Unsere Entdeckungen & Interessantes

Inhaltsverzeichnis:

10. Aufsatz (13.06.2019) Ostseite Cheops-Pyramide: Modell des Gang- und Korridorsystems der Cheops-Pyramide

9. Aufsatz (26.05.2019 Reise-Mitteilung an die Mitglieder des Vereins, Ulm-Aachener Hobby-Ägyptologen :

8. Aufsatz (29.4.2019) Echnaton, Nofretete und Tutanchaton (Tutanchamun)

7. Aufsatz (07.04.2019) Opfer-riten an den Pyramiden (Abu Roasch)

6. Aufsatz (06.04.2019) Entdeckung einer Pharaonen-Mumie in Kanada

5. Aufsatz (05.04.2019) Pyramide Pepi I.: Liegt das Südgrab in der Süd-Ostecke? (Sakkara Süd)

4. Aufsatz (05.04.2019) Eine Rampe zum Gisa-Plateau

3. Aufsatz  (15.03.2019) Geheime Kammern und Gänge in den ägyptischen Pyramiden

2. Aufsatz  (10.03.2019) Einsturzursache im Vorraum der Sahure-Pyramide (Abu Gurob)

1. Aufsatz  (16.02.2019) Pyramide an der Ostseite der Cheops-Pyramide entdeckt (Gisa)

10. Aufsatz (13.06.2019) Ostseite Cheops-Pyramide: Modell des Gang- und Korridorsystems der Cheops-Pyramide

An der Ostseite der Cheops-Pyramide liegt das in den Felsen geschlagene Gang- und Kammermodell der Cheops-Pyramide, die sogenannte Trial Passage. Als 1990 das Ostplateau an der Pyramide von Schutt und Sand befreit wurde, legte man das Modell frei, das eine Besichtigung wieder lohnenswert macht. Die Modellkonzeption wurde bis auf wenige Abweichungen in der Pyramide übernommen. So wurden die Maße der Lagerhalle für die Verriegelungsblöcke sowie die der Gänge mit ihren Winkeln übernommen. Außerdem wurden die Aussparungen für die Bohlenabdeckung angebracht, was zu der Annahme führt, dass die Funktion der Verriegelungsblöcke am Modell ausprobiert wurde. Am unteren Ende des Südganges ist eine kleine Felsnase belassen, die verhindern sollte, dass die Blöcke in den abführenden Gang, so dass es den Priestern möglich blieb, nach der Bestattung und Verriegelung die Pyramide durch den senkrechten Schacht verlassen zu können. Diese Auffangnase wurde im Originalbauwerk nicht übernommen. Stattdessen fertigte man den Gang 2 cm enger, so dass sich die Verriegelungsblöcke an dieser Stelle einklemmten. Dies ist heute noch an drei Originalblöcken zu sehen.

Ostseite Cheops-Pyramide: Links, Modell des Gang- und Korridorsystems der Cheops-Pyramide. Rechts, Transport-tunnel unter dem Fundament des Aufweges

Ostseite Cheops-Pyramide: Modell des Gang- und Korridorsystems der Cheops-Pyramide (unterer Pfeil). Transport-tunnel unter dem Fundament des Aufweges (oberer Pfeil). Rampe zum Pyramiden-Plateau (mittlerer Pfeil)

9. Aufsatz (26.05.2019) Reise-Mitteilung an die Mitglieder des Vereins, Ulm-Aachener Hobby-Ägyptologen:

Wichtig ist es, wenn man den afrikanischen Kontinent betritt, sich vorher über die gefährlichen Krankheiten zu informieren. Dementsprechend sollte man die nötigen Medikamente in einer Reiseapotheke mitnehmen. Eins muss hier eindeutig gesagt werden, für einige Krankheiten gibt es keine Medikamente oder eine Vorbeugung.

HIV-Infektion (AIDS)

Auf das Aids Virus wurde man in den frühen 80er Jahren in den USA aufmerksam. Diese Immunschwächekrankheit trat verstärkt bei homosexuellen Männern auf. Der aktuelle Wissensstand ist, dass die Aids-Viren im Gehirn der Schimpansen entdeckte wurde. Vermutlich wurde der Erreger, durch den Verzehr von infizierten Affen, auf den Menschen übertragen.

Eine Vorbeugung gibt es nicht, wichtig ist es, dass man die Ansteckungsquellen kennt:

über das Blut. Wenn eine Wunde entstanden ist, sofort ein Desinfektionsmittel aufbringen und die Wunde mit einem Pflaster verschließen

über das Sperma des Mannes.

über das Vaginalsekret/Scheiden-Ausfluss der Frau

die Kleinkinder werden durch die Muttermilch angesteckt.

das größte Risiko liegt bei einer Bluttransfusion. Bei einem befreundeten Verein musste ein Tour Mitglied in Ägypten an dem Blinddarm operiert werden. Es wurde eine Bluttransfusion durchgeführt und der Aids-Virus wurde übertragen. Es besteht auch die Möglichkeit der Übertragung durch gebrauchte Spritzen. Das die Spritzen in vielen Krankenhäuser Wiederverwendung finden, wurde uns bei einer Tour bewusst. Nach jeder Tour werden am letzten Tag die mitgenommenen Medikamente und Spritzen dem nahe liegenden Krankenhaus gestiftet. Hier erfuhren wir, dass die Spritzen im Krankenhaus zurzeit Mangelware sind und immer Wiederverwendung finden. Aids wird nicht übertragen: Durch Insektenstiche, Zungenkuss, Tränenflüssigkeit, Hautkontakt, gemeinsame Benutzung von Besteck und sanitärer Einrichtungen. Vorsicht: Bei offenen Wunden im Mundraum oder anderswo, ist eine Ansteckung möglich.

Malaria

Schwangere und Kinder sollten auf Reisen in Malariagebiete verzichten. Die stark mit Malaria befallenden afrikanischen Länder sind ab dem Sudan in der WHO Karte eingetragen. In wenigen Ausnahmen sind Personen die an einem Flugplatz wohnen und noch nie in den Tropen waren, an Malaria erkrankt. Auch im Zuge einer Bluttransfusion ist Malaria aufgetreten. Anfang des Jahres 2019 stirbt eine Person in Österreich nach einer Operation mit einer Bluttransfusion. Laut Staatsanwalt starb der Patient an eine verseuchte Blutkonserve. Aber das sind alles Ausnahmen und zur Vorbeugung hat die Techniker Krankenkasse sehr gute Hinweise gegeben. Aus der Erfahrung heraus wird von uns, zu den Angaben der Techniker Krankenkasse, noch einige Ergänzungen einfügt.

Vorschlag Techniker Krankenkasse: Wie kann einer Malaria vorgebeugt werden?

