geländewagen. Wegen des hohen CO2 Ausstoßes, plädiert das Umweltbundesamt für eine zusätzliche Besteuerung. Resümee: Eine kleine Zusatzsteuer wird von dieser Klientel der Autokäufer nur belächelt und führt zu keiner Reduzierung, hier kann nur ein Verbot eine Änderung bewirken. Diese Autos dürften nur denen erlaubt sein zu fahren, die in unwegsame Gelände müssen.

4. Kapitel: Die Solar und  Fotovoltaik

4.1 – Die Solaranlage (Solarthermie)

Flachkollektoren-, Solarthermie-Anlage auf dem Hausdach © Foto: Heike Hering / pixelio.de

Die Strahlungsenergie der Sonne wird in Wärme umgewandelt, die von einer Trägerflüssigkeit (Wassergemisch) aufgenommen und zum Verbraucher befördert wird. Der Verbraucher kann eine Warmwasseranlage sein, häufig wird ein kombiniertes Konzept, eine Warmwasseranlage mit Heizungsunterstützung, installiert. Die Strahlungsintensität der Sonne ist etwa 160 W/m² (bezogen auf 24 Std.) bei wolkenlosem Himmel. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellt für diese Anlagen Fördermittel zur Verfügung.

4.1a – Flachkollektoren: Diese Kollektoren sind die am meist installierten Kollektoren, weil sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, robust sind und eine langlebige Technik beinhalten. Der Nachteil ist, dass sie schwer sind und großen Platz benötigen.

4.1b – Röhrenkollektor: Durch dieLeichtigkeit dieses Kollektors ist die Montage an der Fassade und auf dem Flachdach möglich und er hat einen hohen Wirkungsgrad. Im Winter ist die Energieausbeute sehr gut, weil ein höheres Temperaturniveau besteht. Er besitzt jedoch eine empfindliche Technik und höhere Installationskosten. 

4.1c – Luftkollektor: Ein kosten- und wartungsarmer Kollektor, der aber für die Wassersysteme ungeeignet ist.

4.1d – Hybridkollektor: Er erzeugt Wärme und Strom innerhalb einer Anlage, aber die Anschaffungskosten sind sehr hoch.

4.1e – Unverglaster Kollektor: Witterungsfester und begehbarer Kollektor mit geringen Anschaffungskosten, hat aber je m² eine geringe Leistung gegenüber anderen Kollektoren.

4.2 – Die Photovoltaik-Anlage (PV)

Die Energie der Sonnenstrahlen wird mittels einer Photovoltaik-Anlage (PV) in elektrische Energie (Strom) umgewandelt. Dies geschieht in der PV-Anlage mittels der sogenannten Solarzellen, die aus Siliziumschichten bestehen und Gleichstrom produzieren. Bei netzgekoppelten PV-Anlagen wird der produzierte, und nicht privat benötigte Strom, ins öffentliche Stromnetz gespeist. Der Besitzer erhält gemäß der Einspeisungsvergütung den Strom bezahlt. Am effektivsten ist die SV-Anlage, wenn sie nach Süden ausgerichtet wird. Hier kann sie 4.000 kWh pro Jahr erzeugen. Die wichtigsten Anlagenkomponenten: Neben den Kollektoren, Montagesystemen und Wechselrichtern benötigt man einen Stromspeicher, um die Eigenversorgung, wenn die Sonne nicht scheint, zu sichern. Die Stromkabel sind spezielle Kabel (String-Leitung), die den Strom vom Dach zum Wechselrichter im Keller leitet.

Photovoltaik-Kolktoren auf dem Hausach (C) Foto: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelino.de

5. Kapitel: Die Schifffahrt und Luftfahrt

5.1 – Die Schifffahrt

Zurzeit erfolgt der weltweite Handel zu 90 % auf dem Seeweg. Nord- und Ostsee gehören zu den am häufigsten und dichtesten befahrenen Meeren der Welt. Durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren jährlich 30.000 Schiffe und täglich 2.000 Schiffe auf der Ostsee. An den Schifffahrtsrouten der Nordsee liegt das einmalige Ökosystem Wattenmeer mit seinen Muschelbänken und Seegraswiesen. Man darf sich nicht ausdenken, welche Auswirkungen dies hätte, wenn ein Öltanker hier sinken würde.