Vor Beginn der Fahrt in entsprechende Gebiete sollten sich Reisende bei einem tropenmedizinisch erfahrenen Arzt über Vorsorgemaßnahmen informieren. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, Stiche der vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiven Mücken zu vermeiden (Expositionsprophylaxe). Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen sind:

Eine andere wesentliche Maßnahme ist die medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe). Es ist aber zu beachten, dass die zur Chemoprophylaxe zur Verfügung stehenden Medikamente nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Malariaerreger schützen. Denn die Medikamente können aufgrund von regional sehr unterschiedlich verbreiteten Unempfindlichkeiten (Resistenzen) der Plasmodien unwirksam sein. Besonders die Erreger der sehr gefährlichen Malaria tropica sind häufig resistent. Deshalb sollte man trotz Chemoprophylaxe nicht auf die oben erwähnten vorbeugenden Maßnahmen verzichten. Der Arzt muss das einzunehmende Mittel individuell unter anderem in Abhängigkeit von Reiseziel, -dauer und -art auswählen. Dabei sollte man sich frühzeitig informieren, da die Einnahme der Medikamente zum Teil vierzehn Tage vor Reiseantritt beginnen muss. Eine Impfung steht noch nicht als Malariavorbeugung zur Verfügung. Verschiedene Impfstoffe gegen Malaria werden derzeit in Studien geprüft. Sie sind bisher jedoch noch nicht zugelassen.

Ebolafieber

Das Ebolafieber ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren hervorgerufen werden. Die Bezeichnung geht auf den Kongo Nebenfluss, Ebola, zurück. Hier traten die Viren 1976 zum ersten Mal auf. Inzwischen sind mehrere Epidemien im Ostkongo ausgebrochen. Das Ebolafieber verläuft je nach Virusart in etwa 25 bis 90 Prozent aller Fälle tödlich. Bis heute gibt es kein Heilmittel und mit der Erdbestattung überlebt der Virus. Durch die Bodenorganismen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Viren an die Erdoberfläche gelangen und von dort durch oberirdisch lebende Tiere verbreitet werden. Wie bei Aids ist auch beim Ebola Virus die Vernichtung nur durch eine Verbrennung zu erreichen und das ist in einem muslimischen Land unmöglich.

Beulenpest

14 Tage nach einer Tour durch den Sudan, bekam ein Vereinsmitglied fürchterliche Schmerzen in den Leisten, in den Achselhöhlen und am Hals. Die Ärzte hatten keine Erklärung für diese Schmerzen. Daraufhin übernahm ein Vereinsmitglied die Untersuchung und Recherche, welche Ursachen diese Schmerzen haben. Er fand einen Bericht eines Mediziners aus dem Mittelalter der diese Schmerzen beschrieb, es war die Beulenpest. Mit einem Unterschied, an den Stellen (Lymphknoten) entstanden Beulen und das hatte zum Glück das Vereinsmitglied nicht. Heute sterben noch Menschen im Sudan und den angrenzenden Staaten bis Südafrika an die Pest. Die Pest wird durch ein Bakterium „Yersinia pestis“ ausgelöst. Der Übertragungswirt ist der Floh, der wiederum sich an Säugetiere festsaugt. Das beschränkt sich nicht nur auf Ratten. Über 200 Säugetiere sind nachweislich befallen worden, auch Hunde und Katzen. Zum Glück hatte das Vereinsmitglied ein harmloses Yesinien Bakterium, von denen es zahlreiche Varianten gibt. Harmlos? Nach 9 Jahren hat das Vereinsmitglied an diesen Stellen (Lymphknoten) noch immer Schmerzen. Deshalb geben wir folgenden Hinweis:

Sandwürmer

Vor einer Sudan Tour kommen die Teilnehmer zusammen und besprechen auch die Gefahren von möglichen Krankheiten, die man vor Ort antreffen kann. So wird immer gewarnt, dass man die Hand nicht im Flusswasser halten soll. Im Flusswasser sind Haken- und Fadenwürmern die sich an der Haut festsetzen und sich durch die Haut bohren. Bei dieser Sudan Tour machten wir die Erfahrung, dass es ebenfalls Haken- und Fadenwürmern im Sand leben. Bei den Touren sind die Zeltplätze in der Wüste bereits seit Jahrzehnten immer die Gleichen. Um die Zeltplätze liegt dem entsprechend die große Wüstentoilette. Von den Ausscheidungen der Menschen leben diese Würmer und warten auf einen nackten Fuß oder ein Schuh der die Eier transportiert. So geschah es, dass ein Mitglied von den Parasiten befallen wurde. Hier konnte nur das Tropeninstitut Hamburg helfen. Deshalb geben wir folgenden Hinweis:

Viszerale Leishmaniose durch Sandmücken

Die viszerale Leishmaniose (Kala Azar) ist unbehandelt immer eine tödlich verlaufende Erkrankung. Sie kommt in Asien, Afrika, Südamerika und im südlichen Europa vor und werden durch Sandmücken übertragen. Wir machten die Bekanntschaft mit dieser Erkrankung im Sudan, aber auch Urlauber die aus Portugal, Spanien, Frankreich oder Italien kommen, werden immer mehr infiziert. In unserem Fall konnte das Tropeninstitut Hamburg helfen. Obwohl seit Jahrzehnten intensiv an einem Impfstoff gegen die Erreger der viszeralen Leishmaniose geforscht wird, sind die Forscher bislang nicht über das Tierversuchsstadium hinausgekommen.

Resümee:

Wenn man andere Länder besucht und insbesondere die muslimischen Länder, muss man sich auch mit den menschlichen Eigenschaften wie Neid und mit der Steigerungsform Hass auseinandersetzen. Aber auch Rache durch bestimmte Vorkommnisse kommt häufig vor. Die extreme und sichtbare Form dieser Reaktionen ist der Sprengstoffgürtel und die Autobombe. Einen großen Umfang machen aber die unsichtbaren Aktionen aus. Hier sind nicht die harmlosen Taten, ins Essen spucken, wenn man kein Trinkgeld erhalte hat, gemeint. Oder das Essen mit dem vor Ort erzeugten Trinkwasser impfen. Nach einem Durchfall ist diese Aktion nach zwei Tagen vergessen. Hier geht es um gefährliche Anschläge mit Bakterien, Vieren und Gifte die man erst Jahre später bemerkt und den Urlaub nicht mehr mit der Erkrankung in Verbindung bringt. Hier ist auf das Glas Milch hingewiesen, dass ein Vereinsmitglied eines befreundeten Vereins getrunken hatte und fast daran gestorben war. Apropos Milch, hier ist uns ein Ereignis im eigenen Verein passiert, dass uns zu denken gab. Um vom Fruchtland zu den Pyramiden zu kommen, mussten wir durch Privatland fahren. Der Bauer wurde gefragt und wir bekamen die Erlaubnis für die Durchreise. Vorher kam er mit zwei Gläser kalte Milch als Begrüßungstrunk an. Wir lehnten ab, weil wir keine kalten Getränke trinken. Als wir zum Pyramiden Gelände fuhren, sahen wir durch das Rückfenster, wie der Bauer die Milch hinter einem Busch kippte. Dieses wertvolle Getränk wird normalerweise in den Milchtopf zurück geschüttet. Vor dem Abflug vom Kairoer Flugplatz wurde noch an der Bar einige Cocktails getrunken. Die Toiletten im Flugzeug waren, wären des Fluges nur von unserem Verein reserviert. Unser Hinweis: Nie kalte Getränke trinken.

8. Aufsatz (29.4.2019) Echnaton, Nofretete und Tutanchaton (Tutanchamun)

Echnaton und Nofretete gründeten bei Tell el-Amarna in Mittelägypten eine neue Hauptstadt (Achet-Aton) und siedelten von Theben (Luxor) nach Achet-Aton um. Das Grab des Echnaton wurde 11 km von Tell el-Amarna, in einem östlich gelegenen Wadi errichtet. Die Konzeption ähnelt vielen anderen Gräbern im Tal der Könige. Ein in den Fels gehauener Gang (1A) führt durch eine Gangkammer (1B) in die Grabkammer (1C), in der heute noch das Fundament des Sarkophags (1D) vorhanden ist. Die Ausgräber fanden den Granit-Sarkophag in tausend Teile zerschlagen. Ferner wurden an den Grabwänden die Gesichter und die Namen zerstört. Das Einmalige an diesem Grab ist, dass vom oberen Gang ein großer Gang mit gleichem Querschnitt abgeht. Dieser macht einen großen Bogen und führt dann parallel zum Königsgrab bis zur ersten Gangkammer. Hier sind die Arbeiten nicht weitergeführt worden. Man kann aber mit Gewissheit sagen, dass hier ein gleiches Grab für die Ehefrau von Echnaton, Nofretete, errichtet werden sollte. Es besteht auch die Möglichkeit, dass dieses Grab für Tutanchaton errichtet wurde. In der ägyptischen Baugeschichte ist diese Doppelanordnung von Gräbern in denen Familienangehörige im gleichen Grab bestattet werden, einzigartig. Der zerschlagene Sarkophag von Echnaton wurde restauriert und befindet sich heute im ägyptischen Museum in Kairo. Material und Gestaltung stimmen mit jenem des Tutanchamun, im Tal der Könige, überein. Als sein Vater starb, hieß er noch Tutanchaton und als er nach Theben (Luxor) umsiedelte, nannte er sich Tutanchamun.

Theben / Luxor: Die Mumienmaske von Tutanchamun aus dem Grab im Tal der Könige

Vermutlich zerstörten die Amun–Priester aus Theben das Grab von Echnaton und nahmen die Grabschätze mit nach Theben. Ebenso nahmen sie den (die) Sarkophag(e) mit, die für Nofretete /Tutanchaton bereitstanden. In einem dieser Sarkophage wurde später Tutanchamun bestattet. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Echnaton drei Sarkophage anfertigen ließ. Eje, der Großvater von Tutanchamun, wurde im Westtal, neben dem Tal der Könige (Osttal) gelegen, bestattet (Grab KV23). Der Sarkophag aus diesem Grab stimmt mit jenem von Tutanchamun und Echnaton über ein und er könnte somit jener von Nofretete sein.

Tell el-Amarna (Achet-Aton), Felsengrab von Echnaton und Nofretete/Tutanchaton?: Aus dem Gedächtnis gezeichnete Skizze ohne die drei Seitenkammern (ohne Maßstab).

Felsengrab von Echnaton:  
1A Gang
1B Gangkammer
1C Grabkammer  
1D Fundament für den Sarkophag   
Felsengrab von Nofretete / Tutanchaton?  
2A abgewinkelter Gang
2B Sarkophag von Nofretete / Tutanchaton? *

2C unfertige Gangkammer
2D nicht errichtete Grabkammer
* vermutlicher Standort des Sarkophags der Nofretete / Tutanchaton, ehe die Grabkammer fertig erstellt wurde. In diesem Sarkophag ist mit größter wahrscheinlich Tutanchamun im Tal der Könige bestattet worden. Ein gleichartiger Sarkophag von Echnaton ist zertrümmert aus der Grabkammer des Echnaton geborgen worden. Heute ist dieser restauriert und steht im Kairoer Museum.                     
                     

Die Goldschätze aus dem Grab von Echnaton wurden größtenteils im Grab von Tutanchamun deponiert. Bei einigen Teilen ist nur der Name geändert worden. Bei dem bekannten Goldstuhl ist aber der Beweis, dass es sich um eine Grabbeigabe des Echnaton handelt, noch vorhanden. Auf der Stuhlrückseite sitzt ein Ehepaar (Echnaton? und Nofretete?) und über ihnen der Sonnengott Aton mit den Sonnenstrahlen und den schützenden Händen, die das Königspaar umfassend umarmen. Die gleiche Anordnung findet sich auf den Wandreliefs im Grab des Echnaton. Ferner wurde auf der Vorderseite der Name Tutanchaton noch nicht abgeändert und auf der Rückseite bereits in Tutanchamun geändert. Mit großer Wahrscheinlichkeit konnten die Handwerker dies nicht mehr rechtzeitig ändern, da Tutanchamun früh verstarb; und so wurde der Stuhl mit dem Symbol des verhassten Gottes Aton mit ins Grab von Tutanchamun gegeben. Ein weiterer Beleg, dass die Grabbeigaben aus dem Grab des Echnaton stammen, ist die große Anzahl der Kunstgegenstände. In der kurzen Regierungszeit von sieben bis neun Jahren (ferner jugendlicher Marionetten-König der Amun Priester) war es unmöglich, eine solch große Anzahl an Kunstgegenständen herzustellen. Des Weiteren wäre die Anfertigung des Sarkophags innerhalb dieser Zeit nicht machbar gewesen und wäre auch die Ausführungsart nicht identisch gewesen. Ein weiteres Argument sind die drei Gold-Sarkophage, die ebenfalls unmöglich innerhalb der kurzen Regierungszeit gefertigt worden sein können. Man kann annehmen, dass die Priester diese Sarkophage wie auch die Goldschätze aus dem Grab von Echnaton mitnahmen. Ebenso wurden der Sarkophag und die Goldschätze von Nofretete mitgenommen. Im Grab von Tutanchamun sind mehr als zwölf Pektorale gefunden worden, an denen man versucht hat, den ursprünglichen Namen zu ändern. Ein weiterer Beleg ist der Kanopenkasten. Bei den vier Köpfen der Kanopengefäße handelt es sich eindeutig um Frauenköpfe und solch eine Geste im Grabkult bei Familienangehörigen, konnte nur unter Echnaton geschehen. Die Raumanordnung des Grabes von Tutanchamun zeigt eindeutig, dass die Konzeption für eine Frauenbestattung gefertigt wurde. Im Grab von Tutanchamun geht man vom Vorraum rechts in die Grabkammer. In den Königsgräbern, die im Tal der Könige errichtet wurden, schreitet man von dem Vorraum immer nach links zur Grabkammer. Ferner ist bei der Goldmaske eindeutig, dass diese aus zwei Teilen gefertigt wurden. Das Gesicht ist ausgetauscht worden mit einer Frauenmaske, wie die Ohrringlöcher belegen. Für die Amun-Priester war es üblich, die Mumien von Echnaton und Nofretete zu verbrennen. Somit erhielten die Grabbesitzer die ewige Verdammnis und Vernichtung. Das Gleiche machten auch die antiken Grabräuber, weil sie im Jenseits die Rache des Grabbesitzers fürchteten.

Ägyptisches Museum Kairo: Der goldene Stuhl aus der Grabausstattung von Tutanchamun mit dem Sonnengott Aton

Links: Eine Stele mit Echnaton und Nofretete in el-Amarna. Rechts: Der heutige Zustand des großen Tempels in el-Amarna

Grab KV 55 im Tal der Könige

Im Zusammenhang mit Echnaton und Nofretete erwähnenswert ist das Grab KV 55 im Tal der Könige bei Theben (Luxor). In diesem Grab wurde ein Holzsarkophag entdeckt, in dem eine Mumie bestattet wurde. Wahrscheinlich war dieser Sarkophag für die Bestattung von Nofretete in Tell el-Amarna gedacht und die Priester haben nicht nur den Steinsarkophag nach Theben (Luxor) mitgenommen, sondern auch den inneren Sarkophag, so wie sie es auch mit den drei Sarkophagen von Echnaton gemacht haben.