Blick vom Michel auf den Hamburger Hafen © Foto: Cekora / pixelio.de

Luft: Der neueste UN-Bericht sagt aus, dass die gesamte Handelsschifffahrt etwa 1,10 Milliarden Tonnen CO2-Ausstoß erzeugt. Am weltweiten Ausstoß der Treibhausemissionen sind das etwa 2,6 % (ICCT Report 2017). Zum Vergleich: Ein normales Kohlekraftwerk erzeugt so viel CO2 im Jahr, wie ein großes Containerschiff von China nach Hamburg, nämlich 300 Tonnen CO2, erzeugt. Fast alle großen Handelsschiffe fahren mit einem Abfallprodukt der Raffinerien, dem Schweröl. Neben Kohlendioxid (CO2) erzeugen sie enorme Abgase an Stickoxiden, Schwefeldioxiden sowie die gefährlichen Rußpartikel. Über die Luftverschmutzung kann jeder Bewohner einer Hafenstadt berichten, weil die angedockten Schiffe für die Stromversorgung ihre Motoren laufen lassen müssen. Manche Häfen haben bereits Verbote ausgesprochen. Die Motoren müssen abgestellt werden; die Stromversorgung erfolgt durch einen Elektroanschluss. In der Presse werden immer wieder Horrorzahlen genannt, wie viele Menschen in Hafenstädten an diesen Abgasen sterben, was bisher von keiner Studie belegt wurde. Es kann aber mit Gewissheit gesagt werden, dass durch diese Abgase Menschen sterben. Um den Verbrauch von Schweröl zu reduzieren laufen Versuche, die großen Handelsschiffe mit Segel oder Schleppdrachen auszurüsten. Wasser: Nicht nur die Luftverschmutzung, sondern auch die Wasserverschmutzung, die von den Schiffen ausgeht, ist eine Belastung. Der Schiffsanstrich besteht aus umweltgefährlichen Chemikalien. Einschleppung: Eine große Gefahr geht von den Handelsschiffen aus, was oft unterschätzt wird, und zwar die Einschleppung von einer Standort fremden Flora und Fauna, welche die heimische Flora und Fauna vernichtet. Verstöße: Der Nachweis einer Straftat oder eines Verstoßes sind auf offener See schwierig. Bei einem Verstoß kann erst geahndet werden, wenn das Schiff einen Hafen angefahren hat. Wenn zum Beispiel mit höher schwefelartigem Schweröl als zulässig gefahren wird, sind die Strafen so gering, dass der Reeder trotz Bußgeld noch Gewinn macht.

5.2 – Die Luftfahrt

Der Transport durch die Lüfte erzeugt gegenüber der Schifffahrt nur die Hälfte der CO2 Emissionen, und zwar 650 Millionen Tonnen pro Jahr. Das Fliegen ist die klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen.

Flugzeug im Sonnenuntergang © Foto: magann / pixelio.de

Ein Flug zu den Malediven verursacht pro Person etwa 5 Tonnen CO2, so viel wie ein Auto erzeugt, wenn es etwa 25.000 km fährt. Die Geschäftswelt könnte statt der zeitaufwändigen und teuren Flugreisen, die Meetings als Videokonferenzen abhalten. Statt Flugreisen innerhalb Deutschlands, sollte die Bahn benutzt werden und man ist oftmals schneller am Zielort. Die größte Einsparung wäre das Hinterfragen jeder Flugreise und die „Vermeidung“.

Schlusswort

Als Schlusswort zum Thema „Umwelt“ möchten wir Auszüge aus der Rede des Häuptlings Seattle zugrunde legen, die er im Jahr 1855 an den 14. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Franklin Pierce, hielt. Dieser machte den Duwamish das Angebot, ihr Land weißen Siedlern zu verkaufen; sie selbst sollten in ein Reservat umziehen. 