Als Belege hierfür können gelten, dass

• es kein Zufall sein kann, dass diese Grabkammer nur 10 m neben der von Tutanchamun liegt. Ebenso ist ihre Bauart ähnlich (Treppenzugang, Ausbau nach rechts) und wahrscheinlich ebenso für eine Frau errichtet.

• die Formgebung des vorgefundenen Sarkophags eindeutig eine Frau zeigt.

• die Inhaberin eine verhasste Frau gewesen sein muss, da die Kartusche aus dem Brustkorb des Sarkophags entfernt wurde.

• die Einlegearbeiten einmalig sind und es sich um eine vergleichbare Arbeit wie beim zweiten und dritten Sarkophag von Tutanchamun (siehe Bild unten) handelt. Zudem hat es diese Kunstfertigkeit nur unter der Herrschaft von Echnaton und Nofretete gegeben.

• dieser eindeutig aus der Zeit Echnatons stammt.

• die Hände die Herrschersymbole, Krummstab und Wedel, umfassen. Diese Gleichberechtigung und somit die Ehefrau auf die Stufe der Göttlichkeit zu stellen, gab es bei keiner Ehefrau eines Pharao und nur bei Echnaton. Ferner wurde auf einer Holzleiste im Grab von Tutanchamun ein Text gefunden, auf der Nofretete als Mitregentin von Echnaton angegeben wird. Weiterhin wird aufgeführt, dass sie Mitregentin von Ägypten sei. Die vorgefundenen Grabbeigaben sind nicht nur mit den Namen der engsten Verwandtschaft von Echnaton versehen, sondern es sind auch Beigaben mit den Namen von Echnaton entdeckt worden. Der Großteil der Grabbeigaben wurde aus dem Grab des Echnaton entwendet. Was die vorgefundene Mumie betrifft, so haben Untersuchungen (Computertomographie) ergeben, dass es sich bei der Verstorbenen um eine Frau von ca. 40 Jahren handelt. Wer die Person ist, kann nicht gesagt werden. Mit Gewissheit kann man sagen, es kann sich nicht um Nofretete handeln, auch wenn es vielleicht ihr Sarkophag war. Es wäre möglich, dass es sich um Meretaton, die ältere Schwester von Tutanchamun handelt. Einige Ägyptologen sind der Meinung, dass sie vor Tutanchamun regierte.

Tal der Könige, Felsengrab KV 55: Aus dem Gedächtnis gezeichnete Skizze (ohne Maßstab); 1A) Gang, 1B) Gangkammer, 1C) Grabkammer, 1D) unfertige Nebenkammer. Es kann kein Zufall sein, dass diese Grabkammer nur 10 m neben der von Tutanchamun liegt. Ebenso ist ihre Bauart ähnlich (Treppenzugang, Gangkammer, Ausbau nach rechts) und wahrscheinlich ebenso für eine Frau errichtet.

Resümee

Fast sämtliche Grabbeigaben einschließlich der Sarkophage im Grab von Tutanchamun (KV 62), in einem unbekannten Grab (KV 55) und im Grab von Eje (KV23), sind wahrscheinlich von den Priestern aus dem Grab von Echnaton und Nofretete-Tutanchaton in Tel el-Amarna entwendet worden. Auch gab es nur einen Pharao, der solch eine Anzahl von Kunstgegenständen schaffen konnte und wäre zudem in der Lage gewesen, auch die Arbeitszeiten der Handwerker für deren Herstellung aufzubringen. War Echnaton doch einer der wenigen Pharaonen, die so gut wie keine Kriege führten. So konnten viele Handwerker nicht nur in die neu errichtete Stadt Achet-Aton (Horizont des Aton) ziehen, sondern auch die Herstellung der Grabausrüstung für Echnaton, Nofretete und vielleicht auch einige Teile bereits für die Grabausstattung von Tutanchaton erstellen. So fand sich ein Kinderstuhl im Grab von Tutanchamun, der nachweislich diesem zuzuordnen ist; handelt es sich dabei doch um ein Geschenk der Großeltern Eje und Teje.

Sarkophag des Tutanchamun: Links, der dritte und äußere Sarkophag und rechts der erste Sarkophag. Der äußere und mittlere Sarkophag sind aus Holz gefertigt und wurden dann vergoldet und mit Einlegearbeiten verziert. Der erste Sarkophag besteht aus massivem Gold mit einem Gewicht von 110 kg. 

Es sind viele Grabbeigaben bei Tutanchamun beigefügt worden, die weibliche Formen besitzen. So sind die Kanopenköpfe eindeutig weiblich (links). Zahlreiche vergoldete Statuen haben weibliche Brüste und die unter- und oberägyptische Krone auf (rechts). Die beeindruckendste Figur dieser Art reitet auf einen schwarzen Panther. Bei einer Frauendarstellung als Pharao, kann es sich hier nur um Nofretete handeln, war sie doch nachweislich Mitregentin von Ägypten. Ferner hat sie die Machtsymbole, Wedel und Krummstab, in der Hand.

7. Aufsatz (07.04.2019) Opfer-riten an den Pyramiden

Abu Roasch, Djedefre-Pyramide, (4. Dyn. 2566 v. Chr.): 1996 erfolgten weitere Ausgrabungen; dabei wurden neue interessante Details freigelegt. So etwa Verkleidungs-Blöcke aus Rosengranit sowie in die Umfassungsmauern eingelassene Regenrinnen. Ferner fand man am Opfer-Tempel einen Hügel bestehend aus unzähligen, aus Ton gefertigten Opfergefäßen. Diese Krüge, Teller und Vasen sind weniger als 5 cm groß; es handelt sich hierbei um Opfergaben der ärmeren Bevölkerungsschicht. Wie vor heutigen Friedhöfen gab es vor den Nekropolen Verkaufsstände, an denen Opfergaben gekauft werden konnten bzw. im Tauschhandel erworben werden konnten (die alten Ägypter kannten kein Geld). So auch die Miniaturgefäße, die mit Getreide, Brot, Bier oder Öl gefüllt wurden. Diese wurden den Priestern am Tal-Tempel zur Opferung übergeben. Der Sinn der Opfergabe wird in der Lehre des Merikare (9. / 10. Dyn.), nach dessen Pyramide noch heute in Sakkara-Nord gesucht wird, so formuliert: „Tue etwas für Gott, damit er dir gleiches tue, und zwar durch große Opfer, die den Altar reichlich versehen.“ Nach den Opfer-riten der Priester wurden die leeren Tongefäße an die Nordseite des Opfer-Tempels geworfen. Dieser gut ein Meter hohe Scherbenhügel lässt die Deutung zu, dass der Opfer-dienst an der Djedefre-Pyramide mehrere Jahre vollzogen wurde. Der längste Aufweg eines Pyramiden-Bezirks von 1500 m führt vom Tal-Tempel zum Opfer-Tempel von Djedefre. Durch die Verlegung eines Militärlagers konnte der Bezirk des Tal-Tempels ausgegraben und erforscht werden. Die Magazine und Kapellen waren nur aus Lehmziegeln errichtet, woraus man schließen kann, dass Pharao Djedefre schon vor der Fertigstellung der Bauten verstarb und die Nachkommen diesen eilig fertigstellen ließen, um den Totenkult zu gewährleisten. Er wurde in einem kleinen Wadi errichtet, der wahrscheinlich durch einen Kanal mit dem Nil verbunden war. Offensichtlich ist, dass der Tote im Tal-Tempel durch das Ritual der Mundöffnung wiederbelebt wurde. Dies geschah unmittelbar nach dem Tod und nach der Reinigung, aber vor der Balsamierung. Dabei wird auch die Meinung vertreten, dass die Mumifizierung des Königs nicht im Tal-Tempel vollzogen wurde. Es stellt sich die berechtigte Frage, wo die Mumifizierung stattgefunden hat, wenn der Tal-Tempel nicht fertiggestellt wurde oder kein Tal-Tempel existierte, so wie es bei vielen Pyramiden der Fall war.

Djedefre-Pyramide, Links: In den Fels geschlagen Grabschacht, so wie die Stein-Räuber in verlassen haben, mit Abbruch-Schutt gefüllt. Rechts: Heutiger freigeräumter Grabschacht, mit einem kleinen Teil der Ausmauerung. Bevor Stein-Räuber am Werk waren, haben Grabräuber einen Gang oberhalb der ausgemauerten Gang-Kammer mit ihrer Verriegelung, einen Gang im Felsen bis zur Grabkammer geschlagen (siehe Pfeile).

Djedefre-Pyramide, Links: In den Fels geschlagen Grabschacht, so wie die Stein-Räuber in verlassen haben, mit Abbruch-Schutt gefüllt. Rechts: Heutige freigeräumte Grabkammer mit einem kleinen Teil der Ausmauerung.

Djedefre-Pyramide, Links: Bevor Stein-Räuber am Werk waren, haben Grabräuber einen Gang oberhalb der ausgemauerten Gang-Kammer mit ihrer Verriegelung, einen Gang im Felsen bis zur Grabkammer geschlagen (siehe Pfeile). Rechts: Der aus Lehmziegeln errichtete Opfer-Tempel.

Djedefre-Pyramide, Links: Irrtümlich wird hierzu Bootsgrube gesagt. Das Loch, ist das unfertige Jenseits-Boot des Pharao. Es fehlen noch die Ruder-Gänge der Mannschaft und das Steuerruder sowie die genaue Bootsform. Darin fanden sich zahlreiche Statuenfragmente aus Hartgestein, unter anderem einen hervorragend erhaltenen Kopf des Djedefre aus rötlichem Quarzit. Rechts: Der aus Lehmziegeln errichtete Opfer-Tempel. In der Außenmauer eine Blutrinne.

Djedefre-Pyramide: Statuenfragmente aus Hartgestein aus dem Jenseits-Boot

Abu Roasch: Auf dem Plateau, neben der Djedefre-Pyramide, liegen zahlreiche Pyramiden und Mastabas die bis heute unerforscht sind. Ferner liegt am Fuße des Plateaus eine weitere mächtige Ziegel-Pyramide, die ebenfalls unerforscht ist.

6. Aufsatz (06.04.2019) Entdeckung einer Pharaonen-Mumie in Kanada

Unser Verein (Hobby-Ägyptologen) hat nicht nur Zeugnisse der ägyptischen Kultur vor Ort besucht, sondern auch weltweit zahlreiche ägyptische Museen. Auf einer Rundreise 1991 durch den Osten der USA haben wir auch die Niagarafälle sowie das Niagara Falls Museum besucht, in dem auch ägyptische Mumien ausgestellt wurden. Darunter befand sich zu unserer Überraschung auch eine Pharaonen-Mumie. Wie kann diese Behauptung von Laien aufgestellt werden, haben sich auch viele Vereinsmitglieder gefragt? Bei der Bestattung wurde dem Toten die Arme gekreuzt und auf die Brust gelegt. Das wurde von den Griechen, Römer und auch heute noch bei Bestattungen übernommen und angewandt. Es gibt ein gravierender Unterschied zwischen diesem Bestattungsrituals und den Pharaonen-Mumien. Eine Pharao-Mumie hat immer hohle Fäuste und einen abstehenden Daumen. In diesen Händen steckten ursprünglich die Herrscher-Symbole, der Wedel und der Krummstab. Diese hohlen Fäuste und dazu die abstehenden Daumen finden sich nur bei ägyptischen Königsmumien. Dass es sich um eine Königsmumie handelte, wurde von dem Ägyptologen Zahi Hawass bestätigt, der Jahre später die Mumie begutachtete. 2003 wurde die Mumie nach Ägypten überführt. Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass es sich hierbei tatsächlich um die Königsmumie Ramses I. handelt.

Mumien mit hohlen Fäusten und abstehenden Daumen, sind immer Pharaonen-Mumien

5. Aufsatz (05.04.2019) Pyramide Pepi I.: Liegt das Südgrab in der Süd-Ostecke?

Pepi I. ließ seine Pyramide in Sakkara-Süd errichten. Typisch für jene Zeit war die Errichtung eines Nord- und eines Süd-Palastes, auch Südgrab oder Kenotaph genannt. Der Herrscher im Jenseits wollte auch Herrscher von Ober- und Unterägypten sein. Der erste, der an der Südseite der Pyramide ein Südgrab errichtete, war Djoser. In dynastischer Zeit wurden der Nordpalast in Sakkara (Memphis) und der Südpalast (Südgrab) in Abydos erbaut. Als wir unsere Vermessungsarbeiten an der Pyramide durchführten, lag die Südseite unter Meter hohem Schutt. Deshalb ist in der ersten Zeichnung der Bauaufnahme an der Südseite, die Angabe Südgrab mit einem Fragezeichen versehen. Umso erfreulicher ist, dass dort das Südgrab später ausgegraben wurde. Desweiteren wurden bei der Ausgrabung an der Südseite drei Königinnen-Pyramiden entdeckt.

Erklärung, Nordgrab und Südgrab

Abydos war die erste größere Residenzstadt von Oberägypten. Für die ersten Bestattungen der Herrscher der vor dynastischen Dynastien wurde die Nekropole am westlichen Wüstenrand benutzt. Um 3000 v. Chr. eroberten sie Unterägypten bis zur heutigen Stadt Kairo. Ihre zweite Hauptstadt, die weiße Stadt (Memphis), wurde in der Nähe von Sakkara errichtet. Für die Bestattungen der Könige der 1. und 2. Dynastie wurde die Nekropole am westlichen Wüstenrand benutzt (Sakkara Nord). Hier lag das Hauptgrab (Nordgrab). Nach Gründung der Hauptstadt Memphis ließen Pharaonen und Beamte ein Südgrab, auch Kenotaph genannt, in Abydos errichten, mit der Überlegung über Ober- und Unterägypten zu herrschen. Über die Jahrtausende blieb Abydos immer ein heiliger Ort. So war es in den Gräbern von Theben üblich, die Heiligtums-fahrt nach Abydos zu den Ahnen als Gemälde oder als Relief darzustellen. Das wohl bekannteste Bauwerk in Abydos, ist der Tempel von Sethos I. mit seinem Südgrab (Kenotaph). Der erste, der an der Südseite der Pyramide, innerhalb der Umfassungsmauer ein Südgrab errichtete, war Djoser. Ab dieser Zeit wurde das Südgrab innerhalb des Pyramiden-Bereichs errichtet. Die Bestattung fand immer im Nordgrab, wo auch immer der Sarkophag stand, statt.