  • Wir sind ein Teil der Erde und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern –
  • Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen – oder die Wärme der Erde –
  • Wir erfreuen uns an diesen Wäldern. Ich weiß nicht – unsere Art ist anders als die Eure –
  • Die Flüsse sind unsere Brüder – sie stillen unseren Durst. Wenn wir unser Land verkaufen, so müsst Ihr Euch daran erinnern und Eure Kinder lehren: Die Flüsse sind unsere Brüder –
  • Wir wissen, dass der weiße Mann unsere Art nicht versteht. Ein Teil des Landes ist ihm gleich jedem anderen, denn er ist ein Fremder, der kommt in der Nacht und nimmt von der Erde, was immer er braucht. Die Erde ist sein Bruder nicht, sondern Feind, und wenn er sie erobert hat, schreitet er weiter –
  • Er stiehlt die Erde von seinen Kindern und kümmert sich nicht –
  • Er behandelt seine Mutter, die Erde, und seinen Bruder, den Himmel, wie Dinge zum Kaufen und Plündern, zum Verkaufen wie Schafe oder glänzende Perlen –
  • Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurücklassen als eine Wüste –
  • Die Luft ist kostbar für den roten Mann – denn alle Dinge teilen denselben Atem- das Tier, der Baum, der Mensch – sie alle teilen denselben Atem. Der weiße Mann scheint die Luft, die er atmet, nicht zu bemerken; wie ein Mann, der seit vielen Tagen stirbt, ist er abgestumpft gegen Gestank –
  • Der weiße Mann muss die Tiere des Landes behandeln wie seine Brüder –
  • Was ist der Mensch ohne Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht – geschieht bald auch den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden –
  • Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selber an –
  • Der weiße Mann, vorübergehend im Besitz der Macht, glaubt, er sei schon Gott, dem die Erde gehört. Wie kann ein Mensch seine Mutter besitzen? –

Die ganze Rede kann im Buch „Wir sind ein Teil der Erde“, erschienen im Patmos-Verlag sowie im Walter-Verlag nachgelesen werden. Aus diesen Büchern stammen die Auszüge. 

Denkanstoß!

Bei einer Demonstration für die Schließung eines Kohlekraftwerks sollte man berücksichtigen: Keine Transportbranche verschmutzt die Umwelt so stark wie die Containerschiffe. Ein großes Containerschiff von China nach Europa erzeugt so viel CO2 wie ein mittelgroßes Kohlekraftwerk im Jahr. Ein großes Containerschiff stößt pro Jahr so viel Schadstoffe aus wie 250 Mill. Autos, wenn man zu den CO2 Abgasen noch die Stickoxide, Schwefeloxide und den Feinstaub berücksichtigt; d. h. 5 große Containerschiffe erzeugen so viel Schadstoffe wie die heutigen betriebenen Autos auf der Erde (1,3 Milliarden). Es sind über 90.000 Containerschiffe im Jahr weltweit unterwegs. Außerdem wird das Schiff mit dem Abfallprodukt der Raffinerie, „SCHWERÖL“, angetrieben, das an Land als Sondermüll entsorgt werden müsste. Zusätzlich erzeugt der Containerinhalt (nur Wolle, Kleidung), weltweit mehr CO2, als die gesamte Schifffahrt und Luftfahrt zusammen. Jedes Jahr werden 130 Mill. Container verschifft, davon 10 Mill. Container nach Hamburg. Ferner sollte man daran denken, wenn man ein preisgünstiges T-Shirt kauft, dass zahlreiche Matrosen nicht gewerkschaftlich organisiert sind, wobei sie für einen miesen Lohn 70 Stunden die Woche arbeiten müssen und das ohne Anspruch auf Urlaub.

Weihnachten 2019, die Ulm-Aachener Hobby-Ägyptologen

Nordafrika, Atlasgebirge: Heute sind nur noch spärliche Baum- und Grasreste zu sehen. Bevor die Römer kamen, waren die Täler im Atlasgebirge und Nordafrika mit Urwald bedeckt. Die ausgestorbenen Bäume beschreibt Strabon (etwa 63 v. Chr.) in „Die Geografie, Buch XVII, Afrika (Ägypten und Libyen)„. Das Land hat eine Anzahl von Gebirgen und großen Wäldern; an Gewächsen ist die Dattelpalme häufig sowie die Persea, der Ebenholz- und der Johannisbrotbaum“.