Links: Die erste Zeichnung der 1. Bauaufnahme, wobei bei der Angabe Südgrab noch ein Fragezeichen steht. Rechts: Die Zeichnung der späteren Bauaufnahme mit dem Südgrab und den Königinnen-Pyramiden. Nicht nur beim Südgrab wurde der Standort richtig voraus gesagt, sondern auch bei der Umfassungsmauer.

Sakkara Süd, Pepi I. Pyramide: Südgrab mit eigener Umfassungsmauer. Rechts im Bild sieht man die 4,16 m dicke Umfassungsmauer der Pyramide. Warum noch eine Umfassungsmauer für das Südgrab? Es kann angenommen werden, dass gedanklich das Südgrab in Abydos steht, und hier braucht man eine Umfassungsmauer.

Sakkara Süd, Pepi I. Pyramide: Pyramidion des Südgrabes

Sakkara-Nord: Horus Aha (1. Dyn., 3080 v. Chr.) (Grab 3357) Das Grab des Horus Aha, das nachweislich älteste Grab dieser Art in Sakkara-Nord, ist ein mächtiges, rechteckiges Bauwerk mit einer Länge von 42 m, einer Breite von 16 m und einer Höhe von ursprünglich ca. 3-5 m. In Abydos wurde ein weiteres Grab von Horus Aha gefunden. Anhand der Größe und den vorgefundenen Grabbeigaben, kann man sagen, dass dieses Grab das Südgrab (Kenotaph) war.  


Sakkara-Nord: Horus Aha (1. Dyn., 3080 v. Chr.) (Grab 3357) Heutiger Zustand

4. Aufsatz (05.04.2019) Eine Rampe zum Gisa-Plateau

Die Behauptung, dass es am nördlichen Hang eine Transport-Rampe gegeben haben muss, ist eine einfache Schlussfolgerung. Auf der ersten Transport-Rampe (Ostrampe) wurde der Aufweg zum Opfertempel errichtet und stand somit für den Material- und Trinkwasser-Transport nicht mehr zur Verfügung. Weil der Transport von der Nord- zur Südseite durch den Aufweg versperrt wurde, wurde unter dem Aufweg ein Transport-Tunnel in den Fels geschlagen. Dieser liegt nur wenige Meter entfernt vom Steilhang des Plateaus. Schlussfolgernd ergibt sich daraus die These, dass eine Transport-Rampe im Hang-Bereich des Tunnels liegen muss. Diese Erkenntnis kam uns beim Modellbau, als wir den Transport-Tunnel im Gelände-Modell einbauten (siehe Bilder Modellbau). An der von uns vermuteten Stelle wurde tatsächlich ein Jahr später eine Transport-Rampe gefunden, nachdem wir unsere Vermutung Herrn Dr. Zahi Hawass mitgeteilt hatten.

3. Aufsatz  (15.03.2019) Geheime Kammern und Gänge in den ägyptischen Pyramiden

Altes Reich, 2685 – 2180 v. Chr.

Im Alten Reich wurden keine geheimen Gangsysteme oder versteckten Grabkammern in den Pyramiden geplant und errichtet. Mit größter Wahrscheinlichkeit kann man vermuten, dass im Alten Reich keine Grabräuber ihr Unwesen trieben. bzw. nicht so oft vorkam und somit die Notwendigkeit für eine Anordnung von Geheimgängen nicht gegeben war, was sich später im Mittleren Reich änderte. So kann man wohl annehmen, dass die Verriegelungsblöcke und Fallsteine nur zur Abschirmung der bösen Geister gedacht waren. Dies setzte voraus, dass jegliche Gänge, die der Kult nicht benötigte, verschlossen wurden. So wurden die noch so kleinsten Gänge, wie z.B. der unteren Seelengänge der Cheops-Pyramide mit einem Querschnitt von 20 cm x 20 cm, mit einem Verschlussstein versehen. Auch die unter der Pyramide liegende unfertige Felsengrotte, wurde der Schacht für die Priester benötigt, aber zur Grotte hin zugemauert, um das Eindringen der bösen Geister zu vermeiden. Im Alten Reich war es unvorstellbar, dass die Pyramide als Jenseitspalast des Pharao geplündert wurde. Das Bauwerk war nicht Erinnerungsstätte, sondern diente einzig dazu, das Fortleben des Königs zu gewährleisten, um seine aus dem Jenseits wirkenden Kräfte zum Segen des Volkes nutzbar zu machen. Somit waren die Pyramide und der Pyramidenbezirk religiös notwendig, um den Fortbestand des Volkes zu sichern und um Katastrophen abzuwenden. Der Pharao war Gott und Bindeglied zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, der Garant dafür, dass die Schöpfung immer wieder sich erneuert. In der Vorstellung der damaligen Menschen bedeutet das: „Die Sonne kehrt jeden Morgen aus dem Totenreich zurück, und die Nilüberschwemmung setzt alljährlich zur bestimmten Zeit wieder ein. Sie haben den Grund der Überschwemmung nicht erkannt, bei ihnen bestand die Vorstellung, dass sich das Land ins Wasser senkt und sich die fruchtbare Erde als Nährboden des Lebens wieder aus dem Wasser heraushebt.   

Mittleres Reich, 2060 – 1785 v. Chr.

Zwischen dem Alten Reich und dem Mittleren Reich liegt die 1. Zwischenzeit. In dieser 120-jährigen chaotischen und mit Bürgerkrieg verbundenen Zeit sind die Pyramiden wahrscheinlich vom Volk ausgeraubt worden. Nach den Wirren der Uneinigkeit erfolgte die Reichseinigung, wobei der Pharao mit seinen Untertanen zu einer Staatseinheit, dem Mittleren Reich, zusammenwuchs. Die chaotische Zeit, die Ägypten zum ersten Mal kennenlernte, veränderte im Mittleren Reich nicht nur manche Kultgegenstände, sonder auch bei einigen Pyramiden das Kammer- und Gangsystem.

Sesostris II. – Illahun (12. Dyn. 1897 v. Chr.)

So verlegte Sesostris II. in Illahun den bisher traditionell auf der Nordseite liegende Pyramideneingang auf die Südseite. Weiterhin verlegte er den Eingang außerhalb der Pyramide in eine Prinzessinnen-Mastaba unterhalb der Fußbodenplatten der Grabkammer. Eine weitere Irreführung sollte die aus der Mitte versetzte Grabkammer bringen. Hier kann man zum ersten Mal in der Geschichte des Pyramidenbaus von versteckten Kammern und einem geheimen Gang sprechen. Sesostris II. war sich so sicher, dass niemand den Eingang findet, dass er sogar auf Fallsteine und eine Blockierung der Gänge verzichtet.

Abb. 1: Südostecke, sichtbar das Kalksteingerippe mit der Lehmziegel-Ausmauerung Abb. 2: Ostseite mit Kalksteingerippe und Lehmziegeln

Abb. 3: Ostseite mit Verkleidungsblöcken Abb. 4: Die Felsenmastabas der Prinzessinnen auf der Nordseite.


Sesostris III. – Dahschur (12. Dyn. 1878 v. Chr.)

Sesostris III. verlegte wie sein Vater Sesostris II. den Pyramideneingang nach außerhalb, jedoch auf die Westseite. Die Baukonzeption, die Pyramidenkammer aus der Mitte zu versetzen und die Fallsteine sowie Blockierung der Gänge zu verzichten, übernahm er vom Vater. Der Eingang geht 10 m senkrecht abwärts und dann waagerecht weiter. Die Gänge und die Grabkammern sind mit Rosengranit-Platten ausgelegt.

Abb. 1: Opfertempel auf der Ostseite (Foto aus dem Jahr 1970) Abb. 2: Opfertempel auf der Ostseite (Foto aus dem Jahr 2015) Ausgrabung von Herrn Prof. Dr. Dieter Arnold (New York)

Abb. 3:  Vom Eingangsschacht geht ein gewölbter Gang, 20 m in Richtung Osten, Abb. 4: Das Serdab mit dem von Grabräubern in der Wand geschlagenem Grabräuber-Eingang.

Abb. 5: Der Nord gang bis zum Vorraum der Grabkammer. Die Durchgänge sind an den Seiten abgerundet. Bis auf eine Ausnahme haben alle Pyramiden einen Nord gang zur Vorkammer oder direkt zur Grabkammer. Abb. 6: Die weiß getünchte Grabkammer mit einem Rosengranit-Sarkophag an der Westwand (untergehende Sonne, Totenreich). Die Grabkammer ist komplett aus Rosengranit errichtet und wurde dann getüncht. Links im Bild, ein zugemauerter Kult-raum.

Amenemhet III. – Dahschur (12. Dyn. 1844 v. Chr.)

Amenemhet III., Sohn und Nachfolger Sesostris III., verlagerte bei seiner Pyramide in Dahschur den Eingang auf der Ostseite und aus der Pyramidenmitte versetzt. Die versteckte Anordnung des Eingangs genügte den Baumeistern noch nicht, und sie versahen zusätzlich den Gang zur Grabkammer mit einer viermaligen Richtungsänderung, jedoch ohne Fallsteine und Gangblockierungen. Wegen des nachgiebigen Untergrunds traten zu Beginn der Errichtung bereits Setzungen und Risse im Gang und Kammersystem auf. Genau wie bei der gegenüberliegenden Knickpyramide des Pharao Snofru, der seine Pyramide ebenfalls wegen Setzrisse aufgab. Es ist gut möglich, dass die Grabräume der Frauen erst gebaut wurden als Amenemhet III. die neue Pyramide in Hauware plante. Einzig Echnaton ließ auch eine Grabkammer für seine Ehefrau Nofretete in seinem Grab errichten? Hier besteht auch die Möglichkeit, dass die Grabkammer für die Bestattung von Tutanchaton (später Tutanchamun) gedacht war?

Abb. 1: Die Pyramiden-Südwestecke,  Abb. 2: Westseite mit den Verkleidungssteinen

Amenemhet III. – Hauwara

Bei seiner zweiten Pyramide, errichtete  Amenemhet III. ein kompliziertes Gangsystem. Zum ersten Mal setzt sich der Gang oberhalb der Vorkammerdecke fort und wird mit einem an der Decke angeordneten Querverriegelungsblock versperrt. Der wie bei der Pyramide in Dahschur viermal seine Richtung ändernde Gang wird zusätzlich durch Querverriegelungsblöcke gesperrt. Eine weitere Neuerung ist die Errichtung eines Blindschachtes. Es ist bis heute nicht erforscht, ob es sich hier um eine Konstruktionsänderung oder um einen irreführenden Gang handelt.

Abbildung 1: Der Pyramideneingang auf der Südseite, Abbildung 2: Reste der 8000 Säulen des sogenannten Labyrinth

Amenemhet IV. – Masguna (1798 v. Chr.)

Amenemhet IV. errichtete seine Grabkammer und das Gangsystem nach dem Vorbild der Hauwara Pyramide seines Vaters Amenemhet III. Mit zweimaligen Deckenblockierungen, Richtungsänderungen des Gangsystems in allen Richtungen und einem Querverriegelungsblock vor der Grabkammer dachte Amenemhet IV. der Beraubung zu entgehen.

Königin Nofrusobek – Masguna (1790 v. Chr.)

Die Königin Nofrusobek errichtete annährend das gleiche Gangsystem wie das ihres Bruders Amenemhet IV. Durch zwei Deckenblockierungen und Richtungsänderungen des Gangsystems sollten die Grabräuber abgehalten werden. Nur der Verriegelungsblock der Grabkammer wurde nicht eingebaut.

2. Zwischenzeit, 1785 – 1551 v. Chr.

Aus der ständigen Aufeinanderfolge von Umstürzen, aus der Zersplitterung des Landes in zahlreiche kleine Fürstentümer sowie aus der Anzahl der regierenden Pharaonen (über 200) lässt sich die unruhige politische Lage der 2. Zwischenzeit erahnen.

Unbekannter Pharao – Sakkara-Süd (ca. 1780 v. Chr.)

Das imposanteste Kammersystem einer Pyramide mit dem Verriegelungssystem wurde in Sakkara-Süd von einem unbekannten Pharao errichtet. Über Richtungsänderungen des Gangsystems und Scheinkammern sowie drei Deckenblockierungen erreicht man zwei Grabkammern. Die größere Grabkammer wird mit einem Deckenblock zusätzlich verschlossen. Dieses Verschlusssystem funktioniert mit mittels Sandhydraulik. Die seitlich angeordnete kleinere Grabkammer wird durch einen Querverriegelungsblock versperrt.

Chendjer – Sakkara-Süd (13. Dyn. 1750 v. Chr.)

Die letzte Pyramide, erbaute der Pharao Chendjer in Sakkara-Süd. Hier wird im kleineren Maßstab das gleiche System angewandt wie bei der unbekannten Pyramide angewandt wurde. Richtungsänderung des Ganges, drei Deckenblockierungen und die Absenkung der Sarkophagdecke mit der Technik der Sandhydraulik sollten die Ruhe des Pharaos gewährleisten.

Resümee: Geheime Kammern und Gänge

Nach genauerer Betrachtung der geheimen Kammern und Gangsysteme ist bei vielen Betrachtern eine Enttäuschung über die einfache und manchmal simple Anordnung festzustellen. Die Richtungsänderung des Ganges, als Irreführung konzipiert, ist für manche Menschen heute irrational und wird daher mit phantasievollen Thesen erklärt. Je intensiver wir die Erforschung dieser Kultur betreiben, umso mehr wächst bei uns die Erkenntnis, wie schlicht und einfach diese Menschen gedacht haben. Wir sehen in diesen einfachen Baukonzeptionen einen Beweis für diese Denkweise und das es sich hier um einfache Menschen der Steinzeit handelt und die gigantischen Bauwerke wurden nur mit Steinwerkzeuge errichtet und natürlich für den Transport die Seile aus Palmfasern nicht zu vergessen.

2. Aufsatz  (10.03.2019) EINSTURZURSACHE IM VORRAUM DER SAHURE-PYRAMIDE

Im Haupt-Mauerwerk wurden große Hohlräume freigelassen für den Bau der Grabkammer. Nach Fertigstellung der Grabkammer wurde der Bereich zwischen Haupt-Mauerwerk und Wänden der Grabkammer mit kleinen Rest-steinen ausgefüllt. Da der Vorraum bei der Freilegung mit Geröll gefüllt war, lag zunächst die Vermutung nahe, dass der Druck der kleinen Steine die Decke zum Einsturz brachte. Nachdem in dem kleinen Hohlraum ein Teil des Gerölls entfernt wurde, konnten wir erkennen, dass es sich hierbei um Schäden handelt, die durch Stein-räuber verursacht worden waren. Sie hatten die Wände der Kammern von innen her abgebaut. Die Deckenbalken der Kammer sind dreifach übereinander geschichtet. Die unterste Schicht der Deckenbalken ist komplett, die zweite Abdeckung teilweise eingebrochen. Die dritten und obersten Deckenbalken sind komplett erhalten. Folglich konnten die kleinen Ausfüll-steine, die oberhalb der Deckenbalken liegen, die Decke der Vorkammer nicht eingedrückt haben. Beim Beseitigen vom Innenschutt sahen wir, dass ein Teil der Seitenwände fehlen.

Sahure Vorkammer, heutiger Zustand, Ost-West-Schnitt
1) Von den Steinräubern entfernte Seitenwand 2) Abgebrochene Deckenbalken 3) Unversehrte Deckenbalken
4) Unversehrte Seitenwand 5) Deckenbruchstücke 6) Bodenplatten
7) Hauptmauerwerk 8) Füllsteine

Links: Sahure-Pyramide mit Opfertempel – Rechts: Sahure-Pyramide, Sahure-Kartusche

Links: Nord-Eingang – Mitte: Gang zur Vorkammer – Rechts: Abgebrochene Deckenblöcke

Links: Fehlende Westwand der Vorkammer- Rechts: Pyramide mit Mauerwerk und Füllsteine

1. Aufsatz  (16.02.2019) PYRAMIDE AN DER OSTSEITE DER CHEOPS-PYRAMIDE ENTDECKT

Bei der Überprüfung von Fotos, die von der Cheops-Pyramide herab in Richtung Ostennekropole gemacht wurden, war die Überraschung groß, als wir in einem erst kurz zuvor von Schutt befreitem Gebiet, eine dabei freigelegte, bisher nicht bekannte Pyramide (Abb. 1, schwarzes Quadrat) entdeckte. Bei einer Überschreitung dieser Stelle sind die weißen Pyramiden-Fundamente nicht als solche erkennbar. Auch ließen sich die bereits freigelegten Blöcke von unten nicht als Pyramide deuten. Erst auf dem Luftbild des Plateaus der Cheops-Pyramide zeichnete sich das quadratische weiße Fundament der Pyramide deutlich ab. Der Grundriss einer Pyramide ist immer quadratisch (vgl. Abb. 1, schwarzes Quadrat), während jener einer Mastaba ist immer rechteckig. Deshalb ließ sich mit Gewissheit sagen, dass es sich bei hierbei um eine Pyramide handelt. Dies bestätigten auch die anschließenden Ausgrabungen, bei denen eine Pyramide mit Grabkammer und Pyramidion freigelegt wurde (Abb. 2-4). Vermutet wird, dass es sich hierbei um das Südgrab von Cheops handelt. Die Bedeutung des Südgrabes, auch Kenotaph genannt, ist bis heute nicht einwandfrei geklärt. Es kann jedoch angenommen werden, dass es sich hierbei um das Verwaltungshaus oder den Palast des Südens (Oberägypten) handelt. Wie im Diesseits, so beabsichtigte der Pharao auch im Jenseits, über Ober- und Unterägypten zu herrschen und ließ deshalb die gleichen Verwaltungsgebäude für den Süden (Oberägypten) und Norden(Unterägypten) errichten. Die ersten Pharaonen der 1. und 2. Dynastie errichteten noch getrennte Süd- (Abydos) und Nordgräber (Sakkara-Nord). Djoser war der erste Pharao, der die Gebäude von Süd- und Nordverwaltung gemeinsam in seiner Nekropole in Sakkara-Nord errichtete; und zwar außerhalb der Pyramide, aber innerhalb
der Umfassungsmauer. Das in der Cheops-Nekropole errichtete Südgrab konnte jedoch bis heute nicht lokalisiert werden. Dies stützt die These, dass es sich bei der ausgegrabenen Pyramide um das Südgrab des Cheops handeln könnte.
Gegen eine Funktion der Pyramide als Südgrab spricht, dass
• es bei keiner königlichen Pyramide-Nekropole eine vergleichbare Platzierung außerhalb einer Umfassungsmauer gibt, so wie es beim Südgrab der Fall ist;
• bei keiner Pharaonen-Pyramide eine Anordnung des Südgrabes an der Ostseite erfolgte;
• diese zwischen der Umfassungsmauer und den Königinnen-Pyramiden „eingepfercht“ ist, obwohl sich an der Südseite in der 4. Dynastie kein Bauwerk befand;
• die der Pyramide durch ihre Lage zuzuordnende Bootsgrube die Identifizierung als Südgrab unmöglich macht, da sich Sarkophag und Bootsgruben immer nur im Jenseits-Palast des Nordens befanden;
• die Form der Bootsgrube mit jenen der Bootsgruben des Cheops nicht übereinstimmt;
• das heute noch sichtbar Grundmauerwerk größtenteils aus Tura-Kalkgesteinsblöcken besteht. Bei keiner Gisa-Pyramide der 4. Dynastie wurden, wohl wegen des langen Transportweges Tura-Blöcke für das Grundmauerwerk verwendet. Das lässt den Schluss zu, dass die Blöcke von den Königinnen-Pyramiden usurpiert wurden. Dafür spricht auch der mit diesen übereinstimmende Pyramiden-Winkel. Diese Form des mit Tura-Blöcke verstärkten Grundmauerwerks wurde erst unter Pepi I. in der 6. Dynastie angewandt.
• eine in den Fels gehauene Grabkammer mit schrägen Wänden ist ein Baukonzept, die in dieser Art bei keiner anderen königlichen Grabkammer, im Alten Reiches zu finden ist.
Für eine Funktion der Pyramide als Südgrab spricht, dass
• der Pyramiden-Winkel von 52° annähernd jenen der Cheops-Pyramide und den Königinnen-Pyramiden entspricht;
• das Gebäude den gleichen Gangquerschnitt wie bei jenem der Cheops-Pyramide aufweist und wie im Gangmodell (B: 1,05 m, H: 1,2 m);
• der zur Grabkammer führende Gang einen Neigungswinkel von 30° hat und damit annähernd jenem in der Cheops-Pyramide und im Gangmodell entspricht;
• die T-Anordnung des Gang- und Kammersystems mit den anderen Südgräbern übereinstimmt.

Ostseite der Cheops-Pyramide: Gang- und Kammermodell (Pfeil)

Ostseite der Cheops-Pyramide: Entdeckte Pyramide noch mit Schutt überdeckt (schwarzes Quadrat)

Ostseite der Cheops-Pyramide: Die vom Schutt befreite Pyramide und das vorgefundene Pyramidion

Ostseite der Cheops-Pyramide: Grabkammer mit Nord-Eingang und Zeichnung (Nord-Süd Schnitt)